ZAATARI - Leben im Flüchtlingslager

  • Das Flüchtlingslager Zaatari wurde im Jahr 2012 mitten in der jordanischen Wüste errichtet. Heute leben dort 80 000 syrische Flüchtlinge. Vergrößern
    Das Flüchtlingslager Zaatari wurde im Jahr 2012 mitten in der jordanischen Wüste errichtet. Heute leben dort 80 000 syrische Flüchtlinge.
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Keller
  • Ahmad Harb lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in dem Flüchtlingslager Zaatari. Die Familie möchte nach Kanada ausreisen. Vergrößern
    Ahmad Harb lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in dem Flüchtlingslager Zaatari. Die Familie möchte nach Kanada ausreisen.
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Keller
  • In dem Flüchtlingslager Zaatari in der jordanischen Wüste leben etwa 80 000 Flüchtlinge. Vergrößern
    In dem Flüchtlingslager Zaatari in der jordanischen Wüste leben etwa 80 000 Flüchtlinge.
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Keller
  • Bader Al-Shilbi (l.) betet mit seinem Sohn Abdulbaset (r.) auf einer Erhöhung im Flüchtlingslager Zaatari. Vergrößern
    Bader Al-Shilbi (l.) betet mit seinem Sohn Abdulbaset (r.) auf einer Erhöhung im Flüchtlingslager Zaatari.
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Keller
  • Die Einkaufsstraße mit den 3000 Geschäften im Flüchtlingslager Zaatari nennen die Bewohner "Champ Elysee". Vergrößern
    Die Einkaufsstraße mit den 3000 Geschäften im Flüchtlingslager Zaatari nennen die Bewohner "Champ Elysee".
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Keller
Report, Dokumentation
ZAATARI - Leben im Flüchtlingslager

Infos
Produktionsland
Jordanien
Produktionsdatum
2018
ZDFinfo
Mi., 21.11.
07:45 - 08:13


Zaatari, das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt. In der jordanischen Wüste leben 80 000 Syrer, die alles verloren haben. Mitten im Nirgendwo bauen sie ein neues Leben auf. Nur zwölf Kilometer hinter der Grenze warten Zehntausende Syrer darauf, in ihre Heimat zurückzukehren. Doch weil Assad seit Jahren Krieg gegen sein eigenes Volk führt, harren sie in Zaatari aus. Dokumentarfilmer Paschoal Samora zeichnet ein eindringliches Bild vom Leben im Flüchtlingslager. Maler Mohammad Al-Jaukhadar möchte ein Stück seiner zerstörten Heimat nach Zaatari bringen. Mit Pinsel und Farbe lässt er auf den kargen Blech-Containern im Lager Häuser und Plätze wiederauferstehen: "Am Anfang war das Flüchtlingslager weiß. Alles war weiß und deprimierend. Durch die Farben hat sich das geändert." Für viele Flüchtlinge bedeutet Zaatari ein Leben im Wartestand. Vor allem Jugendlichen fehlt es an Perspektiven. Der 19-jährige Mubarak etwa wollte Lehrer werden. Der Krieg aber nahm ihm seine Träume. "Hier gibt es nichts, hier gibt es keine Zukunft. Wir dachten, wir bleiben ein paar Monate und kehren dann zurück. Aber diese Träume haben wir aufgegeben." Mubarak ist frustriert und wütend und sehnt sich danach, sein Leben endlich wieder in die Hand zu nehmen. Ahmad Harb arbeitet mit den Jugendlichen im Camp daran, den Frust und die Probleme zu mindern. Der Regisseur hat ein Theater aufgebaut und probt mit den jungen Schauspielern gerade "Der Sturm" von William Shakespeare. Weil es das Leben der Geflüchteten widerspiegelt. Als er mit seiner Frau Nesreen und den beiden Söhnen aus Damaskus fliehen musste und in Zaatari ankam, da haben sie beschlossen "die Vergangenheit zu vergessen und ganz neu anzufangen. Es gibt mir Kraft, möglichst keine Erinnerung zu haben. Sie nützen mir nichts", sagt er. Doch es gibt auch seltene Momente des Glücks und der Unbeschwertheit: "Wenn man Kinder ansieht, fühlt man sich wieder lebendig, auch wenn die Welt um einen zerstört ist. Kinder sind unsere Hoffnung für die Zukunft und unser Trost für die verlorenen Tage", sagt etwa Fotografin Fatima, deren drittes Kind in Zaatari auf die Welt gekommen ist. Der Dokumentarfilm von Paschoal Samora begleitet das Leben der Flüchtlinge, die angesichts schwerster familiärer und materieller Verluste über sich hinauswachsen und für sich und ihre Familien ein neues Leben aus dem Nichts aufbauen.


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