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    Setfoto: König Wilhelm I. der Niederlande (Peter Cismarescu) setzt sich für den Wiederaufbau seines Landes ein. Das trägt ihm den Spitznamen "Kanalkönig" ein.
    Fotoquelle: ZDF/Oliver Halmburger
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    Die niederländische Königsfamilie beim Königstag in Zwolle 2016.
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  • Setfoto: Wilhelm von Oranien (Matthias Schendel)  führt den Aufstand gegen die Spanier an. Schon zu Lebzeiten bezeichnen ihn seine Verehrer als "Vater des Vaterlandes". Vergrößern
    Setfoto: Wilhelm von Oranien (Matthias Schendel) führt den Aufstand gegen die Spanier an. Schon zu Lebzeiten bezeichnen ihn seine Verehrer als "Vater des Vaterlandes".
    Fotoquelle: ZDF/Oliver Halmburger
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Report, Dokumentation
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Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
ZDF
Di., 20.06.
20:15 - 21:00
Königliche Dynastien: Die Oranier


Der Film erzählt von den deutschen Wurzeln des Hauses Oranien und spiegelt die Wendepunkte der niederländischen Geschichte - vom dramatischen Freiheitskampf gegen die Spanier bis heute. Die Dokumentation begleitet das niederländische Königspaar bei seinem Deutschlandbesuch auf der Wartburg und in Weimar, hält Momente von König Willem-Alexanders 50. Geburtstag fest und zeigt für die Dynastie bedeutsame Orte wie Orange, Nassau, Dillenburg, Breda. Vor jedem Spiel ihrer Nationalelf werden die Niederländer daran erinnert: Ihre Königsfamilie stammt aus Deutschland. Denn wenn die Spieler die Nationalhymne anstimmen, singen sie "Wilhelmus van Nassouwe , bin ich von deutschem Blut ...". Dieser Wilhelm von Oranien, 1533 auf Schloss Dillenburg im Westerwald geboren und nach eigenen Worten "ein waschechter Deutscher", hätte sich zu Lebzeiten nicht träumen lassen, in den Niederlanden einmal als "Vater des Vaterlandes" verehrt zu werden. Voller Stolz beruft sich auch König Willem-Alexander auf den Mann, der den Niederlanden die Freiheit brachte. Dabei spielte dem Nassauer das Schicksal in die Hände: Mit elf Jahren erbt Wilhelm von einem Cousin das Fürstentum Orange in Frankreich sowie große Ländereien in den Niederlanden. Der dazugehörige Titel macht aus ihm einen der bedeutendsten Adligen seiner Zeit, den Fürsten von Oranien. Es ist das Ende seiner Kindheit und der Anfang einer beispiellosen Karriere. Doch die hat ihren Preis: Wilhelm muss seine Familie verlassen und an den Hof Kaiser Karls V. ziehen, der damals über die Niederlande herrscht. Der Habsburger macht aus dem Protestanten einen kaisertreuen Katholiken. Karls Sohn und Nachfolger, König Philipp II., erhebt den Oranier später sogar zum Statthalter. Wilhelm soll vermitteln zwischen den Niederländern und dem katholischen Monarchen, der die Rechte der Stände beschneiden will und mit brachialer Gewalt gegen aufständische Protestanten vorgehen lässt. "Man hat damals in ganz Europa gesagt: Wenn Spanien sich bewegt, dann zittert der Erdkreis, und gegen diesen Riesen sind die Niederlande aufgestanden", resümiert der Historiker Christoph Driessen. Wilhelm von Oranien muss Position beziehen. Er stellt sich auf die Seite der Rebellen und riskiert für die Freiheit des Landes nicht nur Hab und Gut, sondern auch Kopf und Kragen. Wilhelms Mut ist es zu verdanken, dass am Ende des langen Kampfes eine Bürgerrepublik gegründet wird - die erste ihrer Art. Als "Statthalter der Niederlande" spielen Wilhelms Nachkommen über Jahrhunderte eine führende Rolle, doch erst 1815 werden die Oranien-Nassauer zu Königen. Seitdem heißen die Kronprinzen durchweg Wilhelm mit Vornamen. Mit den Heldentaten des Stammvaters vermochte sich keiner der Nachfahren zu messen. Und so mancher bringt die Familie durch seinen zweifelhaften Lebenswandel in Verruf. Mit König Wilhelm III., den die Niederländer verächtlich "König Gorilla" nennen, erreicht das Ansehen der Oranier einen Tiefpunkt. "Worauf man da anspielt, ist sein im mehrfachen Wortsinne grenzüberschreitendes Sexualleben", meint der Historiker Olaf Mörke. Erst als ab 1890 mit der Hessin Emma von Waldeck und Pyrmont Frauen das Ruder im Königshaus übernehmen, wird das ramponierte Image der Dynastie wieder aufpoliert. Dass die Niederländer ihren König Willem-Alexander bei seiner Inthronisierung 2013 begeistert feiern, ist nicht zuletzt der Beliebtheit seiner Vorgängerinnen, der drei Königinnen Wilhelmina, Juliana und Beatrix, zu verdanken.


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