Schlechte Laune gibt es überall auf der Welt. Der bairische Grant aber ist einzigartig. Eigentlich gehört er längst geschützt und auf die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes gesetzt. Die Autoren der Dokumentation gehen dieser These nach und prüfen, ob die Kriterien für eine Aufnahme in dieses Verzeichnis erfüllt sind. Sie machen sich auch auf die Suche nach den großen und kleinen Grantlern im bairischen Sprachraum zwischen München und Wien. Der Grant hat viele Gesichter und noch mehr Masken. Er ist ein illegitimes Kind der bairischen Hochsprache und bedient sich ausgiebig ihres Vokabulars. Und das bis heute, denn Anlässe gibt es nach wie vor reichlich, im Kleinen wie im Großen. Der Grant bietet da eine probate Selbstverteidigungsstrategie für jeden Einzelnen, der sich - meist erfolglos - zur Wehr setzt gegen die Widrigkeiten des Alltags und den unerschütterlichen Zweckoptimismus der Dauerlächler. Als "Blues des Südens" ist der Grant nämlich viel mehr als nur schlechte Laune. Manchmal kommt er düster und pessimistisch daher, renitent oder wütend, ein andermal ist er auftrumpfend-heiter, um dann wieder leise, fast poetisch zu werden. Grant ist eben eine Lebenshaltung, eine Art angewandte bairische Philosophie des Alltags, und somit auch immer Selbstinszenierung - je nach Talent des Grantlers kann das entweder große Oper oder kleines Vorstadttheater sein. Die Zahl bedeutender Grant-Virtuosen unter den Künstlern ist jedenfalls groß: von Karl Valentin über Beppo Brem, Walter Sedlmayr, Gerhard Polt bis zu Franz Xaver Kroetz und anderen. Filmische Beispiele gibt es zuhauf.