Zeitreise - Die Welt im Jahr 1000

Report, Geschichte
Zeitreise - Die Welt im Jahr 1000

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2014
ZDFinfo
Sa., 02.06.
16:30 - 17:15


Was machten eigentlich die Maya, als die Chinesen die Große Mauer bauten? Was die Deutschen, als die Wikinger ein weites Handelsreich etablierten? Die Sendung lädt zum Staunen ein. Um das Jahr 1000 leben in Deutschland 90 Prozent der Bevölkerung auf dem Land. Nur wenige Ortschaften ragen als kleine Inseln aus endlosen Wäldern heraus. Rom ist längst untergegangen. Große Städte sind im Jahr 1000 nicht in Europa zu finden, dafür aber in China. Schon um das Jahr 0 eines der mächtigsten Reiche der Erde, wird das chinesische Kaiserreich um 1000 von einem Modernisierungsschub erfasst. Die Wirtschaft wird revolutioniert, echte, große Metropolen entstehen, die ersten Mega-Citys der Menschheit. In Kaifeng leben bereits knapp eine Million Menschen - die größte Stadt der Welt, in der der Handel dominierte. Möglich gemacht durch die Erfindung des Papiergeldes, das erst 600 Jahre später nach Europa kommen sollte. Dort macht sich zur selben Zeit ein Völkerverbund auf den Weg, Geschichte zu schreiben und ein großes Handelsreich zu gründen: die Wikinger. Meist als brutale Zeitgenossen verschrien, die andere Völker unterjochen, Dörfer und Städte brandschatzen, sind es die Wikinger, die um das Jahr 1000 eine erste, frühe Form der Demokratie begründen, die diesen Namen auch verdient. Und nicht nur das: Im Jahr 1001 ist es ein Wikinger, Leif Eriksson, der als erster Europäer seinen Fuß auf amerikanischen Boden setzt. Nur die Archäologie macht solche Erkenntnisse möglich, denn Schriftliches haben die Wikinger nicht hinterlassen. Sie kannten kein umfassendes Schriftsystem. Die waren damals rar gesät: so die faszinierende Rongorongo-Schrift der abgelegenen Osterinsel. Völlig unbeeinflusst von außen existiert hier bereits um das Jahr 1000 eine Schrift, die bis heute nicht in Gänze entziffert ist. Doch nicht nur die Schriftform der Osterinsel-Bewohner ist einzigartig, sondern auch ihre berühmten riesigen Steinköpfe aus dieser Zeit haben Geschichte geschrieben. Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan entfaltet das Reich von Chichén Itzá um das Jahr 1000 seine größte Ausdehnung, vereint so unterschiedliche Völker wie Tolteken, Maya sowie Einwanderer aus Mexiko. Anders als auf der unzugänglichen Osterinsel belassen es die Menschen im Melting Pot Chichén Itzá nicht bei der Götterverehrung durch riesige Statuen, sondern opfern auch Menschen. Belege dafür fanden Archäologen in unterirdischen Wasserlöchern, den sogenannten Cenotes. Byzanz kannte um das Jahr 1000 keine Menschenopfer, war aber das eigentliche und prächtigste Zentrum der Machtentfaltung in Europa. Selbst die wilden Wikinger waren auf ihren Handels- und Entdeckungsreisen bis in die damals glanzvolle Hauptstadt Konstantinopel gekommen. Im elegantesten und beeindruckendsten Bauwerk des gesamten byzantinischen Reichs, der Hagia Sophia, finden sich die überraschenden Belege dafür, wie weit die damalige Welt bereits zusammengewachsen war: die eingeritzten Runen eines Wikingers. Bei aller Ungleichzeitigkeit der Entwicklung im Jahr 1000 war schon etwas zu spüren, was heute Allgemeinwissen ist: Die Globalisierung der Welt schreitet stetig voran, die ganze Welt wird zu einem Dorf.

Weitere Infos, Sendetermine und Neuigkeiten zu "Terra X" finden Sie hier

Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

WDR Der Jude mit dem Hakenkreuz

Der Jude mit dem Hakenkreuz

Report | 01.06.2018 | 07:50 - 08:20 Uhr
/500
Lesermeinung
ZDF Pharaonensohn Ramose (Sami Alkomi) und Opa Max (Jürgen Mai) bei einer Radtour.

Terra MaX - Bernsteinfieber in der Bronzezeit

Report | 02.06.2018 | 06:00 - 06:20 Uhr
/500
Lesermeinung
HR So war das alte Hessen - Schwalm

So war das alte Hessen - Wiesbaden

Report | 05.06.2018 | 21:45 - 22:15 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Geheimfavorit auf den "Let's Dance"-Sieg: Ingolf Lück mit Tanzpartnerin Ekaterina Leonova.

Mit 14 Tanz-Paarungen ist die RTL-Show "Let's Dance" in die elfte Staffel gestartet. Woche für Woche…  Mehr

Ungewöhnliche Leiche: Thiel und Boerne mit dem toten Pinguin.

"Schlangengrube" ist endlich mal wieder ein guter Münsteraner Tatort – vor allem aber einer mit Abwe…  Mehr

Die Anwältinnen Therese Schwarz (Martina Ebm, links) und Paula Dennstein (Maria Happel) stehen für zwei sehr unterschiedliche Berufsauffassungen.

Ein Film, der in die Welt des Adels entführt: Die ARD-Komödie "Dennstein & Schwarz" erzählt von Ause…  Mehr

Wahrheit oder Pflicht? Gastgeber Hugo Egon Balder lädt fünf Prominente zu einer Zeitreise in ihre Jugend ein.

SAT.1 rotiert zurück in die jugendliche Vergangenheit. Bei "Das große Promi-Flaschendrehen" erinnern…  Mehr

Die erfolgreiche Pariser Anwältin Louise (Alice Belaïdi, rechts) kommt Siras (Claudia Tagbo) illegalen Geschäften mit Asylsuchenden auf die Spur.

Die 35-jährige Afrikanerin Sira unterstützt als Dolmetscherin Asylsuchende, indem sie ihnen zu geset…  Mehr