"Zentralflughafen THF" ist kein Film über Flüchtlinge. Sondern über Gegensätze. Die in den sieben Hangars lebenden Geflüchteten träumen von einem Neuanfang, einem besseren Leben und einem Alltag in Deutschland, während draußen auf dem Feld mindestens so viele Bewohner der Stadt Berlin tagtäglich versuchen, ihrem Alltag zu entkommen, indem sie sich auf den ehemaligen Start- und Landebahnen auf einen Marathon vorbereiten, die ausgefallensten Fortbewegungsmittel ausprobieren und sich zum Spielen und Grillen mit ihren Freunden verabreden. Einige von ihnen träumen sich davon, andere träumen von einer neuen und besseren Stadt. "Zentralflughafen THF" hat diese gegensätzlichen Welten, Lebensrealitäten und Träume über ein Jahr lang dokumentiert. Die Hauptrolle spielt daher der Flughafen selbst, in dessen einzigartiger Architektur mit all ihrer Widersprüchlichkeit sich die Ironie der Geschichte manifestiert wie nie zuvor. Nach und nach werden entdecken die Zuschauerinnen und Zuschauer Tempelhof wie einen Körper, der geduldig zu umfassen versucht, was gegensätzlicher kaum sein könnte. Regisseur Karim Aïnouz porträtiert in "Zentralflughafen THF" zu einem historisch einmaligen Zeitpunkt nicht nur eine Stadt in der Stadt, sondern auch eine europäische Gesellschaft im Ausnahmezustand zwischen Krise und Utopie. So versteht sich "Zentralflughafen THF" auch als eine Bestandsaufnahme unseres Zusammenlebens.