In Mexiko kommt es zu einigen der spektakulärsten Tierwanderungen der Erde. Zahlreiche Tierarten legen Tausende Kilometer zurück, um Zuflucht und Nahrung zu finden, sich fortzupflanzen und ihre Jungen großzuziehen. Im Pazifik, unweit der Halbinsel Baja California, folgen die Kameras der Migration der Grauwale und ihrer Kälber. Sie sind auf dem Weg in nördlichere Gefilde und müssen auf ihrer Reise mit Gefahren rechnen. Ebenfalls entlang der Westküste sorgt ein erhöhtes Planktonaufkommen für Wirbel aus den Tiefen: Eine Schar Riesenmantas und ein Schwarm Pelagischer Furchenkrebse kommen zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche. Näher zum Festland, auf den San-Benito-Inseln, lassen es sich See-Elefanten am Strand gutgehen, die für einige Monate der Kälte Alaskas entkommen. Im Bundesstaat Michoacán kann im Landesinneren eine Wanderung über mehrere aufeinanderfolgende Generationen hinweg beobachtet werden: Ungefähr 90 Millionen Monarchfalter fliegen jeden Sommer in die Waldgebiete der mexikanischen Bergregion. Ihre Nachkommen kehren dann wenig später nach Kanada zurück. Auf der Halbinsel Yucatán wird der Zuschauer Zeuge der beeindruckenden Migration der Rosaflamingos und der Fledermäuse. Währenddessen kehrt die Oliv-Bastardschildkröte an ihren Geburtsstrand an der südpazifischen Küste zurück, um die Eier der nächsten Generation im Sand zu vergraben. Später müssen die frisch geschlüpften Schildkrötenbabys einen heiklen Parcours zum Wasser zurücklegen. In jedem dieser einzigartigen Lebensräume sorgen die Tierwanderungen für frenetische Aktivität. Ob Wal, Schildkröte, Krebs oder Rochen: Jede Tierart Mexikos hat ihre eigene, einzigartige und komplexe Strategie der Ernährung, Fortpflanzung und Überlebenssicherung.