Zwei Königreiche aus Papier

  • Der Wettbewerb der beiden Prunkversessenen erreicht seinen Höhepunkt in der Puppenstube der pelarischen Prinzessin - im Maßstab 1:80.
An ihm operierte Gerhard Bätz mehr als einen Monat mit Pinzette und Lupe. Vergrößern
    Der Wettbewerb der beiden Prunkversessenen erreicht seinen Höhepunkt in der Puppenstube der pelarischen Prinzessin - im Maßstab 1:80. An ihm operierte Gerhard Bätz mehr als einen Monat mit Pinzette und Lupe.
    Fotoquelle: MDR/Ria Weber
  • Auf den Krieg folgte der Prunk: Die Schlösser aus Papier und Gips sind wie eine  kleine Version von Versailles. Hier Manfred Kiedorf an seiner Hauptresidenz. Vergrößern
    Auf den Krieg folgte der Prunk: Die Schlösser aus Papier und Gips sind wie eine kleine Version von Versailles. Hier Manfred Kiedorf an seiner Hauptresidenz.
    Fotoquelle: MDR/Ria Weber
  • Waren die Kanonenkugeln verballert, wurde mit Reiskörnern aus Strohhalmen scharf geschossen. Vergrößern
    Waren die Kanonenkugeln verballert, wurde mit Reiskörnern aus Strohhalmen scharf geschossen.
    Fotoquelle: MDR/Ria Weber
  • Zunächst aber wurden erst einmal Soldaten selbstgebaut und Mini-Kanonen mit echten Kugeln gegossen. Familienmitglieder von Gerhard Bätz und Manfred Kiedorf trugen in den Zeiten des Schlachtenrummels so manchen blauen Fleck davon. Vergrößern
    Zunächst aber wurden erst einmal Soldaten selbstgebaut und Mini-Kanonen mit echten Kugeln gegossen. Familienmitglieder von Gerhard Bätz und Manfred Kiedorf trugen in den Zeiten des Schlachtenrummels so manchen blauen Fleck davon.
    Fotoquelle: MDR/Ria Weber
  • Der Sekretär der Prinzessin Talophe von Pelarien. Seine Geheimfächer lassen sich von Menschenhand nur mit einer Pinzette öffnen. Das Möbelstück stammt aus der Schöpferwerkstatt von Gerhard Bätz. Vergrößern
    Der Sekretär der Prinzessin Talophe von Pelarien. Seine Geheimfächer lassen sich von Menschenhand nur mit einer Pinzette öffnen. Das Möbelstück stammt aus der Schöpferwerkstatt von Gerhard Bätz.
    Fotoquelle: MDR/Ria Weber
  • Jeder Bewohner der Königreiche hat seine eigene Geschichte. Diese hier, Tulde von Geifermeier wird von den Männern beider Reiche angebetet. Vergrößern
    Jeder Bewohner der Königreiche hat seine eigene Geschichte. Diese hier, Tulde von Geifermeier wird von den Männern beider Reiche angebetet.
    Fotoquelle: MDR/Ria Weber
Report, Dokumentation
Zwei Königreiche aus Papier

MDR
Di., 17.07.
20:45 - 21:15
Die Miniaturwelten in Rudolstadt


Die graue Tristesse im Sozialismus focht sie nicht an: Nach der täglichen Arbeit zum Wohl des Volkes zogen sich der Sonneberger Gerhard Bätz und der Berliner Manfred Kiedorf in den Absolutismus zurück. Aus Papier, Gips und Pinsel und Goldfarbe bauten sie sich ihre eigene prächtige Miniaturwelt: Pelarien und Dyonien, zwei Königreiche im Maßstab 1:50. Die Prunksucht der beiden Künstler begann in den 50ern unter der gemeinsamen Schulbank in Thüringen. Dort bekriegten sie sich mit Halmasteinen und selbst gebauten Mini-Kanonen aus Blei. Die künstlerische "Fehde" hielt über ein halbes Jahrhundert an und weitete sich ins Meisterhafte aus. Ihre zahlreichen Schlösser sind eine detailgetreue klitzekleine Nachbildung des fürstlichen Lebens im Rokoko. Rokoko en miniature! Vom venezianischen Kronleuchter im Ballsaal, dem Gemälde der Königin, einem Schäferstündchen des Fürsten bis zur Ohrfeige für den Küchenjungen - alles wird gezeigt und erzählt. Die Inspiration lieferten sich beide in tausenden Briefen, in Geheimsprache, damit sie als "Royalisten" nicht auffliegen. Mit witzigen Bauplänen, Detailzeichnungen und fortlaufenden Geschichten wichtiger Figuren "bei Hofe", mit Revolution und Konterrevolution, Renovierung und Umbau bauten sie unermüdlich an ihren Königreichen. Das Gesamtkunstwerk ist seit 2007 in der Hofküche der Heidecksburg in Rudolstadt zu sehen. Nun wird ein neues Hoftheater dem Ganzen die Krone aufsetzen - Musonien. Aber es ist das unweigerlich letzte Schloss: Manfred Kiedorf ist 2015 verstorben und Gerhard Bätz hat mit schwindender Sehkraft die Lust am Prunk verloren. Auf der Rudolstädter Heidecksburg werden ihre Kunstwerke aber für immer zu sehen sein.


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