Zwei Königreiche aus Papier

Report, Dokumentation
Zwei Königreiche aus Papier

MDR
Mi., 18.07.
02:10 - 02:40
Die Miniaturwelten in Rudolstadt


Die graue Tristesse im Sozialismus focht sie nicht an: Nach der täglichen Arbeit zum Wohl des Volkes zogen sich der Sonneberger Gerhard Bätz und der Berliner Manfred Kiedorf in den Absolutismus zurück. Aus Papier, Gips und Pinsel und Goldfarbe bauten sie sich ihre eigene prächtige Miniaturwelt: Pelarien und Dyonien, zwei Königreiche im Maßstab 1:50. Die Prunksucht der beiden Künstler begann in den 50ern unter der gemeinsamen Schulbank in Thüringen. Dort bekriegten sie sich mit Halmasteinen und selbst gebauten Mini-Kanonen aus Blei. Die künstlerische "Fehde" hielt über ein halbes Jahrhundert an und weitete sich ins Meisterhafte aus. Ihre zahlreichen Schlösser sind eine detailgetreue klitzekleine Nachbildung des fürstlichen Lebens im Rokoko. Rokoko en miniature! Vom venezianischen Kronleuchter im Ballsaal, dem Gemälde der Königin, einem Schäferstündchen des Fürsten bis zur Ohrfeige für den Küchenjungen - alles wird gezeigt und erzählt. Die Inspiration lieferten sich beide in tausenden Briefen, in Geheimsprache, damit sie als "Royalisten" nicht auffliegen. Mit witzigen Bauplänen, Detailzeichnungen und fortlaufenden Geschichten wichtiger Figuren "bei Hofe", mit Revolution und Konterrevolution, Renovierung und Umbau bauten sie unermüdlich an ihren Königreichen. Das Gesamtkunstwerk ist seit 2007 in der Hofküche der Heidecksburg in Rudolstadt zu sehen. Nun wird ein neues Hoftheater dem Ganzen die Krone aufsetzen - Musonien. Aber es ist das unweigerlich letzte Schloss: Manfred Kiedorf ist 2015 verstorben und Gerhard Bätz hat mit schwindender Sehkraft die Lust am Prunk verloren. Auf der Rudolstädter Heidecksburg werden ihre Kunstwerke aber für immer zu sehen sein.


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