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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 18.01.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Vom Neandertaler-Dress zum Kunstpelzkragen: Kulturgeschichte des Pelzes

Der Pelz als Kleidung ist untrennbar mit dem Menschen verbunden. Obwohl moralisch höchst umstritten: Von der Steinzeit bis heute ist kulturgeschichtlich keine Krise des Pelzes nachweisbar. Und wirtschaftlich? Der Jahresumsatz mit Pelzen in Deutschland liegt heute bei reichlich einer Milliarde Euro. Was macht den Pelz über Jahrtausende so wertvoll? Ist es seine vor Wettern schützende Funktion oder sind es seine Insignien als Statussymbol? Von Ötzi bis zur Fashion Week, von Dürers Pelz zur Venus im Pelz … Wir haben mit dem Kulturhistoriker Prof. Philipp Zitzlsperger gesprochen und es gibt einige pikante Details zu diesem, in der Wissenschaft arg vernachlässigten, Thema.

Das Münchner Abkommen von 1938 als packender Politthriller

Der britische Bestseller-Autor Robert Harris, der einst als BBC-Journalist arbeitete, widmet sich in seinem gerade erschienen Roman "München" einem traumatischen Punkt in der europäischen Geschichte: Akribisch hat der 60-jährige Brite recherchiert, was damals in jenen letzten Septembertagen passierte, als Chamberlain, Daladier und Mussolini nach München reisten, um Hitler von einem Überfall auf Tschechien abzuhalten und so den großen Krieg in Europa zu verhindern. Vor dieser historischen Kulisse erzählt Robert Harris die fiktive Geschichte von zwei Männern, einem britischen und einem deutschen Diplomaten, die sich aus gemeinsamen Studientagen kennen und nun in Hitlers und Chamberlains Delegationen mitreisen und den kommenden Krieg abwenden wollen.
Robert Harris gelingt mit seinem Roman zum einen eine packende Spionagegeschichte, die clever zwischen historischer Realität und Fiktion pendelt und die Frage stellt, ob es Alternativen zum Gang der Dinge gab, ob Geschichte vorbestimmt ist oder eben doch von Zufällen beeinflusst werden kann. Zum anderen schafft Harris mit seinem Roman eine Nahaufnahme der Ereignisse und Personen. Am Morgen der Abreise fährt Chamberlain in Hitlers Wohnung zu einem persönlichen Gespräch - ein Treffen, das wirklich stattgefunden hat. Eine der Szenen in diesem perfekt inszenierten Roman.
Robert Harris will mit seinem Buch auch das Bild von Chamberlain korrigieren, als dem schwachen Staatsmann, der Hitler auf den Leim gegangen sei und mit einer Appeasement-Politik eine Mitschuld am Ausbruch des II. Weltkrieges auf sich geladen habe.
Wir haben Robert Harris in München am Ort des historischen Geschehens, in Hitlers damaligem Arbeitszimmer, getroffen und mit ihm über sein Buch gesprochen und auch die Frage gestellt, was sein Roman mit dem heutigen Europa und Großbritannien zu tun hat.

Der Freiberger Stadtchor in der New Yorker Carnegie Hall

In Freiberg glaubt man zunächst an einen Witz: Der Stadtchor in der Carnegie Hall? Wo einst Weltstars wie Luciano Pavarotti oder Maria Callas sangen, sollen Hobbymusiker aus Sachsen auftreten? Ausgewählt wurde der Freiberger Chor von einer amerikanischen Konzertagentur mit dem wohlklingenden Namen: "Distinguished Concerts International New York". Nach hektischem Treiben und etlichen Telefonaten stellt sich heraus: Das ist kein Irrtum. Und so kommt es, dass am 15. Januar tatsächlich 60 Freiberger die ehrwürdige New Yorker Halle betraten und das Werk "The Armed Man - a Mass for Peace" des walisischen Komponisten Karl Jenkins anstimmten - gemeinsam mit 300 anderen Sängern aus aller Welt. Ein Kamerateam hat die Vorbereitungen und den Auftritt begleitet.

"Die Anfängerin" im Kino

"Die Anfängerin" ist fast Sechzig, als sie sich Schlittschuhe anzieht und nach der Devise "es ist nie zu spät" die ersten unsicheren Schritte auf dem Eis wagt. Sie heißt Annebärbel, ist Ärztin, kinderlos und gerade von ihrem Mann verlassen worden. Eher zufällig entdeckt sie eines Abends Männer und Frauen in ihrem Alter, die ausgelassen in einer Eishalle zusammen Schlittschuh laufen. Erinnerungen an den eigenen Kindheitstraum vom Eiskunstlaufen werden geweckt, der Wunsch, es einfach noch einmal zu versuchen. Die Regisseurin Alexandra Sell erzählt in ihrem Spielfilmdebüt von einem späten Ausbruch aus einem eingefahrenen Leben, dem schwierigen Verhältnis zwischen Tochter und dominanter Mutter, gespielt von Ulrike Krumbiegel und Annekathrin Bürger. Für einen Gastauftritt innerhalb des Films kehrte die ehemalige Weltmeisterin Christine Stüber-Errath aufs Eis zurück. Der Film kommt am 18. Januar ins Kino.

Kulturkalender

- Die Ausstellung zum 10. Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung zeigt ab 18. Januar im Kunsthaus Meyenburg einen Querschnitt durch die aktuelle Grafikkunst-Szene in Deutschland.
- "Aida" hat am 20. Januar in der Oper Halle Premiere.
- "David Hockney in der Royal Academy of Arts" heißt der erste Film der fünften Staffel der Dokumentarfilmreihe "Exhibition on Screen" - Kinostart ist am 21. Januar.



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