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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 15.02.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

"Unterwegs in Nordkorea - eine Gratwanderung" - das neue Buch von Rüdiger Frank

Spanien, Italien, Österreich - und klar, die Ostsee: Das waren in den vergangenen Jahren die beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Ein Land taucht in dieser Liste verlässlich und nicht ganz unüberraschend am hinteren Ende der Skala auf: Nordkorea - vermutlich, weil Bilder von Militärparaden und Berichte von unerträglichen Lebensbedingungen im Land auf westliche Urlauber nicht sonderlich einladend wirken. "Wer trotz aller Bedenken dorthin fährt, erlebt Menschen, die eine Menge Humor haben und auch zur Selbstironie fähig sind.", schreibt Rüdiger Frank ins seinem Buch "Unterwegs in Nordkorea - Eine Gratwanderung". Der aus Leipzig stammende Ostasienwissenschaftler berät internationale Organisationen und Regierungen in Korea-Fragen, hat das Land wie kaum ein anderer bereist und betreut seit längerem selbst westliche Touristengruppen dort. Sein Buch ist kein Nordkorea-Reiseführer, sondern mehr eine Handreichung für Interessierte und Reisewillige, zusammengestellt aus Informationsschnipseln und Quellen, die der Autor in über drei Jahrzehnten Recherche zusammengetragen hat. Franks Buch beschönigt nichts, aber es entlarvt so manches Klischee über ein unentdecktes Reiseland.

Görlitz: "Die Raubkunst"- Ausstellung aus dem eigenen Archiv

Woran die meisten größeren Museen noch lange arbeiten werden, hat Görlitz bereits geschafft: Die Selbstverpflichtung gemäß der Washingtoner Erklärung von 1998 ist erfüllt. Darin hatten sich 44 Staaten verständigt, von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Kunstwerke zu identifizieren, Alteigentümer und Erben ausfindig zu machen und mit diesen eine gerechte und faire Lösung zu finden. Görlitz ist eine Stadt mit großer jüdischer Tradition. Bereits seit den 1990er Jahren war bekannt, dass die Bestände einiger Museen hier während der Zeit des Nationalsozialismus zum Teil unter unrechtmäßigen Umständen erweitert worden sind. Kunstwerke aus jüdischen Privatsammlungen kamen hinzu, deren Eigentümer von den Nationalsozialisten enteignet, aus dem Land getrieben oder umgebracht worden waren. In den Jahren 2016 und 2017 konnte eine systematische Erforschung der städtischen Archive erfolgen und diese Werke konnten identifiziert werden. Erstmals in Mitteldeutschland werden nun Reproduktionen und Originale von restituierter Raubkunst ausgestellt - womit ein wichtiges Kapitel der jüngsten Museumsgeschichte abgeschlossen ist.

Hollywoods Antwort auf Trump - Meryl Streep und Tom Hanks im Film "Die Verlegerin"

Es geht um die Freiheit der Presse, um die Gleichberechtigung der Frauen und um die Unabhängigkeit der Justiz. Der Spielfilm "Die Verlegerin" behandelt große Themen der heutigen USA, man kann ihn als Hollywoods Kommentar zu Trump und "Fake News" sehen. Dabei ist die Geschichte, die der Film erzählt, über 45 Jahre alt: 1971 gibt ein Whistleblower eine geheime Studie des Verteidigungsministeriums an die Presse, die sogenannten "Pentagon Papers". Sie belegen, dass die Strategie der US-Regierung im Vietnam-Krieg gescheitert ist und die Bevölkerung darüber belogen wird. Verlegerin Katherine Graham, im Film gespielt von der wunderbaren Meryl Streep, muss entscheiden, ob ihre "Washington Post" Teile der Papiere veröffentlicht. Obwohl sie befürchten muss, wegen Geheimnisverrat vor Gericht zu landen. "Die Verlegerin" kommt am 22. Februar in die Kinos. "artour" spricht mit Regisseur Steven Spielberg und den Hauptdarstellern Meryl Streep und Tom Hanks über die "Pentagon Papers" und das hohe Gut der Pressefreiheit.

Romanvorstellung "Die grüne Grenze" von Isabel Fargo Cole

In einem Kurzbesuch in Deutschland sah die Amerikanerin Isabel Fargo Cole 1987 zum ersten Mal die Mauer von Westberlin aus. Sie wollte wissen wie es dahinter war, wie man in der DDR lebte. Mitte der 90 er Jahre kam sie dann auf Dauer nach Deutschland, studierte neue deutsche Literatur, übersetzte Fühmann und Hilbig ins Englische und recherchierte. Ihr Romandebüt "Die grüne Grenze", das Ergebnis dieser Recherche, ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert. Ein DDR-Künstlerehepaar zieht Anfang der 70er Jahre von Berlin in den Harz nach Sorge. Sie bekommen ein Kind und leben im Sperrgebiet, mitten im Niemandsland. "Immerhin ist die Grenze hier grün und nicht grau.", schreibt die Autorin. Aus dieser Versuchsanordnung entwickelt die Isabel Fargo Cole eine Art Innenansicht. Sie spiegelt die politischen Verhältnisse der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Leben einer Kleinfamilie. artour stellt das Buch vor.

Rasmussen - der Motorradkönig von Zschopau

Vom "Arschwärmer", einem Fahrrad mit Hilfsmotor, zum größten Rennstall und der größten Motorradfabrik der Welt: Das ist die Erfolgsgeschichte von DKW und Jörgen Skafte Rasmussen. Er ließ erstmals in Deutschland am Fließband produzieren und er führte die Ratenzahlung ein. In den 20er Jahren war das eine Sensation: Arbeiter konnten sich ein Motorrad leisten. Ob nun "Dampf-Kraft-Wagen" oder "Das kleine Wunder", die Marke DKW hat seit den 1920er Jahren Weltruf. Nirgendwo laufen in dieser Zeit mehr Motorräder vom Band, als in Zschopau. Ein kurzer Blick zurück - auf die erstaunliche und tragisch endende Karriere von Jörgen Skafte Rasmussen.

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