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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 24.05.
22:10 - 22:40


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Film "Sympathisanten - Unser Deutscher Herbst"

In den 1970er Jahren ist die politische Stimmung in Deutschland auf dem Siedepunkt, viele Künstler und Intellektuelle werden, teilweise zu Unrecht, aufgrund ihrer politischen Haltung als Sympathisanten der Roten Armee Fraktion (RAF) und ihrer Taten abgestempelt. In "Sympathisanten - Unser Deutscher Herbst" wird der Versuch unternommen, sich diesen Menschen und dem sogenannten Deutschen Herbst, der sich 2017 zum 40. Mal jährte, als Familiengeschichte, Filmgeschichte und Gesellschaftsportrait anzunähern. Dafür führt Regisseur Felix Moeller Gespräche mit seiner Mutter Margarethe von Trotta, seinem Stiefvater Volker Schlöndorff sowie weiteren Zeitzeugen und bekannten Namen wie Daniel Cohn-Bendit, Peter Schneider, René Böll, Christof Wackernagel, Marius Müller-Westernhagen und Karl-Heinz Dellwo. Ein persönlicher Blick auf ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte.

Lebenslauf Uwe Steimle "Heimatforscher und Störenfried"

Wenn die Stadt Dresden auf dem Neumarkt ein "Denkmal für den permanenten Neuanfang" postiert, taucht Uwe Steimle dort mit einer Attrappe des seit vielen Jahren ruinösen Dresdner Fernsehturms auf. Wenn in der Galerie Neue Meister in Dresden ostdeutsche Klassiker nach und nach abgehängt werden, schlägt der Künstler Alarm. Uwe Steimle fühlt sich berufen als inoffizieller Ostbeauftragter und meldet sich zu Wort, wenn er das Ansehen seiner Heimat gefährdet sieht - und das gerne auf Sächsisch. Die Mundart ist zum Markenzeichen des Kabarettisten geworden.
Steimle wurde 1963 in Dresden als Arbeiterkind geboren, darauf legt er Wert. Er lernte Industrieschmied und ging anschließend nach Leipzig auf die Schauspielschule. Er trat im Dresdner Kabarett "Herkuleskeule" auf und wurde als Schweriner "Polizeiruf"-Kommissar Jens Hinrichs deutschlandweit bekannt. In jüngster Zeit polarisiert Uwe Steimle vor allem mit seinen politischen Ansichten. Filmemacher Jens-Uwe Korsowsky setzt sich mit dem streitbaren Zeitgenossen auseinander.

Circus Sarrasani. The Greatest Show on Earth - ein Abend von und mit Rainald Grebe im Schauspiel Dresden

Jahrelang gab es für viele nichts Aufregenderes als einen Zirkusbesuch. Menschen aller Stände, Klassen und Schichten strömten auf der Suche nach dem wohligen Schauer hinter sicheren Gittern, dem atemlosen Staunen über waghalsige Salti und der hemmungslosen Heiterkeit der Clowns in das Rund der Arena. Keiner, der je dort war, konnte den Geruch von Sägespänen, Tieren, Schweiß und Popcorn vergessen; keiner die Erwartung, gerade heute den ungeheuerlichsten Attraktionen aus den entlegensten Orten der Welt zu begegnen. Live, handgemacht, ohne Netz und doppelten Boden!
Zu jenen magischen Orten der Unterhaltung gehörte der Circus Sarrasani. Um 1900 von Ernst Stosch-Sarrasani in Dresden gegründet, war er bald einer der größten und elegantesten in Europa. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde in der Dresdner Neustadt ein festes Zirkusgebäude errichtet, das "Theater der 5.000". Heute scheint die Zeit des Zirkus zu Ende, nicht nur in Dresden. Die Gründe sind vielfältig. Der Zirkus war Weltausstellung, Völkerschau, Panoptikum und Jahrmarkt. Doch nie galt er als Kunstform, nie erfuhr er staatliche Förderung, immer stak er mittendrin in der Marktwirtschaft. Ein internationales Ding. Ein Riesenunternehmen. Ein Übertreibungsapparat. Rainald Grebe macht sich auf die Suche nach Sarrasani, nach dem verlorenen Zirkus, auf die Suche nach Artisten und Raubtieren, nach U und E. Manege frei für ein Stück Dresden.

Der Zebrastreifen als Kunst? Nicht in Schmalkalden!

Einige Wochen lang machte der dreidimensionale Zebrastreifen von Schmalkalden deutschlandweit Schlagzeilen. Der Bürgermeister der Stadt, Thomas Kaminski, hatte den Streetart-Künstler Alexander Frank beauftragt, den schwebenden Fußgängerüberweg auf die Straße in einem Wohngebiet zu malen. Sofort kam Gegenwehr vom Landratsamt: Dreidimensionale Zebrastreifen sind in der StVO nicht vorgesehen. Daraufhin griff Bürgermeister Kaminski zum rettenden Strohhalm und erklärte den Überweg zum Kunstobjekt. Aber nun kam das endgültige Aus - Anweisung vom Landratsamt - der Zebrastreifen musste übermalt werden. "artour" mit einem Nachruf.

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