artour

Kultur, Magazin
artour

MDR
Do., 19.07.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Rote Brüder in Rathen - Erinnerungen an ein Häuptlings-Gipfeltreffen

Vor genau 80 Jahren wurden im sächsischen Rathen die Karl-May-Festspiele gegründet. Zum Jubiläum erzählen wir eine besondere Geschichte, die sich am 21. Juli genau zum dreißigsten Mal jährt. An diesem Tag fand in Rathen (und im Karl-May-Museum Radebeul) ein Gipfeltreffen der besonderen Art statt: Winnetou Ost traf Winnetou West. Pierre Brice, der West-Häuptling, traf in diesem heißen Sommer seinen roten Bruder im Osten, damals gespielt von Jürgen Haase. Initiiert hatte die Reise Peter Hick als Werbemaßnahme für die Bad Segeberger Karl-May-Festspiele, wo Brice den Winnetou spielte. "artour" rekonstruiert mit den damals Beteiligten, dem Schauspieler Jürgen Haase, dem Ost-Old-Shatterhand Jürgen Polzin und dem heutigen Chef der Störtebeker-Festspiele Ralswiek, Peter Hick, dieses Abenteuer im wilden Osten des Jahres 1988.

Jürgen Kerth - Der Blueskönig aus Erfurt

Seine erste Begegnung mit Musik kam aus dem Äther. Dem Ausnahmegitarristen Jürgen Kerth war seine Berufung wahrlich nicht in die Wiege gelegt. Ein Autodidakt, der nicht nur in der Musik immer seinen eigenen Weg suchte. Einer, der sich ungern von Staatsdoktrin oder Marktwirtschaft beeinflussen ließ. Bei Jürgen Kerth kommt immer alles aus dem Bauch - seine Musik und seine Lebensentscheidungen. Am 19. Juli wird der legendäre Blueser und Philosoph an der Gitarre siebzig Jahre alt. "artour" widmet sich dem eigenwilligen Musiker mit einem Porträt. (Auszug aus: "Lebensläufe. Jürgen Kerth - Der Blueskönig aus Erfurt" am 19.07. um 23:05 Uhr im MDR-Fernsehen)

Lausitzer Seenland - von der Mondlandschaft zur Wassersportoase

Urlaub im Lausitzer Braunkohle-Revier? Vor 30 Jahren wäre das eine Schnapsidee gewesen. Heute gehört die Region zu einem der attraktivsten Ausflugszielen für Deutsche, Polen und Tschechen. Im Lausitzer Seenland ist mit mehr als 20 gefluteten Seen und schiffbaren Kanälen die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas herangewachsen. Und: Aus den einstigen Mondlandschaften der Tagebaue hat sich eine neue Heimat für Mensch und Natur entwickelt. Es gibt viele tatkräftige Menschen, die diesen Wandel vom Bergbau zur Seenlandschaft mitgestalten wollen. "artour" trifft den Surflehrer Klaus Renner, der schon 1987 den Schutzhelm gegen das Surfbrett tauschte und heute eine Wassersportschule leitet, eine Winzerin, die an den Hängen des ehemaligen Tagebaus Wein anbaut und spricht mit dem Amtsleiter Roman Krautz, der unweit des Boxberger Kraftwerks Sachsens größten See zu einer Wassersport-Oase umgestalten will.

Mamma Mia - Here We Go Again

Man nehme: eine Trauminsel im Mittelmeer, ein Großaufgebot an Superstars, ordentlich Kitsch und ein paar der besten Popsongs, die je geschrieben wurden. Das Ergebnis: ein Kino-Megaseller. 600 Millionen Euro spielte der Musicalfilm "Mamma Mia" seit seinem Release 2008 ein. Weltweit tanzte und sang man mit, als Hollywood A-Lister wie Meryl Streep, Colin Firth oder Pierce Brosnan in der Verfilmung des gleichnamigen ABBA-Erfolgsmusicals zu Songs wie "Super Trooper" und "Dancing Queen", nun ja, sangen und tanzten. Dass nicht jede Promi-Stimme schön ist und dass der Plot des Films mehr als nur manchmal gefährlich viel Tiefgang vermissen ließ, daran störten sich offenbar nur die Kino-Kritiker. Denn jetzt, zehn Jahre später, kommt die Fortsetzung ins Kino: "Mamma Mia - Here We Go Again". Wieder die Trauminsel, wieder ABBAs unsterbliche Hits, wieder jede Menge Kitsch und dieses Mal mit sogar noch mehr Stars. Einige von ihnen hat "artour" zum Interview getroffen und spricht mit ihnen über das Erfolgskonzept von "Mamma Mia" und den Pop-Mythos ABBA, der dahinter steht.

Buchtipps zur Sommerzeit (Teil 3)

- Buchtipps zur Sommerzeit (Teil 3)
Melissa Broder: Fische
Nixen sind ja eigentlich tödlich. Singen schön, aber bringen Sturmflut oder gleich Ertrinken. In diesem Buch ist alles andersrum: da bringt ein Meer-Mann die große Liebe. Lucy, frisch getrennt, schwankt zwischen Verzweiflung und Sarkasmus. Und sitzt einsam am Strand von L.A. - als der schöne Schwimmer auftaucht. Eine männliche Nixe. Ein perfekter Liebhaber. Dieser im besten Sinne wunderliche Roman ist das Debüt der Twitter-Ikone und Feministin Melissa Broder. Sehr cool und sehr ungezogen.
Jonathan Balcombe: Was Fische wissen
Kalt, stumm, glitschig, und lächeln kann er auch nicht: Unter allen Wirbeltieren weckt ein Fisch vermutlich die wenigsten Emotionen. Aber glauben Sie mir: Fische sind heillos unterschätzt. Über 30.000 Arten gibt es, Sie unterhalten sich durch Farbwechsel und bauen Nester, lassen sich streicheln, befreunden sich und: sie haben sogar Spaß am Sex. Wie sieht und fühlt ein Fisch die Welt? Das hat der Biologe Jonathan Balcombe erforscht. Und einen funkelnden Reiseführer Unterwasser geschrieben.
Hartmut Lange: An der Prorer Wiek und anderswo. Novellen
Die Ostsee und Rom - in diesen meisterlichen Novellen Orte für die Ewigkeit. Hier liegen die Zeiten übereinander, verschwimmen und manchmal bricht die Vergangenheit ins Heute. Da beschimpft ein romantischer Dichter seine eigene Gedenkstätte, es kehrt eine Jugendstilfrau in ihre marode Villa zurück, und eine Rechtsanwältin steckt im Bann eines Gemäldes. Und das alles auf höchstens 10 Seiten. Hartmut Lange scheucht uns durch die Zeitalter in diesem Buch. Ein leichter Ton - sirrt lange nach.

Kulturkalender

- Kulturarena Jena - Konzert von Asaf Avidan am 31. Juli
- "Thietmars Welt" - Ausstellung im Merseburger Dom und in der Willi Sitte Galerie Merseburg zum 1.000. Todestag von Bischoff Thietmar von Merseburg, noch bis zum 04. November
- "Ins Offene - Fotokunst im Osten Deutschlands seit 1990", Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg in Halle, noch bis zum 16. September



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