artour

Kultur, Magazin
artour

MDR
Do., 16.08.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Das verfilmte Leben des Gerhard Gundermann

Am 21. Juni 1998 starb Gerhard Gundermann. 20 Jahre später hat der Regisseur Andreas Dresen sein Leben verfilmt. "Gundermann" erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt, der träumt und hofft und liebt und kämpft, der SED-Mitglied wird und für die Staatssicherheit arbeitet und der selbst bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Dresens Film ist ein Liebes- und Musikfilm, zugleich ein Drama über Schuld und Verstrickung. Er blickt noch einmal neu auf dieses verschwundene Land DDR und auf das viel zu kurze Leben von Gerhard "Gundi" Gundermann, einen der prägendsten Künstler der Nachwendezeit, im Film gespielt von Alexander Scheer, der alle Lieder selbst eingesungen hat. "artour" hat Hauptdarsteller und Regisseur zum Interview getroffen. Filmstart ist am 23. August.

Die Erinnerungen des Gerhard Gundermann

Anlässlich des 20. Todestages erscheint auch ein Buch im Christoph Links Verlag, herausgegeben von Andreas Leusink: "Gundermann. Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse...". Gerhard Gundermann war Baggerfahrer und Liedermacher, Genosse und Rebell, Offiziersschüler und Befehlsverweigerer. Er drängte immer nach vorn und eckte immer an. Das Buch enthält viele bisher unveröffentlichte Texte und Fotos, Briefe und Erinnerungen, Dokumente und Interviews. Über die bis heute andauernde und von Jahr zu Jahr wachsende Faszination des Sängers aus dem Tagebau spricht "artour" mit dem Herausgeber des Buches, Andreas Leusink, mit dem früheren Musiker-Kollegen Lutz Kerschowski und mit Mitgliedern der "Schauspielbrigade Leipzig", die einmal im Jahr ein neues Gundermannprogramm einstudieren und aufführen.

Carmen la Cubana - der Freiheitskampf der Carmen auf Kuba

Gerade gibt sich der sozialistische Dinosaurier Kuba eine neue Verfassung, unternimmt vorsichtige Schritte in Richtung Demokratie. Weit zurück in die neuere Geschichte, an den Vorabend von Fidel Castros Revolution, führt "Carmen la Cubana" - eine afro-kubanisch-karibische Adaption des legendären Carmen-Stoffs, überhaupt das erste Musical aus Kuba: Liebe, Salsa und Revolte! Der britische Regisseur Christopher Renshaw inszeniert ausschließlich mit kubanischen Schauspielern, Sängern und Musikern. Und der in Havanna lebende Autor Jorge Espinosa Mendoza lässt in Carmens Freiheitskampf - bei Prosper Mérimée und George Bizet endet er bekanntlich tragisch - ein wenig auch das aktuelle Kuba aufscheinen: Ein Land zwischen Stagnation und Bewegung, eine Gesellschaft im Umbruch, auf dem schwierigen Weg in eine Zukunft, die gerade nicht mehr so ganz amerikanisch aussieht wie noch vor dem Amtsantritt von Donald Trump.
Vom 21. bis 26.8. steht "Carmen la Cubana" an der Oper Leipzig auf dem Programm. Vor der Gastspielreise (sie führt bis Dezember 2018 noch nach Frankfurt, Berlin, München und Zürich) konnte "artour" mit dem Ensemble und der temperamentvollen kubanischen "Carmen" Luna Manzanares in Havanna drehen.

50. Jahrestag Prager Frühling

Am 21. August jährt sich der Einmarsch der sowjetischen Panzer, die den Prager Frühling niederschlugen, zum 50. Mal. Der Münchner Historiker Martin Schulze Wessel beleuchtet die Ereignisse in seinem Buch "Der Prager Frühling: Aufbruch in eine neue Welt" nun völlig neu - als tragisches Finale einer Reformepoche, in der der Kommunist Alexander Dubcek unfreiwillig zum Hoffnungsträger wurde. Inwiefern das "menschliche Antlitz", das Dubcek den Ereignissen gab, heute in Tschechien von Politikern instrumentalisiert wird, verrät der tschechische Schriftsteller Jaroslav Rudis.

Kulturkalender

- Kunstfest Weimar (17.8. - 2.9.) - mit Uraufführung "Funkhaus Weimar, mit Nietzsche auf Sendung" - Musiktheater im ehemaligen Funkhaus Weimar (Premiere: 23.8.)
- Ausstellung "Kunst + Kohle. Arbeit und Bergbau in der DDR-Kunst" - bis 16.9. in der Schaltzentrale der Energiefabrik Knappenrode (Ausstellung des Sächsischen Industriemuseums)
- "Mockemalör" - Das Berliner Pop-Trio gibt am 18.8. ein Konzert in der Alten Brauerei Annaberg-Buchholz



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