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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 13.12.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Heinz Bormann - Der Modezar aus Magdeburg

Fast ein Wunder: Ein "kleiner" Schneider verhilft der DDR in den 1950er und 1960er Jahren zu internationaler Anerkennung. Die politische Elite um Walter Ulbricht ist skeptisch, lässt den Mann namens Heinz Bormann jedoch gewähren und vereinnahmt ihn sogar. Eine fast vergessene Geschichte aus Magdeburg.

Das Lindenau-Museum Altenburg und der Geldsegen

Einer der Leuchttürme der thüringischen Kulturlandschaft steht seit vielen Jahren - nun, vielleicht nicht in der Wüste, so doch einsam und weitestgehend abgeschnitten: Das Lindenau-Museum in Altenburg beherbergt mit der Sammlung der Frühitaliener eine der hochkarätigsten Sammlungen der Malerei in Ostdeutschland - als Spezialsammlung, wenn man Berlin und München ausnimmt, ist sie einzigartig in Deutschland. Die Frühitaliener gehören zur Lehrsammlung des Bernhard August Lindenau, der auch mit einer Gipssammlung, mit Grafik und Kunsthandwerk zur kulturellen Erziehung seiner Heimat beitragen wollte. Nun ist klar, damit lockt man heutzutage weder Opa vom Ofen noch Enkel vom Tablet. Die Arbeit des Museums soll nicht unterschätzt werden, doch verglichen mit der Bedeutung, die es haben könnte, haben alle Bemühungen - teilweise durch die Beengung im historischen Haus - wenig gefruchtet.
Der seit zwei Jahren in Lindenau als Direktor amtierende Roland Krischke bekommt nun - innerhalb der nächsten Jahre - insgesamt 48 Millionen Euro, um dies zu ändern. Er setzt auf Popularisierung, will das alte Lindenau-Museum entstauben, die Gipse in ein Nebengebäude stellen und bereitet koordinierte, umfassend kulturgeschichtliche Ausstellungen vor. Da ist - auch wegen der angekündigten Zusammenarbeit mit dem Schloss und anderen Museen - viel frischer Wind zu spüren, der allerdings auch fragen lässt, ob in der Popularisierung die ungeliebte historische Substanz der Lindenau-Idee und vor allem der Frühitaliener nicht doch Einbußen hinnehmen muss? Ein Rück- und Ausblick.

Umweltschutz auf Isländisch: Der Film "Gegen den Strom"

Halla ist scheinbar eine gutherzige Frau, die abgesehen von ihrem Beruf als Chorleiterin zumeist für sich bleibt, aber die 50-Jährige führt ein Doppelleben: In ihrer Freizeit engagiert sie sich unter dem Decknamen "The Woman of the Mountain" als Umweltaktivistin und hat insbesondere der Schwerindustrie in Island den Krieg erklärt. Mit Vandalismus und schließlich sogar Industriesabotage bekämpft sie die Aluminiumhersteller in ihrem Land und kann so tatsächlich die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und einem großen Investor zum Erliegen bringen. Doch dann tritt eine Waise in ihr einsames Leben, als ihr fast schon vergessener Adoptionsantrag auf einmal bewilligt wird. Parallel dazu plant Halla noch eine letzte Aktion, um ihre Heimat zu retten.

Weihnachtslieder ohne Jesus

Bald nun ist Weihnachtszeit und es wird gesungen, dass das Trommelfell wackelt. Die Lautsprecher auf den Weihnachtsmärkten dröhnen wieder viel zu laut vom Christkind, Maria, Weihnachtsmann und Täterätäta. Wieder wird der quasi unauflösliche Widerspruch zwischen der Besinnlichkeit, die die zu feiernde Geburt des Jesus-Kindes eigentlich begleiten sollte, und der Hektik des Konsum- und Geschenke-Wahnsinns die Gemüter aufreiben, und viele werden sich fragen, ob nicht der letzte Rest der christlichen Tradition mit dem Schlitten ins dunkle Tal gerauscht ist.
Dabei ist ein großer Teil der Weihnachtslieder längst dem christlichen Anlass davongeklingelt. Wir vertiefen uns in drei sehr bekannte Weihnachtslieder, die ganz und gar säkular sind - und erzählen deren Geschichte:
"Oh Tannenbaum" - was zunächst ein Liebeslied war, in dem der Tannenbaum als ein Beispiel der Treue herhalten musste - im Unterschied zum untreuen "Mägdelein". Die Melodie musste allerdings oft für Persiflagen herhalten und wurde sogar zur Hymne des U.S. Bundesstaates Maryland.
"Morgen Kinder wird's was geben" ist wiederum ein Schlager aus dem 18. - 19. Jahrhundert und verzichtet bereits auf die Preisung des Jesuskindes. Das Lied beschreibt vielmehr die Vorfreude der lebendigen Erdenkinder auf die zu erwartenden Geschenke. In gewissem Sinne ist es auch ein Vorbote des kommenden Konsumzeitalters. Am Ende des Liedes allerdings werden die gepriesen, denen wirklich zu danken ist: Die Eltern.
Ein Weihnachtslied aus der DDR- Zeit, das in Schulen, Kindergärten, zu Dezemberfeierlichkeiten aller Art in Chören oder in Familien gesungen wurde, soll ebenfalls in das Nachdenken über säkulare Weihnachtslieder einfließen.

Kulturkalender



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