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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 17.01.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

100 Jahre Bauhaus - das Haus Auerbach in Jena

Alles begann 1993 mit einem Inserat in der Zeitung: "W33 Gropius zu verkaufen gegen Gebot". Bei W 33 handelt es sich um die Nummer 33 im Werkverzeichnis des Bauhaus-Gründers Walter Gropius und damit um eines seiner wenigen, tatsächlich realisierten Wohnhausprojekte. Es ist das erste private Wohnhaus im Bauhausstil überhaupt. Hinter der Nummer verbirgt sich das Haus Auerbach in Jena. Barbara Happe und Martin Fischer, die heutigen Bewohner, meldeten sich auf das Inserat und konnten das Haus erwerben. Die Villa hatte Gropius 1924 für das jüdische Ehepaar Anna und Felix Auerbach gebaut. 1933, am 26. Februar, wenige Tage nach dem Machtantritt Adolf Hitlers, nahm sich das Ehepaar in diesem Haus das Leben. Über die Geschichte des Hauses haben Happe und Fischer ein Buch geschrieben: "Haus Auerbach von Walter Gropius mit Adolf Meyer".

Neue Biografie Rosa Luxemburgs zum 100. Jahrestag ihrer Ermordung

Vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919, wurde Rosa Luxemburg ermordet, Ernst Pieper zeichnet in seinem Buch "Rosa Luxemburg - Ein Leben" die Biografie nach. Rosa Luxemburg, 1871 im russischen Teil Polens geboren, gehörte vielen Minderheiten an. Sie kam aus einem jüdischen Elternhaus, perfektionierte erst während ihres Studiums in Zürich die deutsche Sprache, fand mithilfe einer Scheinehe in Deutschland ihre politische Heimat, war auf SPD-Parteitagen die einzige Frau mit einem Doktortitel und engagierte sich als rastlose Kämpferin für die europäische Arbeiterbewegung in nicht weniger als sieben verschiedenen sozialistischen Parteien.

Rückgabe, Leihgabe oder Entschädigung? Die Debatte um koloniale Raubkunst

In den fast 50 deutschen Völkerkundemuseen lagern mehrere hunderttausend Objekte aus der Kolonialzeit. Wertvolle Masken, Skulpturen, Handwerkskunst aus Afrika. Doch ihre Herkunft ist häufig ungewiss. Wurden sie als Hehlerware gekauft, bei Expeditionen erbeutet oder einfach geraubt? Jahrzehntelang wurde darüber geschwiegen. Das öffentliche Interesse gleich null. Doch spätestens seit Staatspräsident Macron die Rückgabe aller Objekte aus Afrika an die Herkunftsländer innerhalb der nächsten 5 Jahre proklamiert hat, scheint sich auch in der deutschen Museumslandschaft etwas zu bewegen.

Der Film "Capernaum - Stadt der Hoffnung"

Regie: Nadine Labaki, Libanon/Frankreich, 2018
Kinostart: 17. Januar 2019
Zain ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt. Der bewegende Film der Regisseurin Nadine Labaki, eine libanesisch-deutsche Co-Produktion aus dem Jahr 2018, erhielt in Cannes den Preis der Jury und startet am 17. Januar in unseren Kinos.



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