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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 21.03.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse - Wer macht das Rennen?

Rundgang am ersten Tag der Leipziger Buchmesse

Auf dem Streifzug durch das turbulente Messegeschehen trifft "artour" den sächsischen Globetrotter Marko Martin, der mit seiner Kuba-Reportage "Das Haus in Habana. Ein Rapport" für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch und Essay nominiert ist, und entdeckt Skurriles und Neues neben den Bestsellern der großen Literaturstars Feridun Zaimoglu, Ingrid Noll und Takis Würger, die bei Lesungen und Autogrammstunden von Fans umringt sind. Warum sind auch sie immer noch aufgeregt in der Geburtsstunde ihrer Bücher auf der Buchmesse?

Woher kommt die große Wut im Osten? Ein Buch sucht nach Antworten

Fremdenfeindlichkeit und Hass auf "den Staat": Verlieren wir den Osten Deutschlands? Ines Geipels Buch "Umkämpfte Zone: Mein Bruder, der Osten und der Hass" sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Es erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit. Verdrängung und Verleugnung prägen die Gesellschaft bis ins Private hinein, wie die Autorin mit der eigenen Familiengeschichte eindrucksvoll erzählt.
Ines Geipel folgt den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte. Seriöse Vergangenheitsbewältigung konnte unter diesen Umständen nicht stattfinden. Vielmehr wurde eine gezielte Vergessenspolitik wirksam, die sich auch in den Familien spiegelte - paradigmatisch sichtbar in der Familiengeschichte der Autorin. Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die "Krypta der Familie" hinab. Verdrängtes und Verleugnetes in der Familie korrespondiert mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die Spuren führen zu unserer nationalen Krise in Deutschland.

Kinder des Kalifats - Der Dokumentarfilm "Of Fathers and Sons"

Wie Kinder radikalisiert werden, wie die Gewalt ihre Seelen vergiftet - das erzählt Talal Derki in seinem Dokumentarfilm "Of Fathers and Sons". Zwei Jahre lang hat der aus Syrien stammende Regisseur das Leben einer radikal-islamischen Familie begleitet. Sein Dokumentarfilm zeigt den Alltag des Clans um Rebellenführer Abu Osama, der davon träumt, ein Kalifat zu errichten, und seine Kinder zu Gotteskriegern erzieht. "Of Fathers and Sons" lief auf über 100 Festivals weltweit und gewann mehr als 20 Preise. In Los Angeles war er für einen Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. Am 21. März kommt der Film in die deutschen Kinos. Wir haben den Regisseur in Berlin getroffen.

Stadt statt Land?

Das Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat eine Studie mit dem Titel "Vereintes Land - drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall" veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass es wirtschaftlich wenig sinnvoll ist, schon jetzt abgehängte ländliche Räume weiter zu fördern. Die Studie schlägt stattdessen vor, sie veröden zu lassen und mehr in die großen Städte zu investieren. Dagegen hagelt es Kritik - von Politikern und jenen, die noch im ländlichen Raum leben. Aber ist der Vorschlag nicht sinnvoll? Haben sich im Laufe der Jahrhunderte nicht immer Gegenden und Landstriche gewandelt, gehört das nicht zwangsläufig zur Entwicklung? Wir sprechen mit dem Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, mit dem Präsidenten des Instituts, Prof. Reint E. Gropp, und mit dem Architekten und Architekturtheoretiker Philipp Oswalt, der sich vor einigen Jahren in einem Projekt mit "Shrinking Cities" - schrumpfenden Städten - beschäftigt hat.

Kulturkalender

- "Dead man walking" - Opernpremiere im Theater Erfurt am 23.3.
- Neues Album "Wir sind die vielen" von Bernadette la Hengst - 17.4. Konzert in Leipziger Moritzbastei
- "Wilfried Heider - Vom Kunstschmied zum Metallgestalter" - Ausstellung anlässlich des 20. Todestags und 80. Geburtstags des Künstlers, Galerie Himmelreich Magdeburg, bis 26.4.



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