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Kultur, Magazin
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MDR
Do., 16.05.
22:05 - 22:35


Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

Thema:

Urfin als Trickfilmheld

"Der Zauberer der Smaragdenstadt" von Alexander Wolkow war nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in der DDR eines der beliebtesten Kinderbücher überhaupt. Wolkow hatte beim Original des Amerikaners Frank Baum, dem "Zauberer von Oz", zunächst tüchtig geklaut - und teilweise sogar die Namen der Figuren übernommen. Doch bald gesellten sich zu Scheuch, dem eisernen Holzfäller und dem feigen Löwen neue Figuren hinzu, die durch weitere fünf Romane abenteuerten. Am beliebtesten war der grimmige Bösewicht Urfin.
Urfin ist nun der Held eines russischen Animationsfilms, der diese Woche auch in die deutschen Kinos kommt. Mit seinen Holzsoldaten erobert er die Smaragdenstadt - und nur ein kleines Mädchen kann das Märchenland vor dem boshaften Kerl retten. Mit den beliebten Zeichnungen von Leonid Wladimirski hat diese Neuverfilmung nicht mehr viel zu tun, vielmehr setzt das Petersburger Trickfilmstudio "Melnitsa" auf den aktuellen Disney-Look - und ist damit international außerordentlich erfolgreich.
Wir sprechen mit der Animationsregisseurin Elena Galdobina über den Erfolg der Wolkow-Bücher und die Schwierigkeiten eines Films, dessen Figuren in die Welt zu tragen - und der Synchronstimme von Urfin, Oliver Kalkofe, über den berühmtesten Bösewicht des Ostens - den er selbst erst auf der Leinwand kennenlernte.
Kinostart des Films "Urfin - der Zauberer von Oz" ist am 16. Mai.

Glen Hansard - neues Album des irischen Singer-Songwriters

Ausgelaugt und erschöpft. So fühlte sich Glen Hansard, als er nach Paris kam, um dort an seinem neuen Album zu arbeiten. Das viele Touren, die oft stundenlangen Konzerte hatten ihren Tribut gefordert. Und doch sollte der irische Sänger ausgerechnet in der französischen Hauptstadt zu neuer Kraft und Kreativität finden. Dank eines schicksalhaften Treffens mit den Khoshravesh-Brüdern, einem iranischen Musikertrio, das er auf einer Party kennenlernte. Er lud die drei Musiker ins Studio ein und warf das Konzept seines Albums kurzerhand über den Haufen. "This Wild Willing" ist das vierte Studioalbum des Dubliner Musikers, der 2007 vor allem mit dem Kinofilm "Once" einem weltweiten Publikum bekannt wurde. Darin spielte er nicht nur die Hauptrolle, sondern sang mit seinem weiblichen Counterpart Markéta Irglová auch eines der wohl schönsten Duette der Filmgeschichte: "Falling Slowly". Der Song wurde 2008 mit dem Oscar prämiert. Und für den ehemaligen Straßenmusiker Hansard begann eine Weltkarriere.
Wenn er nicht gerade mit seiner Band um die Welt reist und eines seiner beeindruckenden Konzerte gibt, lebt der Ire zurückgezogen in einem kleinen, malerischen Nest unweit von Dublin im Kildare County. Dort haben wir ihn besucht, um mit ihm über sein neues Album zu sprechen, über seine Heimat Irland und darüber, warum iranische Weltmusik und irische Folksong wunderbar miteinander harmonieren können. Am 17. und 19. Mai gibt er zwei Konzerte in Berlin.

Porträt der Erfurter Fotografin Nora Klein

Eine heruntergelassene Jalousie. Nur durch ein paar kleine Löcher sieht man Licht. Das Foto ist eines von vielen, das der Krankheit "Depression" ein Bild geben soll. Sie konnte sich Depression nicht vorstellen, also suchte sie nach Bildern, die die Leere, die Einsamkeit zeigen. Es ist eines ihrer essayistischen Langzeitprojekte, an denen sie arbeitet. Daraus ist ein Bildband entstanden und mit einer ihrer Protagonistinnen tourt sie durchs Land und hält Vorträge. Seit 2014 ist Nora Klein wieder in ihrer Heimat, in Erfurt, zu Hause.
Lange war sie unterwegs: Australien, Neuseeland, Südostasien. Sie studierte Fotojournalismus in Hannover und Aarhus. Sie arbeitet für "Die Zeit", für "Der Spiegel" aber auch für "Mens Health". Sie fotografierte im Schlachthof in Schmalkalden, besuchte mit Gerd Harry Lübke Künstler-Ateliers oder dokumentierte im Kyffhäuserkreis das Verschwinden der Menschen. Die Mischung aus Dokumentarfotografie und dem Fotoessay macht neugierig auf Nora Klein. Wir besuchen sie in ihrem Atelier in Erfurt.

Nachruf Doris Day

Eigentlich wollte Doris Day gar nicht Schauspielerin und Sängerin sein. Diese Karriere war eher ein Ausweg. Sie wollte Tänzerin werden. Doch ein Unfall zerstörte diesen Traum. Und eigentlich hieß Doris Day ursprünglich Doris Mary Ann Kappelhoff. Sie gab sich den Künstlernamen Doris Day in Anlehnung an einen ihrer berühmt gewordenen Musik-Hits "Day by Day".
Die Hollywood-Legende wurde mit Filmen wie "Bettgeflüster" bekannt, wo sie an der Seite von Rock Hudson spielte. Ebenso spielte sie in Alfred Hitchcocks "Der Mann, der zu viel wusste", wo sie auch ihr nicht weniger berühmtes, aber von ihr nicht sonderlich geschätztes Lied "Que sera, sera" sang. Sie war die Sauberfrau des Amerikas der 50er und 60er Jahre, doch mit dem Imagewechsel der Frauen im Land und der aufkommenden Frauenbewegung verschwand auch Doris Day Ende der 60er Jahre von der Bildfläche.
Sie erhielt drei Golden Globes als beliebteste Filmschauspielerin und war einmal für den Oscar nominiert. Nach ihrem Karriereende setzte sie sich für den Tierschutz ein und betrieb ein Hotel in Carmel. Am 13. Mai ist Doris Day im Alter von 97 Jahren gestorben.

Kulturkalender

- Hinweis auf Lebensläufe Jan Vogler und Hinweis auf den Start der Musikfestspiele Dresden am 16.5.
- "The Fairy Queen - Ein Sommernachtstraum", Oper von Henry Purcell, Premiere am 18.5. im Theater Erfurt, weitere Vorstellungen am 25.5. & 5.6.
- "Once Again - Eine Liebe in Mumbai", Regie: Kanwal Sethi, Indien/Deutschland/Österreich, Filmstart: 16. Mai 2019



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