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ZDF
Fr., 18.05.
23:00 - 23:45


In dem Kulturmagazin werden vor allem Themen aus den Bereichen Kunst und Politik aufgegriffen. Zusätzlich zu den gezeigten Einspielern sind auch Gespräche mit Personen aus der Kulturszene fester Bestandteil des Programms.

Thema:

Der Dokumentarfilm "Maria by Callas" mit bisher unbekannten Filmaufnahmen

Gibt es 40 Jahre nach ihrem Tod noch etwas Neues über Maria Callas zu entdecken? Der Dokumentarfilm "Maria by Callas" wählt einen neuen Blickwinkel: Wie der Titel schon sagt, erzählt er die Lebensgeschichte der Jahrhundert-Sopranistin in ihren eigenen Worten. Aus Interviews, Gesprächen und Briefen (gelesen von Eva Mattes) entsteht ein intimes, aber nicht indiskretes, bewegendes Porträt. Der Film liefert zwar keine neuen Fakten, dafür aber bisher unbekanntes Filmmaterial und neue Einsichten. Regisseur Tom Volf will aufräumen mit Klischees über die Diva mit dem Ruf der herrischen "Tigerin", die Aufführungen platzen lässt und von der Met wegen ihrer Launen gefeuert wird. Der Film macht deutlich: Der disziplinierten und ehrgeizigen Primadonna assoluta ging es vor allem um ihre Vorstellung von Kunst und die Bedingungen der künstlerischen Arbeit. Ihre Weltkarriere bedeutete auch: kräftezehrende Auftritte, anstrengende Reisen, schlechte Presse und Horden sie verfolgender Paparazzi. Für ihren Ruhm zahlte die Belcanto-Königin einen hohen Preis. Ihre Selbstaussagen zeigen eine zerrissene Frau.

"Kleinhirn an alle" - die Ottografie - Otto Waalkes' Autobiographie

Kalauer und Nonsens, Ostfriesen- und Pimmelwitze: Damit steht Otto Waalkes seit über vierzig Jahren auf der Bühne und gilt nach Loriot und Heinz Erhard als wichtigster Komiker der Republik. Was in seiner jetzt erschienenen Autobiografie "Kleinhirn an alle" deutlich wird: Als Otto Waalkes in den siebziger Jahren seine Karriere begann, hatte seine Art der Komik etwas radikal Anarchistisches. Sie war ein Frontalangriff auf die Ernsthaftigkeit und Biederkeit der Republik und besaß eine geradezu subversiv-politische Dimension. Dabei gebe es zwischen ihm und seiner Bühnenperson keinen großen Unterschied, schreibt er. Der Junge aus dem Emdener Arbeiterviertel Transvaal, der mit Bürgersöhnen aufs Gymnasium ging und schließlich Kunstpädagogik studierte, wurde Komiker, weil ihn sowieso keiner ernst nehmen wollte und weil er die Anerkennung durch das Publikum bis heute liebt, geradezu süchtig danach ist ...

Regisseurin Anta Helena Recke - "Mittelreich" beim Theatertreffen

Die Auseinandersetzung mit Rassismen und der postkoloniale Diskurs erfassen derzeit den Kulturbetrieb - von der Bildenden Kunst, über die Musikszene bis zum Theater. Es geht auch um einen Perspektivwechsel. - Und genau deshalb hat die junge Regisseurin Anta Helena Recke eine bereits existierende Inszenierung der Münchner Kammerspiele "einfach" mal umbesetzt. "Mittelreich", eigentlich ein bayerisches Familienepos mit typisch deutscher Geschichte, wird in ihrer Version ausschließlich von farbigen Schauspielern gespielt. "Schwarzkopie" nennt sie das. Ihr Ziel: Sie möchte mit den Klischees der weißen Mehrheitsgesellschaft brechen. Als eine der '10 bemerkenswertesten Inszenierungen" ist das Stück in diesem Jahr zum Theatertreffen in Berlin eingeladen worden. Regisseurin Anta Helena Recke ist in München geboren und selbst schwarz. Sie weiß, was es bedeutet, wenn die Zuschreibungen über die eigene Hautfarbe von außen kommen und wie es sich anfühlt, wenn man feststellt, dass die meisten Theaterstücke für weiße Menschen geschrieben wurden. aspekte hat sie in München getroffen und bei der Arbeit begleitet.

Pritzker-Preis an Balkrishna Doshi - Indischer Architekt ausgezeichnet

"Behausungen in Wohnungen umwandeln" - diesem Credo fühlte sich der indische Architekt Balkrishna Doshi zeitlebens verpflichtet. Jetzt wird der 91-jährige für sein Gesamtwerk und sein Engagement im sozialen und nachhaltigen Wohnungsbau mit dem Pritzker-Preis 2018 geehrt. Schon in den fünfziger Jahren hat er finanzierbare und menschenwürdige Wohnkonzepte für die unteren Klassen Indiens entwickelt und realisiert. Dazu gehört für ihn ein ganzheitlicher Ansatz, der Architektur mit Stadtplanung, Ökologie, Ressourcenschonung und Kulturerhalt verbindet. Seine Großprojekte wurden anfangs für Utopien gehalten und belächelt. Heute hat eine seiner vielen "Utopien", z.B. im zentralindischen Indore, bezahlbaren Wohn- und Lebensraum für 80.000 Menschen geschaffen und eine intakte, zukunftsweisende Sozialstruktur. Doshi forscht seit Jahrzehnten auf dem Gebiet Stadtplanung und Umweltdesign. Er gilt als einer der einflussreichsten Architekten der Gegenwart.

Welterkunder Georg Forster in Wörlitz - Südsee-Sammlung im Gartenreich Dessau

Es war im Juli 1772, als Georg Forster mit seinem Vater, dem Pastor und Naturforscher Johann Reinhold Forster, auf das Schiff "Resolution" stieg, um mit Captain James Cook die Welt zu umsegeln. Offiziell hatte Cooks zweite von drei Weltreisen die Mission, die Nichtexistenz eines fruchtbaren Südkontinents festzustellen. Insgesamt legten die Forscher 300 000 Kilometer zwischen der Antarktis und Polynesien zurück, fanden 50 Inseln, kartografierten zwei Drittel des Pazifischen Ozeans. Als Vater und Sohn Forster 1775 von ihrer Weltreise mit Cook zurückgekehrt waren, wurde ihr Haus in London zur Pilgerstätte für Verehrer, an die die Forsters bereitwillig Raritäten aus dem Südpazifik verschenkten. Zu ihnen gehörten auch Fürst Franz und Fürstin Luise von Anhalt-Dessau. In ihrem Wörlitzer Park genoss Forster später kurzzeitig ein 'Faullenzerleben'. In Wörlitz entstand ein Südsee-Pavillon für die ethnologischen Artefakte, die Forster mitgebracht hatte. Zum Auftakt des Wörlitzer Georg-Forster-Jahres 2018/19 wird nun dort die erste deutsche Forster-Dauerausstellung eröffnet. Sie zeigt neben Stücken aus der Forster-Sammlung - die teilweise zur Zeit noch restauriert werden - auch viele originale Leihgaben, Gemälde, Zeichnungen, das Bordjournal der Forsters und Cooks Logbuch.



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