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Kultur, Magazin
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ZDF
Fr., 25.01.
23:00 - 23:45


In dem Kulturmagazin werden vor allem Themen aus den Bereichen Kunst und Politik aufgegriffen. Zusätzlich zu den gezeigten Einspielern sind auch Gespräche mit Personen aus der Kulturszene fester Bestandteil des Programms.

Thema:

Roald Amundsens letzte Reise
Neueste Erkenntnisse zum Polarforscher

Am 18. Juni 1928 bricht Roald Amundsen an Bord eines französischen Flugboots zu seiner letzten Reise auf. Auf den Tag genau 25 Jahre nachdem er seine Karriere als Polarforscher begonnen hat. Amundsen beteiligt sich an der Suche nach dem Luftschiff Italia, das auf dem Weg zurück vom Nordpol havariert ist. Es ist eine großherzige Geste: Schließlich stand die 'Italia' unter dem Kommando seines Intimfeinds Umberto Nobile. Der Italiener kann später tatsächlich gerettet werden, Amundsen aber bleibt verschollen. Ist seine Maschine auf dem Weg nach Spitzbergen ins Meer gestürzt? Suchte der alternde Polarforscher womöglich ganz bewusst den Tod? Die norwegische Polarforscherin Monica Kristensen bezweifelt diese Version. In einer dreijährigen Recherche hat sie 'Amundsens letzte Reise' rekonstruiert. Neue Indizien legen nahe: Der berühmte Polarforscher kämpfte womöglich noch wochenlang ums Überleben im ewig Eis.

Holocaust-Überlebende über das Grauen
Erinnerung und Warnung

74 Jahre nach dem Ende des Holocaust haben sich Konrad Rufus Müller, bekannt als Kanzlerfotograf, und seine Kollegin Alexandra Föderl-Schmid, Israel-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung, auf eine Reise durch Israel begeben - auf der Suche nach den Zeugen des Grauens, den Überlebenden. Um deren Geschichten und Gesichter zu verewigen. Sie haben 25 der letzten Holocaust-Überlebenden getroffen und deren ergreifenden Berichte über KZ-Inhaftierungen, gefahrvolle Fluchten und verhinderte Einreisen nach Israel angehört. Nach jedem Gespräch machte Müller seine Fotos: sechs bis acht Mal drückte er den Auslöser. Der handwerkliche Prozess war eine Sache von Minuten. 'Ich möchte die Seele der Menschen nach außen holen', sagt Müller. Als Kind bekam er ein Buch über den Holocaust in die Hand. Er sah Fotos, die ihn schockierten und sein ganzes Leben nicht losließen. Mit seinen Porträts will er die Botschaft der Überlebenden dokumentieren: 'Seht her, wir haben es doch geschafft. Wir sind hier. Hitler ist nicht hier.' Das Projekt, aus dem das Buch 'Unfassbare Wunder' entstanden ist, ist Erinnerung und Warnung - in einer Zeit, in der laut einer aktuellen Studie 40 Prozent in der Altersgruppe von 18-34-Jährigen wenig bis gar nichts vom Holocaust wissen.

Gelbwesten: Revolution in Frankreich?
Literaturstar Édouard Louis klagt an

Als Édouard Louis ('Das Ende von Eddy'; 'Im Herzen der Gewalt') die ersten Fotos der Gelbwesten-Proteste sieht, ist er schockiert: Die Körper erinnern ihn an die Körper seiner Kindheit, leidend, ausgemergelt, gebeugt. Es sind Körper, die in der öffentlichen Wahrnehmung normalerweise unsichtbar bleiben. Körper, wie der seines Vaters, der als Folge eines Fabrikunfalls heute, mit nur 50 Jahren, bereits mehr oder weniger ein Pflegefall ist. 'Wer hat meinen Vater umgebracht', das fünfte Buch und der dritte Roman des gerade erst 26 Jahre alten Franzosen, erscheint diese Woche auf Deutsch. Obwohl es in Frankreich bereits im Frühjahr 2018 - also lange vor Beginn der Proteste - erschien, liest es sich doch fast wie ein Manifest der Gelbwesten. 'Jeder, der eine Gelbweste beleidigte, beleidigte meinen Vater', twitterte Louis denn auch. Selten hat man einen Autor mit solcher Wucht und Dringlichkeit und gleichzeitig mit solcher Schönheit von sozialen Verwerfungen schreiben sehen wie Édouard Louis. aspekte hat ihn in Paris getroffen.
Im Gespräch: Autorin Géraldine Schwarz zu Frankreichs Unterpriviligierten

Musik im Studio

Roman "Schäfchen im Trockenen"
Über Gräben in der Mittelschicht

Wer in Deutschland gerade mal 16.600 Euro im Jahr verdient, gehört zu den 3,5 Prozent der reichsten Menschen der Welt. Doch mit der ganzen Welt vergleicht man sich selten, eher mit denen, die gleich nebenan wohnen - und mit Freunden. Der eigene gesellschaftliche Kosmos, das ist für die 47-jährige Schriftstellerin Anke Stelling und ihre Protagonistin Resi der Prenzlauer Berg in Berlin. Und da geht es ungerecht zu! Beim Wohn-Vergleich wird klar: Jetzt kaufen die, die geerbt haben eine Eigentumswohnung und bleiben in den angesagten Vierteln der Stadt. Die Anderen, auch viele Ossis, sollen doch sehen, wo sie bleiben. Stelling beobachtet und seziert die sie umgebende Welt. Wobei diese Welt sehr klein ist und selbstredend weder Arbeiter noch Migranten mit einschließt. Stellings Wut, mit der sie 'Schäfchen im Trockenen' schreibt, nervt irgendwann: Dauerlamentieren auf hohem Niveau und doch fühlt man sich, wie schon bei ihren vorherigen Büchern selbst ertappt.

Die Künstlerin Karin Sander
Umkehrungen des Gewohnten

Durch kleine Eingriffe verändert Karin Sander unseren Blick auf öffentliche Institutionen und alltägliche Situationen . Ihre am 25. Januar eröffnende Ausstellung 'A-Z' im Berliner Haus am Waldsee - als eine 'umfassende, institutionelle Einzelausstellung' angekündigt - unterstreicht das Spiel der Künstlerin mit den Erwartungen der Besucher. Sander hinterfragt den Ausstellungsbetrieb als solchen: Der 'kleine Eingriff' besteht aus einer Umkehrung des Gewohnten. An den Außenfassaden des ehemaligen Wohnhauses aus den 1920er Jahren hat sie leere Leinwände in Standardformaten installiert, die im Laufe der Ausstellungsdauer Spuren der Verwitterung tragen werden. Im Innenraum sieht man zunächst nichts, außer den frisch renovierten Räumen, einem kleinen Google Earth-3D-Modell des Gebäudes und einem Kinderfoto der Künstlerin sowie kleinen Tafeln, die auf die frühere Funktion der Räume hinweisen ('Kinderzimmer', 'Schlafzimmer', 'Badezimmer'). Daneben dokumentieren frühere Arbeiten von Sander - die schon in den 1990er Jahren im New Yorker MoMA, dem Guggenheim und dem Whitney Museum ausstellte - ihre 'Kunst des Weglassens' und ihr humorvolles, oft auch selbstironisches Werk.



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