Joschka Fischer und der Farbbeutelwurf Auf dem Grünen-Parteitag in Bielefeld im Mai 1999 wurde der damalige Außenminister Joschka Fischer – auf dem Podium sitzend – von einem internen Kritiker mit einem roten Farbbeutel beworfen. Hintergrund war die Zustimmung zum Kosovo-Einsatz der Nato und der deutschen Beteiligung daran. Nicht nur für den Fundi-Flügel bedeutete das Ja zum Kosovo-Einsatz eine tiefgreifende Zäsur. Seit jeher streiten Fundis und Realos über die Ausrichtung der Partei. Der Farbbeutel-Anschlag, durch den Joschka Fischer einen Trommelfell-Riss im rechten Ohr erlitt, bedeutete einen Höhepunkt in der innerparteilichen Auseinandersetzung. Inzwischen – 20 Jahre später – haben sich die Wogen weitestgehend geglättet. Herrscht auf dem Weg zur Macht zwischen den Parteiflügeln ein dauerhafter Burgfrieden? Und entwickeln sich die Grünen inzwischen zu einer echten Volkspartei? Darüber diskutiert Alice Brauner mit der Grünen-Bundestagsabgeordneten Canan Bayram und stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit", Bernd Ulrich.