die nordstory

  • Der Heimathafen der "Saeloer" ist Kappeln an der Schlei. Vergrößern
    Der Heimathafen der "Saeloer" ist Kappeln an der Schlei.
    Fotoquelle: NDR/Karin Henningsen
  • Nach einigen Jahren Erfahrung entscheidet Kapitän Przemyslaw Kurc, wann Vera Steitz auch vier Streifen bekommt. Dann ist sie Kapitän; der höchste Rang an Bord trägt die Verantwortung. Vergrößern
    Nach einigen Jahren Erfahrung entscheidet Kapitän Przemyslaw Kurc, wann Vera Steitz auch vier Streifen bekommt. Dann ist sie Kapitän; der höchste Rang an Bord trägt die Verantwortung.
    Fotoquelle: NDR
  • Reinhild Nießen, Kapitän des Fahrgastschiffes Wega II. Vergrößern
    Reinhild Nießen, Kapitän des Fahrgastschiffes Wega II.
    Fotoquelle: NDR
  • Kapitän Mats Günther (25) vor dem Dämmertörn. Vergrößern
    Kapitän Mats Günther (25) vor dem Dämmertörn.
    Fotoquelle: NDR/Günther Mombächer
  • Die Norwegenroute geht durch Fjorde, umsäumt von schneebedeckten Bergen, auch im Sommer. Vergrößern
    Die Norwegenroute geht durch Fjorde, umsäumt von schneebedeckten Bergen, auch im Sommer.
    Fotoquelle: NDR
  • Das Fahrgastschiff Wega II im Kutterhafen von Fedderwardersiel. Vergrößern
    Das Fahrgastschiff Wega II im Kutterhafen von Fedderwardersiel.
    Fotoquelle: NDR
  • Bis zu 60 Personen können mitfahren (Dämmertörn). Vergrößern
    Bis zu 60 Personen können mitfahren (Dämmertörn).
    Fotoquelle: NDR/Günther Mombächer
  • Vom Schiff aus kann man die Landschaft wunderbar genießen. Vergrößern
    Vom Schiff aus kann man die Landschaft wunderbar genießen.
    Fotoquelle: NDR/Karin Henningsen
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Natur+Reisen, Land und Leute
die nordstory

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2013
NDR
Fr., 20.10.
20:15 - 21:15


Im Mittelpunkt der Sendung stehen Geschichten aus Deutschlands Norden - über interessante Menschen, idyllische Landschaften und beeindruckende Tierwelten.

Thema:

Kapitäne auf kleinen und auf großen Pötten

24 Stunden Stand-by, sieben Tage die Woche, drei Monate am Stück. Dann frei. Wenn sie Glück hat, zwei Monate lang. "Augen auf bei der Berufswahl", zwinkert Vera Steitz aus Rostock, die mit 32 Jahren schon ganz weit oben ist in der Karriereleiter an Bord. Sie ist Staff-Kapitänin, zweitwichtigster Rang an Bord der "AIDAsol", und übernimmt schon oft das Kommando auf der Brücke. Dass sie eine Frau ist, findet Vera wesentlich unwichtiger als die Erkenntnis, dass Mathe doch ganz nützlich sein kann. Eben nichts Abstraktes mehr, wenn man beispielsweise die Zuglast der Taue beim Anlegen des Schiffes berechnen muss. Und in einigen Jahren wird sie es ziemlich sicher auch zur ersten Frau an Bord der Flotte schaffen. Doch jetzt steuert sie erst mal auf ihren Urlaub zu: nach drei Monaten Norwegen mit bis zu 3.000 Menschen pro Route freut sie sich auf ihre Heimatstadt Rostock und: schlafen, schlafen, schlafen. "Bitte Frau Kapitän!", auch Reinhild Nießen findet das Kapitänin und die Genderfrage eher überflüssig. Als junge Frau war sie eine der ersten Schiffsmechanikerinnen Deutschlands, jetzt ist sie Kapitänin an Bord der "Wega 2" in Fedderwardersiel an der Außenweser. Nach vielen Jahren Großer Fahrt auf allen Weltmeeren wollte sie mit ihrem Mann, auch ein Seemann, mehr Regelmäßigkeit ins gemeinsame Leben bringen. Sie kauften kurzerhand ein Fahrgastschiff, die "Wega 2". Reinhild Nießen machte ihr nautisches Patent. Ein Hafen, kurze Touren, das Leben sollte ruhiger werden. Doch im vergangenen Jahr änderte sich alles dramatisch. Ihr Mann starb plötzlich, das Schiff musste verkauft werden. Doch die neue Reederei heuerte Reinhild Nießen an. Und so fährt sie nun wieder als Frau Kapitän auf dem Schiff, das ihr einmal gehört hat. Aber ob und wie es weitergeht, weiß die 60-Jährige noch nicht, während sie in diesem Sommer Tausende von Touristen auf dem Wattenmeer hin und her schippert. Ein Leben ohne Schiff und ohne See ist für Reinhild Nießen nicht vorstellbar. "Alles muss anders werden!", das hatte sich Peter Clarus gesagt, nachdem er die Nase gestrichen voll hatte von einem Leben als Marketingmanager, immer unterwegs in der High Society. Also machte er wagemutig sein Hobby zum Beruf, kaufte sich einen mittlerweile 100 Jahre alten Frachtsegler, der bereits als eine Art schwimmendes Hotel umgebaut war. Die "SÆLØR" verchartert er an alle, die mit ihm als Kapitän segeln wollen. Mitmachen an Bord ist dann Pflicht. Klar, auch für Frau und Kind seines Bootsmannes, die in diesem Sommer von Kappeln nach Farborg in Dänemark mitsegeln. Segel setzen, kochen, Tisch decken, abwaschen werden belohnt mit wunderschönen Aussichten auf die dänische Südküste, romantische Sonnenuntergänge mit gemütlichen Abenden an Bord, bei denen Peter Clarus Anekdoten aus seinem ersten und seinem zweiten Leben erzählt, wobei er den Schritt in Letzteres nie bereut hat. Mats Günther hat wohl gleich alles richtig gemacht. Mit 25 Jahren gehört er zu einer neuen, jungen Generation von Kapitänen zwischen Alster und Elbe. Er steuert das "Alster Cabrio" genauso sicher durch Hamburgs Kanäle wie die Barkassen durch die Speicherstadt oder die sogenannten Bügeleisen durch den Hafen nach Finkenwerder. Mit 17 Jahren eine Lehre zum Hafenschiffer, mit 20 schon auf fast allen Hamburger Fährschiffen als Kapitän unterwegs. Verantwortung für Menschenleben und teure Technik. Auf der Alster gibt es zu Stoßzeiten oft Situationen für Kollisionen. In den Kanälen wird es manchmal so eng, dass er glatt das Obst aus den anliegenden Gärten pflücken könnte. Die Elbe hingegen ist mit ihren Tiden und dicken Pötten ein ganz anderer Schnack, sagt er. Mats hat keinen Rauschebart, keine raue Whiskeystimme, er bedient nur ein Klischee: Uniform muss sein! Und die zieht er nur für sein Hobby aus, das, wie könnte es auch anders sein, nicht ohne Wasser auskommt: SUP, Stand-up-Paddling auf der Alster.



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