die nordstory

  • Ben Lodemann, der Ältermann der Hamburger Elblotsen, hat Schlepper und Decksleute beim Einschwimmen dirigiert. Vergrößern
    Ben Lodemann, der Ältermann der Hamburger Elblotsen, hat Schlepper und Decksleute beim Einschwimmen dirigiert.
    Fotoquelle: NDR/Uli Patzwahl
  • Abschied von Manhattan. Die PEKING wird nach Staten Island geschleppt. Vergrößern
    Abschied von Manhattan. Die PEKING wird nach Staten Island geschleppt.
    Fotoquelle: NDR/Uli Patzwahl
  • Die PEKING: Letzter Abend in New York, am Southstreet Seaport. Vergrößern
    Die PEKING: Letzter Abend in New York, am Southstreet Seaport.
    Fotoquelle: NDR/Uli Patzwahl
  • Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim. Die PEKING nachhause bringen, das ist sein Lebenstraum. Vergrößern
    Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim. Die PEKING nachhause bringen, das ist sein Lebenstraum.
    Fotoquelle: NDR/Uli Patzwahl
  • Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim. Die PEKING nachhause bringen, das ist sein Lebenstraum. Vergrößern
    Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim. Die PEKING nachhause bringen, das ist sein Lebenstraum.
    Fotoquelle: © NDR/Uli Patzwahl
  • Die Hamburger bereiten die Heimfahrt der PEKING vor: Helmut Radebold, Alexandre Poirier, Detlev Löll, Ben Lodemann und Joachim Kaiser (v.l.n.r.). Vergrößern
    Die Hamburger bereiten die Heimfahrt der PEKING vor: Helmut Radebold, Alexandre Poirier, Detlev Löll, Ben Lodemann und Joachim Kaiser (v.l.n.r.).
    Fotoquelle: NDR/Uli Patzwahl
Report, Dokumentation
die nordstory

NDR
Fr., 27.04.
20:15 - 21:15
Die PEKING fährt heim - Vom East River an die Elbe


Durch vier Jahrzehnte Liegezeit am East River gleich neben der Brooklyn Bridge in Manhattan ist der alte Hamburger Großsegler Flying P-Liner "Peking" zum Wahrzeichen in New York geworden. Und nun soll das Schiff dort weg? Die New Yorker Nachbarn sind sprachlos. Joachim Kaiser und Detlev Löll sind aus Hamburg gekommen, um die schwimmende Legende abzuholen. Die Geschichte der "Peking" begann im Jahr 1911. Bei Blohm+Voss wurde die Viermastbark für die Laeisz-Reederei gebaut und über 20 Jahre lang in der für Hamburgs Wachstum so wichtigen Salpeterfahrt eingesetzt. 34 Mal segelte sie um Kap Hoorn, ehe sie 1932 als Schulschiff nach England und 1975, da bereits im Schlepp, zum South Street Seaport Museum nach New York kam. Und jetzt geht es wirklich noch einmal über den Atlantik? Nach 40 Jahren ohne Generalüberholung? Eigentlich undenkbar! Doch bald soll die "Peking" in Hamburg spektakulärer Magnet des zukünftigen Deutschen Hafenmuseums werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hatte im November 2015 die Mittel dafür bereitgestellt. Aber wie soll das Schiff nur an den Ort seines Stapellaufs zurückkommen? Es war doch nahezu schrottreif, ein "Seelenverkäufer" am Kai. Zunächst muss der Segler auf eigenem Kiel von Manhattan nach Staten Island über die New Yorker Upper Bay in die Werft gegenüber. Dazu sind zwei Spezialisten aus Hamburg gekommen: Joachim Kaiser und Detlev Löll gehen unter Deck, sichten die Schätze und Schwachstellen, denn die "Peking" hat mehr als ein Leck. Aber wenn der Wind nicht zu stark wird, die Fahrt nicht zu lange dauert, dann sollte sie zumindest auf den paar Seemeilen nicht kentern. Auf der Caddell-Werft in Staten Island wird die "alte Dame" abgetakelt. Jetzt sind es die Werftarbeiter aus Puerto Rico, die schweißen und staunen: Das marode Schiff soll tatsächlich zurück nach Deutschland? Geht das gut? Über Monate wird aufgeräumt und ausgemistet, genug Zeit, um mit dem Schiff Freundschaft zu schließen. Dann wartet das Dockschiff. Die "Combi Dock III" von der Bremer COMBI LIFT Reederei liegt in der Upper Bay, bereit, den alten Segler aufzunehmen. Die Bremer Ingenieure und Hamburger Schiffbauer überlegen jetzt gemeinsam, wie das Schiff-ins-Schiff eingeschwommen, wie es atlantikfest gesichert werden kann. Joachim Kaiser wird die Atlantikpassage begleiten und lässt die "Peking" nicht mehr aus den Augen. Aber es ist der ukrainische Kapitän der "Combi Dock III", Dmytro Poteshkin, der die Verantwortung auf dem Ozean hat. Auch für ihn ist dieser Transport eine Herzensangelegenheit, kommt er doch aus der ukrainischen Seefahrtshauptstadt Cherson und hat sein Handwerk auf der "Towarischtsch", der ehemaligen "Gorch Fock I" gelernt. Auch auf der Fahrt über den Atlantik ist der NDR dabei. Die "Combi Dock III" weicht mit ihrer kostbaren Fracht erfolgreich jeder schweren Dünung, allen ungünstigen Winden aus, die "Peking" wird wie ein Augapfel von der ganzen Crew gehütet und erreicht am 30. Juli 2017 die Elbmündung, zum ersten Mal seit 1932. Als sie auf eigenem Kiel in die Peters Werft in Wewelsfleth überführt wird, sind viele Menschen aus Norddeutschland dabei. Mit dem Mastenziehen beginnt die Restaurierung in der Peters Werft, dann wird die "Peking" in eine Art Privatgarage gezogen, sie bekommt für bis zu zwei Jahre ein Dock und ein Dach. Und jetzt geht es eigentlich erst richtig los: Das marode Holz des Oberdecks kommt heraus, der Rumpf und die Stahlträger werden vom Rost befreit, bis nur noch ein Gerippe übrig bleibt. Und jeden Dienstag kommen Joachim Kaiser und Detlev Löll und gucken, was mit der "Peking" passiert. Die "Peking" war, so schien es, nur noch reif für den Hochofen. Mit dem jüngsten Kapitel, mit der Heimkehr nach Deutschland findet eine geradezu märchenhafte Geschichte ihre Fortsetzung.

Thema:

Die PEKING fährt heim - Vom East River an die Elbe

Durch vier Jahrzehnte Liegezeit am East River gleich neben der Brooklyn Bridge in Manhattan ist der alte Hamburger Großsegler Flying P-Liner "Peking" zum Wahrzeichen in New York geworden. Und nun soll das Schiff dort weg? Die New Yorker Nachbarn sind sprachlos. Joachim Kaiser und Detlev Löll sind aus Hamburg gekommen, um die schwimmende Legende abzuholen. Die Geschichte der "Peking" begann im Jahr 1911. Bei Blohm+Voss wurde die Viermastbark für die Laeisz-Reederei gebaut und über 20 Jahre lang in der für Hamburgs Wachstum so wichtigen Salpeterfahrt eingesetzt. 34 Mal segelte sie um Kap Hoorn, ehe sie 1932 als Schulschiff nach England und 1975, da bereits im Schlepp, zum South Street Seaport Museum nach New York kam. Und jetzt geht es wirklich noch einmal über den Atlantik? Nach 40 Jahren ohne Generalüberholung? Eigentlich undenkbar! Doch bald soll die "Peking" in Hamburg spektakulärer Magnet des zukünftigen Deutschen Hafenmuseums werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hatte im November 2015 die Mittel dafür bereitgestellt. Aber wie soll das Schiff nur an den Ort seines Stapellaufs zurückkommen? Es war doch nahezu schrottreif, ein "Seelenverkäufer" am Kai. Zunächst muss der Segler auf eigenem Kiel von Manhattan nach Staten Island über die New Yorker Upper Bay in die Werft gegenüber. Dazu sind zwei Spezialisten aus Hamburg gekommen: Joachim Kaiser und Detlev Löll gehen unter Deck, sichten die Schätze und Schwachstellen, denn die "Peking" hat mehr als ein Leck. Aber wenn der Wind nicht zu stark wird, die Fahrt nicht zu lange dauert, dann sollte sie zumindest auf den paar Seemeilen nicht kentern. Auf der Caddell-Werft in Staten Island wird die "alte Dame" abgetakelt. Jetzt sind es die Werftarbeiter aus Puerto Rico, die schweißen und staunen: Das marode Schiff soll tatsächlich zurück nach Deutschland? Geht das gut? Über Monate wird aufgeräumt und ausgemistet, genug Zeit, um mit dem Schiff Freundschaft zu schließen. Dann wartet das Dockschiff. Die "Combi Dock III" von der Bremer COMBI LIFT Reederei liegt in der Upper Bay, bereit, den alten Segler aufzunehmen. Die Bremer Ingenieure und Hamburger Schiffbauer überlegen jetzt gemeinsam, wie das Schiff-ins-Schiff eingeschwommen, wie es atlantikfest gesichert werden kann. Joachim Kaiser wird die Atlantikpassage begleiten und lässt die "Peking" nicht mehr aus den Augen. Aber es ist der ukrainische Kapitän der "Combi Dock III", Dmytro Poteshkin, der die Verantwortung auf dem Ozean hat. Auch für ihn ist dieser Transport eine Herzensangelegenheit, kommt er doch aus der ukrainischen Seefahrtshauptstadt Cherson und hat sein Handwerk auf der "Towarischtsch", der ehemaligen "Gorch Fock I" gelernt. Auch auf der Fahrt über den Atlantik ist der NDR dabei. Die "Combi Dock III" weicht mit ihrer kostbaren Fracht erfolgreich jeder schweren Dünung, allen ungünstigen Winden aus, die "Peking" wird wie ein Augapfel von der ganzen Crew gehütet und erreicht am 30. Juli 2017 die Elbmündung, zum ersten Mal seit 1932. Als sie auf eigenem Kiel in die Peters Werft in Wewelsfleth überführt wird, sind viele Menschen aus Norddeutschland dabei. Mit dem Mastenziehen beginnt die Restaurierung in der Peters Werft, dann wird die "Peking" in eine Art Privatgarage gezogen, sie bekommt für bis zu zwei Jahre ein Dock und ein Dach. Und jetzt geht es eigentlich erst richtig los: Das marode Holz des Oberdecks kommt heraus, der Rumpf und die Stahlträger werden vom Rost befreit, bis nur noch ein Gerippe übrig bleibt. Und jeden Dienstag kommen Joachim Kaiser und Detlev Löll und gucken, was mit der "Peking" passiert. Die "Peking" war, so schien es, nur noch reif für den Hochofen. Mit dem jüngsten Kapitel, mit der Heimkehr nach Deutschland findet eine geradezu märchenhafte Geschichte ihre Fortsetzung.



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