die nordstory

  • In Zeiten zunehmenden Starkregens benötigt Hamburg immer größere Rückhaltebecken - die Anlage unter dem Bürohaus Berliner Bogen fasst 22.000 Kubikmeter. Vergrößern
    In Zeiten zunehmenden Starkregens benötigt Hamburg immer größere Rückhaltebecken - die Anlage unter dem Bürohaus Berliner Bogen fasst 22.000 Kubikmeter.
    Fotoquelle: NDR/Wolfgang Klauser
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    Fotoquelle: NDR
Report, Dokumentation
die nordstory

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2013
NDR
Mi., 18.07.
14:15 - 15:15
Hamburg von unten - Die Stadt unter der Stadt


Im Mittelpunkt der Sendung stehen Geschichten aus Deutschlands Norden - über interessante Menschen, idyllische Landschaften und beeindruckende Tierwelten.
Unter Elbe, Alster und Stadt liegt tief im Verborgenen Hamburgs Unterwelt.
Geheimnisvolle Orte, die für Sicherheit, Transport und Versorgung der Menschen eine wichtige Rolle spielen und die Stadtgeschichte erzählen. Seit mehr als 150 Jahren werden unter schwierigsten Bedingungen Bunkeranlagen, Tunnel und Siele unterirdisch gebaut.
"die nordstory" zeigt "Hamburg von unten": Menschen und Orte, Geschichte und Geschichten, unerwartete Einblicke in spannende, herausfordernde und auch gefährliche Arbeitswelten im Untergrund.
Hans-Joachim Hoch kennt jeden Zentimeter des 5.500 Kilometer langen Abwassersystems unter der Stadt, wo Fäkalien und Unrat von rund einer Million Haushalten entsorgt und schließlich in Klärwerken gereinigt werden. Der Bezirksmeister Bau bei Hamburg Wasser überprüft tief unter der Erde die Abwasserentsorgungsleitungen, viele stammen noch aus der Jahrhundertwende, auf eventuelle Schäden. Manchmal müssen massive Verunreinigungen noch per Handarbeit entfernt werden, trotz gefährlicher Keime, Bakterien, Gase und angriffslustiger Ratten. "Wir halten Hamburg von unten sauber", sagt Hoch, "doch der Großteil der Bevölkerung nimmt unsere Arbeit im Untergrund gar nicht wahr. "Aber ohne uns könnte niemand auf Toilette gehen oder sein Geschirr abspülen."
Im Alten Elbtunnel von St. Pauli setzten Arbeiter und Ingenieure weltweit Maßstäbe. Nicht nur der Bau unter der Elbe, auch die kunstvolle "Innenausstattung" der beiden Röhren mit Keramikarbeiten begeistern die Besucher. Nun wird das historische Wahrzeichen zum ersten Mal in seiner Geschichte aufwändig saniert. Zu Beginn der Arbeiten vor einigen Jahren rissen die Arbeiter Hunderttausende Fliesen von den Wänden der Röhre, darunter 100 kostbare Dekorfliesen und Reliefs. Viele Stücke wurden beschädigt.
Hans Kuretzky, Fliesenkeramiker aus Schleswig-Holstein, arbeitet daran, sie originalgetreu zu rekonstruieren, damit der Alte Elbtunnel wieder strahlen kann wie vor über 100 Jahren. "Das ist eine große Herausforderung", sagt Kuretzky, "denn alle Fliesen und Reliefs müssen nicht nur aufwändig und detailgetreu hergestellt werden. Sie sollen ja mindestens die nächsten 100 Jahre den widrigen Bedingungen unter der Elbe standhalten."
Klaus Pinker ist ständig auf der Suche nach unerforschten Bauwerken und Anlagen in "Hamburgs Unterwelt". Gerade hat er ein unbekanntes Röhrenbunkersystem aus Zeiten des Dritten Reiches unter einer Hundeauslaufwiese im Stadtteil Eimsbüttel gefunden. Nun versucht er mit seinem Verein Hamburger Unterwelten e.V. diesen unterirdischen Bunker mithilfe des THW zum ersten Mal öffnen zu lassen. "Überall können dort unten Gefahren lauern" sagt Klaus Pinker, "denn Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg oder verseuchtes Grundwasser können zum Vorschein kommen. Dann müssten wir die Bunkeröffnung sofort stoppen!"
Die "Hamburger Unterwelt" ist die Lebensader der Stadt und erzählt gleichzeitig spannende Stadtgeschichten. Über die Jahrhunderte wuchs im Untergrund eine verborgene, für die Bevölkerung meist verschlossene Welt, stetig im Wandel und mit immer neuen Herausforderungen für die Menschen, die unter Tage arbeiten. Aber auch mystische und geheimnisvolle Orte erwarten uns tief unter der Erde Hamburgs.


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