die nordstory

Natur+Reisen, Land und Leute
die nordstory

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2013
NDR
Mi., 17.10.
14:15 - 15:15
Von wegen verstaubt - Orte verändern sich


Im Mittelpunkt der Sendung stehen Geschichten aus Deutschlands Norden - über interessante Menschen, idyllische Landschaften und beeindruckende Tierwelten.
Veränderungen rufen in aller Regel Skeptiker auf den Plan. Aber Leben bedeutet nun mal Veränderung. Und die Städte, die weiterhin für Touristen und Einheimische attraktiv sein wollen, müssen sich etwas einfallen lassen.
Frischer Wind weht seit Jahren im polnischen Ostseebad Swinemünde auf der Insel Usedom. Und jetzt wird dort sogar ein 15-stöckiges Luxushotel gebaut.
"Cittaslow" nennt sich das neue Entschleunigungskonzept von Bad Essen im Osnabrücker Land. Damit soll wieder Schwung in den historischen Ortskern gebracht werden.
Auch in Büsum wird seit Jahren kräftig nach dem Motto "aus Alt mach Neu" gebaut. Aber wie viel Neues verträgt die Stadt überhaupt?
Und was gibt es Neues am Oberhafen in Hamburg, dem alten Güterbahnhof, wo jahrelang nach Ideen für die Verwendung von Hallen gesucht wurde?
"die nordstory" geht an Orte, die sich verändern. Swinemünde und Ahlbeck: frischer Wind in alten Bädern Der polnische Ort Swinemünde hat sich in den vergangenen Jahren entfaltet, läuft beinahe den Kaiserbädern auf deutscher Seite den Rang ab. Und jetzt bekommt die Stadt hinter der Grenze auch noch ein Luxushotel. Das ist kilometerweit an der Ostseeküste nicht zu übersehen, es ist 15 Stockwerke hoch, soll bis spätestens 2018 fertig sein. Mittendrin zwischen Bau und Badeurlaubern ist Magdalena Wojtaszek. Sie trägt ihren Teil dazu bei, dass frischer Wind im alten Seebad Swinemünde aufkommt. Nur sechs Kilometer entfernt arbeitet daran auf deutscher Seite am Grenzstrand von Ahlbeck der Event-Planer Chris Ehlert. Immer im August lädt er zur größten Beachparty Deutschlands, zum Baltic Spring Break. Dann kommen Tausende junge Leute auf die Insel Usedom, auf der sonst eher Menschen mittleren Alters Urlaub machen. Swinemünde und Ahlbeck, zwei alte Kaiserbäder, doch schon heute zwei verschiedene Welten.
"Cittaslow": eine Stadt setzt auf Langsamkeit
"Cittaslow" heißt so viel wie "entschleunigte Stadt". Das soll Bad Essen werden. Die Stadt liegt malerisch zwischen Wiehengebirge und Mittellandkanal im Osnabrücker Land. Es kommen zwar Touristen, aber sie bleiben selten über Nacht. Viele Läden und Hotels stehen schon länger leer, es fehlen Investoren. Ein Problem. Das Konzept "Cittaslow", eine Idee, die ursprünglich aus Italien stammt, soll wieder Schwung in die 15.000 Einwohner zählende Stadt bringen. Seit Februar 2016 gehört Bad Essen offiziell zum "Cittaslow"- Netzwerk. Wichtiger Kopf beim Umsetzen des neuen Stadtprojektes ist Tourismusmanagerin Annette Ludzay. Doch wie will sie Investoren und Touristen nach Bad Essen locken?
Büsum: aus Alt mach Jung
Schlickpackungen und Kurkonzerte, das war einmal. Kitesurfen und Ayurveda-Massagen sind die Zukunft. Das meinen jedenfalls die Tourismuschefs in Büsum. Deshalb bauen sie seit einigen Jahren den kleinen Fischerort an der schleswig-holsteinischen Westküste komplett um. Uta Hedde-von Westernhagen war eine der ersten Investoren. Sie hat schon vor mehreren Jahren ihr Hotel direkt hinter dem Deich gebaut. Moderne Architektur trifft auf rote Backsteingebäude. Andere haben es ihr nachgemacht. Die Fischerfamilie Schülke beobachtet diesen Trend kritisch: Tochter Yvonne vermietet noch wie früher Ferienwohnungen an Selbstversorger. Vater Wolfgang fährt mit seinem Kutter auf die Nordsee hinaus und fischt Krabben, die er im alten Hafen direkt an die Touristen verkauft. Dass sich der Ort verändert, verfolgen sie seit Jahren. Aber der Plan des Bürgermeisters, eine Brücke über das alte Hafenbecken zu bauen, um den neuen Hotelgästen eine Zufahrt zu bieten, geht ihnen dann doch zu weit. Und es bleibt die bange Frage: Wenn Büsum ein Urlaubsort für hippe und schicke junge Menschen wird, können sie da noch mithalten?
Der Oberhafen: vom Abstellgleis zum Künstlerviertel
Wie wandelt man einen alten Güterbahnhof mit undichten Dächern, nicht heizbaren Hallen und fehlendem Hochwasserschutz in ein lebendiges Künstlerviertel um? Das versucht die Stadt Hamburg seit Jahren im Oberhafenquartier, mit Erfolg: Der Industriecharme und die zentrale Lage locken Fotografen, Designer und andere Künstler an. So auch Johanna Schultz. Sie ist relativ neu hier, designt Möbel, verkauft Antiquitäten. Aber vor allem ist sie Schatzsucherin. Überall stöbert sie nach ausgefallenen Objekten, um Wohnungen mit dem gewissen Pfiff einzurichten. Jürgen Carstensen war einer der Ersten auf dem alten Bahngelände. Er ist Fotograf und hat die Veränderung vom rostigen Lagerambiente bis zum bunten Kreativzentrum miterlebt. Einmal im Monat öffnet er seine Halle für sogenannte Feierabendkonzerte. Jedes Konzert ist eine Überraschung, denn jedes Mal gestaltet er seine Halle dafür komplett um. So erklingt in lauen Sommernächten, da wo einst Waggons auf Gleisen quietschten, Musik durch die Lagerhallen an der Elbe.


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