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    Die deutschen Nordseeinseln sind ein sehr begehrtes Reiseziel, nicht nur der Norddeutschen. Zudem haben viele Urlauber*innen hier ihren Zweitwohnsitz.
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    Auf Spiekeroog kamen vor der Corona-Krise im Jahr 800.000 Touristen auf gut 8.000 Inselbewohner.
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Info, Gesellschaft + Soziales
dreihundertsechzig

Infos
Originaltitel
dreihundertsechzig
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
NDR
Mi., 16.09.
23:50 - 00:20


Die neue Sendereihe "dreihundertsechzig" vom NDR erzählt in der zweiten Doku-Staffel "Die Schatzinseln" aus verschiedenen Perspektiven von der Realität der Menschen, die sich auf den norddeutschen Inseln tummeln: Touristen, die einen schönen Urlaub erleben wollen, Geschäftemacher, für die die Inseln ein Markt sind, um Geld zu verdienen, und Einheimische, für die die Inseln Heimat und Alltag sind. Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt ist überzeugt: "Ohne Tourismus wäre hier gar nichts. Das muss man mal ganz klar sagen." Und der Unternehmer Dr. Christian Harisch verrät: "Und wenn man sich das anschaut, dass heute 97 Prozent der Menschen, die dort Urlaub machen, deutsch sind, dann weiß man, welches Potenzial dort noch drinsteckt." Er baut zurzeit auf Sylt nicht nur das teuerste Hotel Europas, sondern "eines der besten Gesundheitsresorts der Welt". In der Coronakrise haben die Insulaner schmerzlich erfahren müssen, wie abhängig ihre Existenz von den Urlauberinnen und Urlaubern ist. Gleichzeitig drohte den Inseln in den Jahren zuvor der Verlust der typischen Lebensart der Insulaner. Gäste überströmten die Inseln, mehr und mehr drohte das Verhältnis zwischen Inselbewohnerinnen und -bewohnern und Inselgästen zu kippen. Eine schwierige Situation. Denn einerseits leben die Nordseeinseln vom Tourismus, anderseits erleben die Einheimischen dadurch eine zunehmende Entfremdung. Sabine Mankus ist Direktorin der Inselschule auf Spiekeroog und versucht, sich von den täglichen Touristenströmen abzugrenzen. "Wir sind nicht abweisend, natürlich nicht, das ist ein Verhaltenskodex. (…) Doch dann wird dir sehr schnell vermittelt: Auch dich gäbe es nicht, wenn hier nicht die Gäste herkämen." Roswitha und Peter Laumen schwärmen von den wunderschönen kleinen Häuschen auf Spiekeroog, wo sie im Sommer 2019 Urlaub gemacht haben. Für Gregor Kempkes ist es eine Rückkehr in die Kindheit, weil er schon in den 1960er-Jahren mit seinen Eltern hier Urlaub gemacht hat. Wie steht es in diesem Jahr um seine "heile Welt", die er sucht? Diana Schumacher und Michael Stahl, Einwohner in diesem "Museumsdorf" Spiekeroog, berichten von der anderen Seite der Postkartenidylle. Rund 4.000 Betten für die Gäste kommen auf knapp 800 Einwohnerinnen und Einwohner. Wie weit kann man es treiben, bis das Verhältnis kippt? Christine Pedath fährt seit Jahrzehnten jedes Jahr mindestens einmal nach Föhr. "Ich erwarte nur, dass ich freundlich aufgenommen werde und nicht der Tourist Nr. 1475 bin. Und finde das schön, wenn man hier nicht als Tourist, der das Portemonnaie aufmacht, sondern als Gast, der König sein darf, empfangen wird." Auf Föhr stellen sowohl Touristin Christine Pedath als auch Gaststättenbesitzer Hans Laubenstein einen Trend fest: Gaststätten schließen, die verbleibenden Lokale sind Monate vorher online ausgebucht. Da läuft etwas schief. Ganze Straßenzüge sind verlassen, da sie nur noch aus Zweitwohnsitzen bestehen. Kein Angebot für die Insulaner im Winter, wenn sie Zeit für sich haben. Werden auf Föhr und auf Spiekeroog die gleichen Fehler gemacht wie auf Sylt? Die Bürgermeister auf Sylt, Nikolas Häckel und Ronald Benck (List), fragen sich derweil, ob der Zenit überschritten ist. Welche Alternativen haben die Inseln zum Tourismus? Und verkommen die norddeutschen Inseln zu einem Disneyland? Diese Dokumentation erzählt unkommentiert und konsequent die persönlichen Sichtweisen aller Beteiligten auf die Frage, wie der Tourismus die norddeutschen Inseln verändert hat.

Thema:

Heute: Die Schatzinseln (1/3): Von Insulanern und Urlaubern



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