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Die Bucht von Gaultois, Neufundland. Vergrößern
Die Bucht von Gaultois, Neufundland.
Fotoquelle: NDR/Steffen Schneider
Natur+Reisen, Land und Leute
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Do., 07.12.
21:00 - 21:45


Zerklüftet ragt die Südküste Neufundlands in den Atlantik. Vor 200 Jahren herrschte hier emsiges Leben: Walfänger, Heringsfischer und Postboote befuhren diese Gewässer. Holzfäller, Fischer, Pelzhändler und Abenteurer gründeten in fast jeder kleinen Bucht "Outports", nur mit dem Boot erreichbare Dörfer. Mittlerweile gibt es in der "Bucht der Hoffnung", wie die ersten französischen Siedler sie nannten, nur noch drei Orte. Das Versorgungsschiff "Sound of Islay" verbindet die Menschen dort mit dem Rest der Welt. In McCallum wartet Brenda Nash auf die Lieferung für ihren Dorfladen: Konserven, Milchpulver, Nudeln. Die Bewohner haben sich kleine Gärten angelegt, um etwas Frisches in die Küche zu bekommen. Nina Crant steigt zweimal im Jahr auf den Berg hinter ihrem Haus, um für ihre Rhabarberbeete unten im Dorf Mutterboden zu holen. David Ward war Dozent an der Universität Toronto. Er hat sich nach McCallum zurückgezogen wie in ein Kloster. Der Aussteiger unterrichtet seine Studenten jetzt nur noch online. Gaultois war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der Walverarbeitung. Die Walfabrik ist nur noch eine Ruine, der Ort stirbt langsam aus. Die letzten beiden Fischer Chess und Les Rose fangen seit fast 40 Jahren Jahren zusammen Hummer. Chess kann aber die Schalentiere nicht essen, er hat eine Eiweißallergie. Ihr Nachbar Norman Skinner war früher auch Fischer, er ist aber schon im Ruhestand und ständig in seinem alten Schuppen zu finden. Dort baut er kunstvoll Bootsmodelle und verschenkt sie an Freunde und Verwandte. Keine Autos, kein Handyempfang, kein Kino, nicht mal ein Restaurant: Nur Zeit gibt es reichlich in den "Outports". Und jeder schlägt die Zeit auf seine Art tot, wie Rick Fudge. Er baut "Ugly Sticks", "Hässliche Stäbe". So heißt ein traditionelles "Musikinstrument" in Neufundlands Süden, das aus einem geraden Baumast, scheppernden Kronkorken und einem alten Gummistiefel besteht. Am Ufer gegenüber hat sich der Goldsucher Collin Kendell mit dem Wasserflugzeug absetzen lassen, um in den entlegenen Buchten nach Goldadern zu suchen. Man darf die Hoffnung eben nie aufgeben, in der "Bucht der Hoffnung".

Thema:

Neufundlands Buchten - Mit dem Schiff von Dorf zu Dorf

Zerklüftet ragt die Südküste Neufundlands in den Atlantik. Vor 200 Jahren herrschte hier emsiges Leben: Walfänger, Heringsfischer und Postboote befuhren diese Gewässer. Holzfäller, Fischer, Pelzhändler und Abenteurer gründeten in fast jeder kleinen Bucht "Outports", nur mit dem Boot erreichbare Dörfer. Mittlerweile gibt es in der "Bucht der Hoffnung", wie die ersten französischen Siedler sie nannten, nur noch drei Orte. Das Versorgungsschiff "Sound of Islay" verbindet die Menschen dort mit dem Rest der Welt. In McCallum wartet Brenda Nash auf die Lieferung für ihren Dorfladen: Konserven, Milchpulver, Nudeln. Die Bewohner haben sich kleine Gärten angelegt, um etwas Frisches in die Küche zu bekommen. Nina Crant steigt zweimal im Jahr auf den Berg hinter ihrem Haus, um für ihre Rhabarberbeete unten im Dorf Mutterboden zu holen. David Ward war Dozent an der Universität Toronto. Er hat sich nach McCallum zurückgezogen wie in ein Kloster. Der Aussteiger unterrichtet seine Studenten jetzt nur noch online. Gaultois war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der Walverarbeitung. Die Walfabrik ist nur noch eine Ruine, der Ort stirbt langsam aus. Die letzten beiden Fischer Chess und Les Rose fangen seit fast 40 Jahren Jahren zusammen Hummer. Chess kann aber die Schalentiere nicht essen, er hat eine Eiweißallergie. Ihr Nachbar Norman Skinner war früher auch Fischer, er ist aber schon im Ruhestand und ständig in seinem alten Schuppen zu finden. Dort baut er kunstvoll Bootsmodelle und verschenkt sie an Freunde und Verwandte. Keine Autos, kein Handyempfang, kein Kino, nicht mal ein Restaurant: Nur Zeit gibt es reichlich in den "Outports". Und jeder schlägt die Zeit auf seine Art tot, wie Rick Fudge. Er baut "Ugly Sticks", "Hässliche Stäbe". So heißt ein traditionelles "Musikinstrument" in Neufundlands Süden, das aus einem geraden Baumast, scheppernden Kronkorken und einem alten Gummistiefel besteht. Am Ufer gegenüber hat sich der Goldsucher Collin Kendell mit dem Wasserflugzeug absetzen lassen, um in den entlegenen Buchten nach Goldadern zu suchen. Man darf die Hoffnung eben nie aufgeben, in der "Bucht der Hoffnung".



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