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Die Hafenstadt La Rochelle ist das Herz der Region "Charente-Maritime" an der französischen Atlantikküste. Mittelalterliche Türme und Arkadengänge schmiegen sich um alte Hafenbecken, die heute vorwiegend von Segelyachten genutzt werden. Vergrößern
Die Hafenstadt La Rochelle ist das Herz der Region "Charente-Maritime" an der französischen Atlantikküste. Mittelalterliche Türme und Arkadengänge schmiegen sich um alte Hafenbecken, die heute vorwiegend von Segelyachten genutzt werden.
Fotoquelle: NDR/nonfictionplanet/Florian Melzer
Natur+Reisen, Land und Leute
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NDR
Do., 20.09.
21:00 - 21:45


Ausgerechnet an der rauen Atlantikküste versprüht Frankreich einen ganz besonderen Charme: Das Herz der Region Charente Maritime ist La Rochelle. Die pittoreske Stadt mit mittelalterlichen Türmen und lauschigen Arkadengängen schmiegt sich um alte Hafenbecken, die heute vor allem von Segeljachten genutzt werden. Vorgelagert sind zwei Inselperlen: die edle Île de Ré und die urwüchsige Île d'Oléron. Diese Küste hat schon die Römer magisch angezogen. Sie bauten hier Wein an und ernteten Salz. Heutzutage setzen die maritimen Nachfahren der Gallier vor allem auf Meerestiere. Catheriné Coutant züchtet im Watt vor La Tremblade Austern. Bei Austernproben will sie vor allem Schulklassen an die Delikatesse heranführen. Sie selbst hat allerdings noch nie in ihrem Leben eine einzige Auster probiert. Und sie hat es auch nicht vor. Ähnlich störrisch sind ein paar Küstenbewohner auf der Île d'léron: die Poitou-Esel. Sie machen auf der Farm von Nicolas Séguier längst nicht immer das, was der Chef will. Er züchtet die charismatischen Tiere, die bis zu 450 Kilogramm wiegen. Es ist die größte Eselrasse der Welt. Die Poitou-Esel sind die zotteligen, aber etwas verzickten Stars der Farm, die viel Arbeit machen, aber keine verrichten. Den Müll am Strand beseitigt Nicolas im Auftrag der Gemeinde mit seinen kleineren Arbeitseseln. Ein Volkssport der matschigen Art ist die Suche nach der Palourde-Muschel im Watt vor der Île de Ré. Die Insulaner sind ganz wild auf diese Spezialität. Daher schickt die Naturschutzbehörde Muschelpolizisten auf Patrouille. Die Ordnungshüter kontrollieren Menge und Größe der gesammelten Schalentiere. Echten Hochleistungssport gibt es einmal im Jahr auf der Passage du Gois, einer Straße, die die Insel Noirmoutier mit dem Festland verbindet. Bei Flut wird die Strecke überspült. Das schreckt die Teilnehmer des "Wettlaufs gegen das Meer" aber nicht ab. Wer nicht schnell genug ist, wird unfreiwillig vom Läufer zum Schwimmer. Unter Zeitdruck ist auch Djib Mory: Er beliefert jeden Morgen die Gastronomie von La Rochelle mit Meeresfrüchten, Käse und Brot. Djib hat gut zu tun, denn in La Rochelle gibt es alle paar Meter eine Kneipe, eine Brasserie oder ein Bistro. In den engen Gassen der Altstadt ist er mit seinem Lastenfahrrad viel schneller als ein Auto. Theoretisch zumindest, denn ständig wird Djib zu einer kleinen Erfrischung eingeladen. So manche Dienstfahrt endete schon in der legendären Seemannskneipe Cave de la Guignette. Wie gut, dass sein Drahtesel drei Räder hat. Auf den Speisekarten der Strandbars auf der Île d'Oléron stehen bis zu 17 Sorten Muscheln. Dazu werden natürlich die legendären Frites serviert, ein absoluter Klassiker. Aber sie verursachen auch eine Umweltsauerei, denn viele Wirte kippen das alte Fett einfach ins Meer. Zum Glück hatte Romain Gaudier eine gute Idee: Er fährt kreuz und quer über die Insel, sammelt das Fett ein und recycelt es, vom Frittenfett zu Biodiesel. Leider sind einige Inselgastronomen noch ein wenig sturköpfig. Doch wenn es nach Romain geht, kriegen die auch noch ihr Fett weg.

Thema:

La Rochelle - rauer Charme am Atlantik

Ausgerechnet an der rauen Atlantikküste versprüht Frankreich einen ganz besonderen Charme: Das Herz der Region Charente Maritime ist La Rochelle. Die pittoreske Stadt mit mittelalterlichen Türmen und lauschigen Arkadengängen schmiegt sich um alte Hafenbecken, die heute vor allem von Segeljachten genutzt werden. Vorgelagert sind zwei Inselperlen: die edle Île de Ré und die urwüchsige Île d'Oléron. Diese Küste hat schon die Römer magisch angezogen. Sie bauten hier Wein an und ernteten Salz. Heutzutage setzen die maritimen Nachfahren der Gallier vor allem auf Meerestiere. Catheriné Coutant züchtet im Watt vor La Tremblade Austern. Bei Austernproben will sie vor allem Schulklassen an die Delikatesse heranführen. Sie selbst hat allerdings noch nie in ihrem Leben eine einzige Auster probiert. Und sie hat es auch nicht vor. Ähnlich störrisch sind ein paar Küstenbewohner auf der Île d'léron: die Poitou-Esel. Sie machen auf der Farm von Nicolas Séguier längst nicht immer das, was der Chef will. Er züchtet die charismatischen Tiere, die bis zu 450 Kilogramm wiegen. Es ist die größte Eselrasse der Welt. Die Poitou-Esel sind die zotteligen, aber etwas verzickten Stars der Farm, die viel Arbeit machen, aber keine verrichten. Den Müll am Strand beseitigt Nicolas im Auftrag der Gemeinde mit seinen kleineren Arbeitseseln. Ein Volkssport der matschigen Art ist die Suche nach der Palourde-Muschel im Watt vor der Île de Ré. Die Insulaner sind ganz wild auf diese Spezialität. Daher schickt die Naturschutzbehörde Muschelpolizisten auf Patrouille. Die Ordnungshüter kontrollieren Menge und Größe der gesammelten Schalentiere. Echten Hochleistungssport gibt es einmal im Jahr auf der Passage du Gois, einer Straße, die die Insel Noirmoutier mit dem Festland verbindet. Bei Flut wird die Strecke überspült. Das schreckt die Teilnehmer des "Wettlaufs gegen das Meer" aber nicht ab. Wer nicht schnell genug ist, wird unfreiwillig vom Läufer zum Schwimmer. Unter Zeitdruck ist auch Djib Mory: Er beliefert jeden Morgen die Gastronomie von La Rochelle mit Meeresfrüchten, Käse und Brot. Djib hat gut zu tun, denn in La Rochelle gibt es alle paar Meter eine Kneipe, eine Brasserie oder ein Bistro. In den engen Gassen der Altstadt ist er mit seinem Lastenfahrrad viel schneller als ein Auto. Theoretisch zumindest, denn ständig wird Djib zu einer kleinen Erfrischung eingeladen. So manche Dienstfahrt endete schon in der legendären Seemannskneipe Cave de la Guignette. Wie gut, dass sein Drahtesel drei Räder hat. Auf den Speisekarten der Strandbars auf der Île d'Oléron stehen bis zu 17 Sorten Muscheln. Dazu werden natürlich die legendären Frites serviert, ein absoluter Klassiker. Aber sie verursachen auch eine Umweltsauerei, denn viele Wirte kippen das alte Fett einfach ins Meer. Zum Glück hatte Romain Gaudier eine gute Idee: Er fährt kreuz und quer über die Insel, sammelt das Fett ein und recycelt es, vom Frittenfett zu Biodiesel. Leider sind einige Inselgastronomen noch ein wenig sturköpfig. Doch wenn es nach Romain geht, kriegen die auch noch ihr Fett weg.



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