mareTV

Im Schlick des Mekong-Deltas versteckt sich eine kostbare Ware: Pro Tonne Venusmuscheln werden 5000 Euro gezahlt. Vergrößern
Im Schlick des Mekong-Deltas versteckt sich eine kostbare Ware: Pro Tonne Venusmuscheln werden 5000 Euro gezahlt.
Fotoquelle: NDR/nonfictionplanet/Nicolas Cornet
Natur+Reisen, Land und Leute
mareTV

NDR
Do., 20.12.
21:00 - 21:45


Das Delta des Mekongs ist der fruchtbare Irrgarten im Süden Vietnams. Dort leben auf einer Fläche, die fast so groß wie die Niederlande ist, etwa 18 Millionen Menschen, an und auf Meeresarmen und Flussläufen, auf Inseln, Sandbänken und in Mangrovenwäldern. In dem amphibischen Leben geht ohne Boot gar nichts. Bei Familie Nguyen beginnt der Tag mit einem Gebet. Die Wassergöttin soll für die Fahrt zum schwimmenden Markt gnädig gestimmt werden. Denn im Mekongdelta lauern viele Gefahren: Strömungen, Sandbänke und die Rushhour, die hier praktisch rund um die Uhr herrscht. Familie Nguyen hat fast nie festen Boden unter den Füßen. Drei Generationen leben auf ihrem Sampan, einem hölzernen Hausboot, das immer mit Obst und Gemüse voll beladen ist. Zum Leben an Bord bleiben nur winzige Nischen. Die fruchtbaren Schwemmlandböden des Mekongdeltas bescheren der Region drei Reisernten jährlich. Madame Dinh Thi Ha, die Herrin des Reiskontors von Cái Bè, schlägt am Tag 100 Tonnen Reis um. Die Ware wird säckeweise angeliefert, unter Aufsicht der rüstigen Chefin von ihren Neffen umgeladen und von Zwischenhändlern weiter transportiert bis nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Wenn alles reibungslos läuft, wischt Madame Dinh am Ende des Tages fröhlich ihr Reislager. Wenn nicht, müssen die Neffen Überstunden machen und kriegen das Taschengeld gekürzt. Reis ist in Vietnam noch immer eine verlässliche Größe für das Einkommen. Die Arbeiter der Venusmuschel-Kooperative von Binh Dai hingegen kämpfen mit den unterschiedlichsten Widrigkeiten. Winzige Baby-Venusmuscheln müssen erst mühsam großgezogen werden. Danach kann man sie nur bei Niedrigwasser ernten, denn die Muscheln verstecken sich im Schlick. Die Kooperative ist mit 400 Leuten bei der Ernte dabei, das Plansoll muss erfüllt werden. Es winkt ein kapitaler Gewinn: pro Tonne werden 5.000 Euro für die Delikatesse bezahlt. In einem der unzähligen Flussarme des Mekongs ist Vuong Hung Trang, der Chef der Wasserstraßenmeisterei, mit seinen Kollegen auf Patrouille. Sie sind verantwortlich für 18 von mehreren Tausend befahrbaren Flusskilometern. Sie sorgen dafür, dass der Verkehr auf den Wasserstraßen "fließt" und schrubben auch schon mal verschmutzte Verkehrsschilder. Ordnung und Orientierung müssen sein, denn das Delta ist permanent in Bewegung. Steigende Wasserpegel und Unwetter lassen neue Verbindungen zwischen den Flussarmen entstehen, während alte verschwinden. Dann muss die Wasserstraßenmeisterei neu ausschildern, damit die gewohnten Wege im Delta nicht ins Nirgendwo führen.

Thema:

Vietnam - Im Mekongdelta

Das Delta des Mekongs ist der fruchtbare Irrgarten im Süden Vietnams. Dort leben auf einer Fläche, die fast so groß wie die Niederlande ist, etwa 18 Millionen Menschen, an und auf Meeresarmen und Flussläufen, auf Inseln, Sandbänken und in Mangrovenwäldern. In dem amphibischen Leben geht ohne Boot gar nichts. Bei Familie Nguyen beginnt der Tag mit einem Gebet. Die Wassergöttin soll für die Fahrt zum schwimmenden Markt gnädig gestimmt werden. Denn im Mekongdelta lauern viele Gefahren: Strömungen, Sandbänke und die Rushhour, die hier praktisch rund um die Uhr herrscht. Familie Nguyen hat fast nie festen Boden unter den Füßen. Drei Generationen leben auf ihrem Sampan, einem hölzernen Hausboot, das immer mit Obst und Gemüse voll beladen ist. Zum Leben an Bord bleiben nur winzige Nischen. Die fruchtbaren Schwemmlandböden des Mekongdeltas bescheren der Region drei Reisernten jährlich. Madame Dinh Thi Ha, die Herrin des Reiskontors von Cái Bè, schlägt am Tag 100 Tonnen Reis um. Die Ware wird säckeweise angeliefert, unter Aufsicht der rüstigen Chefin von ihren Neffen umgeladen und von Zwischenhändlern weiter transportiert bis nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Wenn alles reibungslos läuft, wischt Madame Dinh am Ende des Tages fröhlich ihr Reislager. Wenn nicht, müssen die Neffen Überstunden machen und kriegen das Taschengeld gekürzt. Reis ist in Vietnam noch immer eine verlässliche Größe für das Einkommen. Die Arbeiter der Venusmuschel-Kooperative von Binh Dai hingegen kämpfen mit den unterschiedlichsten Widrigkeiten. Winzige Baby-Venusmuscheln müssen erst mühsam großgezogen werden. Danach kann man sie nur bei Niedrigwasser ernten, denn die Muscheln verstecken sich im Schlick. Die Kooperative ist mit 400 Leuten bei der Ernte dabei, das Plansoll muss erfüllt werden. Es winkt ein kapitaler Gewinn: pro Tonne werden 5.000 Euro für die Delikatesse bezahlt. In einem der unzähligen Flussarme des Mekongs ist Vuong Hung Trang, der Chef der Wasserstraßenmeisterei, mit seinen Kollegen auf Patrouille. Sie sind verantwortlich für 18 von mehreren Tausend befahrbaren Flusskilometern. Sie sorgen dafür, dass der Verkehr auf den Wasserstraßen "fließt" und schrubben auch schon mal verschmutzte Verkehrsschilder. Ordnung und Orientierung müssen sein, denn das Delta ist permanent in Bewegung. Steigende Wasserpegel und Unwetter lassen neue Verbindungen zwischen den Flussarmen entstehen, während alte verschwinden. Dann muss die Wasserstraßenmeisterei neu ausschildern, damit die gewohnten Wege im Delta nicht ins Nirgendwo führen.



Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

3sat Blick aus dem Hubschrauber auf den Hardangerfjord.

Norwegen - Leben am Hardangerfjord

Natur+Reisen | 20.12.2018 | 11:30 - 12:15 Uhr
/500
Lesermeinung
HR Bhutan - Ein Land im Glück

Bhutan - Ein Land im Glück

Natur+Reisen | 21.12.2018 | 02:00 - 02:45 Uhr
/500
Lesermeinung
3sat Der Charme Andalusiens

Der Charme Andalusiens

Natur+Reisen | 21.12.2018 | 05:50 - 06:10 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Nur drei Musiker von AnnenMayKantereit sind im Bandnamen verewigt, aufs Foto dürfen aber natürlich alle vier (von links): Malte Huck, Severin Kantereit, Henning May und Christopher Annen.

Vor der Produktion des neuen Albums legte die Band AnnenMayKantereit eine einjährige Pause ein. Waru…  Mehr

Amy (Eva-Maria Grein von Friedl) und ihr Mann John (Christian Natter) führen eine glückliche Ehe. Durch die Erbschaft einer Blumenfarm wird diese aber auf eine harte Probe gestellt.

Amy, eigentlich Ärztin, jetzt jedoch Blumenzüchterin auf Flower Island, ist auch nach Jahrzehnten no…  Mehr

Mogli (Neel Sethi) bekommt mal wieder eine Lehrstunde von Baghira. Die Zweifel an der Dschungeltauglichkeit des kleinen Jungen werden immer größer.

Disney wagte sich an eine Realverfilmung des alten Klassikers. Der Mut wurde belohnt. "The Jungle Bo…  Mehr

James Bond (Daniel Craig) wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

"Spectre" könnte das Ende und zugleich der Anfang einer neuen Bond-Ära sein. Mit "Spectre", ist 007 …  Mehr

Blue Note-Gründer Alfred Lion (rechts) mit dem Musiker Hank Mobley. Der 1908 geborene Lion verkaufte das Kultlabel 1965 aus gesundheitlichen Gründen. Er starb 1987 in San Diego. Lions Freund und Geschäftspartner, der schüchterne Fotograf Francis Wolff, schied bereits 1971 aus dem Leben. Er hatte die Künstlerbilder auf den legendären Albumcovern abgelichtet.

"Blue Note Records" gilt als wichtigstes Jazz-Label der Welt, seine Anfänge liegen jedoch im Berlin …  Mehr