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Aragorn Dick-Read mit seinen Helfern auf seiner Bio-Plantage auf den britischen Jungferninseln. Vergrößern
Aragorn Dick-Read mit seinen Helfern auf seiner Bio-Plantage auf den britischen Jungferninseln.
Fotoquelle: NDR/doclights/Steffen Schneider
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NDR
Do., 17.01.
21:00 - 21:45


Die Britischen Jungferninseln gehören zur Gruppe der kleinen Antillen und sind ein Traum für Lebenskünstler und Superreiche, dort ist karibische Leichtigkeit gepaart mit englischem Understatement. Die Fülle der Karibik wird direkt an die Bordwand geliefert: Mangos, Papayas, Avocados, Blumen, Kräuter und Süßkartoffeln! Das kleine, völlig überladene Motorboot schiebt sich von einer ankernden Jacht zur nächsten. Aragorn Dick-Read, ein sonnengegerbter lebensfroher Mann mit Lederhut, vertreibt die Waren seiner eigenen Farm auf dem Wasserweg, jeden Abend bis zum Sonnenuntergang. In der kleinen Bar oben auf dem Felsen findet immer dienstags das Crab-Race statt: Das Publikum wettet auf Einsiedlerkrebse mit schillernden Namen. Favorit des Wettkrabbelns ist diesmal Purple Rain, von Barfrau Djamila mit Glitzerflocken verziert. Die Konkurrenz trägt Totenkopfsymbol oder das Logo einer Biermarke. Flammen lodern aus riesigen Eisenkugeln, und die Moko Jumbies, geheimnisvolle Geistervertreiber, tanzen im Feuerschein. Es sind fantasievolle Gestalten auf Stelzen, vier Meter groß. Die verwegene Truppe hört auf das Kommando von Shevorn, einem Nachfahren der Sklaven, die die Niederländer einst auf die Jungferninseln verschleppten. Mit den Sklaven kam auch der Geisterglaube aus Afrika in die Karibik, die Dienste der Moko Jumbies sind daher bis heute gefragt. Auf Salt Island haben einst die Vorfahren von Alexandra Durante gelebt. Sie ernteten Salz in der Lagune. Heute ist die kleine Insel unbewohnt, aber Alexandra darf hier immer noch Salz gewinnen. Zu Hause auf Tortola, der größten Insel des Archipels, hoch oben unter dem Gipfel des Mount Sage, kocht und rührt sie aus dem Meersalz Seifen, Badezusätze und andere handgemachte Schönheitsprodukte. Tief unterhalb des Berges, in der Sugar Cane Bay, steigt schon seit dem frühen Morgen dichter Rauch zwischen den Palmen auf. In der Callwood Distillery heizen Calum und Andrew einen alten Kupferkessel an. Stunden später fließt ein dünnes Rinnsal aus einem Rohr: Rum! Piraten haben dieses Handwerk vor 400 Jahren auf die Inseln gebracht, um immer genügend hochprozentigen Proviant an Bord zu haben. Eine Bucht weiter westlich zupft Egbert Donovan, ebenfalls ein Nachfahre der Sklaven, auf seiner Ukulele: Soca, Musik mit stampfendem Rhythmus, kargen Texten. Egbert entspannt sich von der Arbeit an seinem Jahrhundertbauwerk, dem Muschelmuseum. Mit Mörtel mauert er Muschel für Muschel in die Höhe. Wände, Fußboden, Decke, alles ist voller Muscheln. Der Eintritt ist frei, Egbert lebt von Spenden. Draußen auf dem türkisblauen Meer steuert die "Dream Mower" die Insel Jost van Dyke an. Oben auf der Brücke, im ölverschmierten Blaumann, eine gut gelaunte Frau: Rebecca Watson, die Haare zum Zopf gebunden und mit Kapitänspatent. "Beck", wie sie alle nennen, steuert das Inselversorgungsschiff direkt auf den Strand. Sie lässt die riesige Bugklappe herunter und schon startet Michael Watson, ihr Maschinist und Ehemann, den Gabelstapler. Palettenweise Bier und Buddel voll Rum angelandet: Grundnahrungsmittel für die Leichtigkeit der Karibik. Just liming! Immer locker bleiben, ist das Motto auf den British Virgin Islands.

Thema:

Die Britischen Jungferninseln - Karibik, Krone, Krabbenrennen

Die Britischen Jungferninseln gehören zur Gruppe der kleinen Antillen und sind ein Traum für Lebenskünstler und Superreiche, dort ist karibische Leichtigkeit gepaart mit englischem Understatement. Die Fülle der Karibik wird direkt an die Bordwand geliefert: Mangos, Papayas, Avocados, Blumen, Kräuter und Süßkartoffeln! Das kleine, völlig überladene Motorboot schiebt sich von einer ankernden Jacht zur nächsten. Aragorn Dick-Read, ein sonnengegerbter lebensfroher Mann mit Lederhut, vertreibt die Waren seiner eigenen Farm auf dem Wasserweg, jeden Abend bis zum Sonnenuntergang. In der kleinen Bar oben auf dem Felsen findet immer dienstags das Crab-Race statt: Das Publikum wettet auf Einsiedlerkrebse mit schillernden Namen. Favorit des Wettkrabbelns ist diesmal Purple Rain, von Barfrau Djamila mit Glitzerflocken verziert. Die Konkurrenz trägt Totenkopfsymbol oder das Logo einer Biermarke. Flammen lodern aus riesigen Eisenkugeln, und die Moko Jumbies, geheimnisvolle Geistervertreiber, tanzen im Feuerschein. Es sind fantasievolle Gestalten auf Stelzen, vier Meter groß. Die verwegene Truppe hört auf das Kommando von Shevorn, einem Nachfahren der Sklaven, die die Niederländer einst auf die Jungferninseln verschleppten. Mit den Sklaven kam auch der Geisterglaube aus Afrika in die Karibik, die Dienste der Moko Jumbies sind daher bis heute gefragt. Auf Salt Island haben einst die Vorfahren von Alexandra Durante gelebt. Sie ernteten Salz in der Lagune. Heute ist die kleine Insel unbewohnt, aber Alexandra darf hier immer noch Salz gewinnen. Zu Hause auf Tortola, der größten Insel des Archipels, hoch oben unter dem Gipfel des Mount Sage, kocht und rührt sie aus dem Meersalz Seifen, Badezusätze und andere handgemachte Schönheitsprodukte. Tief unterhalb des Berges, in der Sugar Cane Bay, steigt schon seit dem frühen Morgen dichter Rauch zwischen den Palmen auf. In der Callwood Distillery heizen Calum und Andrew einen alten Kupferkessel an. Stunden später fließt ein dünnes Rinnsal aus einem Rohr: Rum! Piraten haben dieses Handwerk vor 400 Jahren auf die Inseln gebracht, um immer genügend hochprozentigen Proviant an Bord zu haben. Eine Bucht weiter westlich zupft Egbert Donovan, ebenfalls ein Nachfahre der Sklaven, auf seiner Ukulele: Soca, Musik mit stampfendem Rhythmus, kargen Texten. Egbert entspannt sich von der Arbeit an seinem Jahrhundertbauwerk, dem Muschelmuseum. Mit Mörtel mauert er Muschel für Muschel in die Höhe. Wände, Fußboden, Decke, alles ist voller Muscheln. Der Eintritt ist frei, Egbert lebt von Spenden. Draußen auf dem türkisblauen Meer steuert die "Dream Mower" die Insel Jost van Dyke an. Oben auf der Brücke, im ölverschmierten Blaumann, eine gut gelaunte Frau: Rebecca Watson, die Haare zum Zopf gebunden und mit Kapitänspatent. "Beck", wie sie alle nennen, steuert das Inselversorgungsschiff direkt auf den Strand. Sie lässt die riesige Bugklappe herunter und schon startet Michael Watson, ihr Maschinist und Ehemann, den Gabelstapler. Palettenweise Bier und Buddel voll Rum angelandet: Grundnahrungsmittel für die Leichtigkeit der Karibik. Just liming! Immer locker bleiben, ist das Motto auf den British Virgin Islands.



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