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Auf São Miguel gibt es eine der beiden einzigen Teeplantagen Europas. Die Teemanufaktur Chá Gorreana blickt auf eine 130-jährige Familientradition zurück. Vergrößern
Auf São Miguel gibt es eine der beiden einzigen Teeplantagen Europas. Die Teemanufaktur Chá Gorreana blickt auf eine 130-jährige Familientradition zurück.
Fotoquelle: NDR/nonfictionplanet/Florian Melzer
Natur+Reisen, Land und Leute
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NDR
Do., 21.02.
21:00 - 21:45


Tiefschwarze Lavastrände, rauschende Wasserfälle, sattgrüne Wiesen, üppige Hortensienbüsche, azurblaue Kraterseen: Das sind die Azoren, der portugiesische Archipel mitten im Atlantik. Jede der insgesamt neun Inseln schöner und überraschender als die andere. Die Azoren sind regenreich, aber sonnenverwöhnt, ihre Bewohner gelassen. Die Meteorologen meinen, das läge am vielen Grün auf den Inseln und am berühmten Azorenhoch. Bei der Festa de São João auf der Hauptinsel São Miguel ziehen mehr als 20 Marschgruppen singend und tanzend durch die Gassen des Hafenstädtchens Vila Franca do Campo. Alle Teilnehmer hoffen heimlich auf Amors Pfeil. Der heilige São João gibt an diesem Tag nämlich Starthilfe zum Liebesglück. Der Legende nach soll der Name einer Person, den man zuerst während der Feierlichkeiten zu Ohren bekommt, auch der des oder der Zukünftige sein. Madalena Soares und ihre beiden Töchter Patricia und Sonya glauben jedenfalls fest daran. Seit zwei Jahren haben sie ihre eigene Marschgruppe. Kurzerhand wurden dafür Wohnstube und Garage zu Ankleidezimmern umfunktioniert. Im legendären Peter Café Sport auf Faial ist der Segler Joel Mark häufiger Gast. Der selbsternannte "Pirat der Karibik" hat mit einer Nussschale den Atlantik überquert. "Ein Himmelfahrtskommando", findet Sven Junge. Der Skipper aus Hamburg bevorzugt seine edle Jacht. In der Kultkneipe, die auch Postamt ist, treffen Welten unterschiedlicher Menschen aufeinander. Gemeinsam spinnen sie Seemannsgarn. Muscheln sind die Leibspeise des 75-jährigen Antonio Pereira von São Jorge. Besonders die Herzmuschel Cardiidae hat es ihm angetan. In der Lagune der Fajã da Caldeira do Santo Cristo kann man sie finden, direkt vor Antonios Haustür. Allerdings liegt sein kleines Zuhause am Ende der Welt auf einem Lavavorsprung, eingekesselt von hohen Bergen und dem wilden Atlantik. Zu erreichen ist es nur über einen gefährlichen Trampelpfad. Eine der beiden einzigen Teeplantagen Europas befindet sich auf São Miguel. In der mineralhaltigen Lavaerde gedeihen die Teepflanzen besonders gut, auch wegen des feuchtwarmen Meeresklimas. Madalena Motta, die Besitzerin der Plantage Chá Gorreana, ist dennoch höchst aufgeregt, denn die Blätter wachsen viel zu schnell, ihre Arbeiter kommen mit dem Pflücken nicht hinterher. Überall im Zentrum der Insel Saõ Miguel zischen und dampfen Fumarolen, vulkanische Gasaustrittstellen. Der Restaurantbesitzer Marco Arrudas nutzt den über 80 Grad heißen Schwefeldampf in den Erdlöchern zum Kochen. Es gibt Cozido, einen deftigen Fleischeintopf, die Spezialität der Azoren. Marco ist nervös, denn auch bei ihm steht hoher Besuch an: der Bürgermeister hat reserviert. In der Poça da Dona Beija geht es heiß her: Mehr als 38 Grad Celsius hat das Wasser des Thermalbades. Das eisenhaltige Wasser verheißt Schönheit und Jugend, es soll den Körper vor dem "Einrosten" bewahren. Antonio Pinto will es unbedingt einmal testen. Seine Frau ist deutlich jünger als er, da kann ein Bad im Jungbrunnen nicht schaden.

Thema:

Azoren - Das Hoch im Atlantik

Tiefschwarze Lavastrände, rauschende Wasserfälle, sattgrüne Wiesen, üppige Hortensienbüsche, azurblaue Kraterseen: Das sind die Azoren, der portugiesische Archipel mitten im Atlantik. Jede der insgesamt neun Inseln schöner und überraschender als die andere. Die Azoren sind regenreich, aber sonnenverwöhnt, ihre Bewohner gelassen. Die Meteorologen meinen, das läge am vielen Grün auf den Inseln und am berühmten Azorenhoch. Bei der Festa de São João auf der Hauptinsel São Miguel ziehen mehr als 20 Marschgruppen singend und tanzend durch die Gassen des Hafenstädtchens Vila Franca do Campo. Alle Teilnehmer hoffen heimlich auf Amors Pfeil. Der heilige São João gibt an diesem Tag nämlich Starthilfe zum Liebesglück. Der Legende nach soll der Name einer Person, den man zuerst während der Feierlichkeiten zu Ohren bekommt, auch der des oder der Zukünftige sein. Madalena Soares und ihre beiden Töchter Patricia und Sonya glauben jedenfalls fest daran. Seit zwei Jahren haben sie ihre eigene Marschgruppe. Kurzerhand wurden dafür Wohnstube und Garage zu Ankleidezimmern umfunktioniert. Im legendären Peter Café Sport auf Faial ist der Segler Joel Mark häufiger Gast. Der selbsternannte "Pirat der Karibik" hat mit einer Nussschale den Atlantik überquert. "Ein Himmelfahrtskommando", findet Sven Junge. Der Skipper aus Hamburg bevorzugt seine edle Jacht. In der Kultkneipe, die auch Postamt ist, treffen Welten unterschiedlicher Menschen aufeinander. Gemeinsam spinnen sie Seemannsgarn. Muscheln sind die Leibspeise des 75-jährigen Antonio Pereira von São Jorge. Besonders die Herzmuschel Cardiidae hat es ihm angetan. In der Lagune der Fajã da Caldeira do Santo Cristo kann man sie finden, direkt vor Antonios Haustür. Allerdings liegt sein kleines Zuhause am Ende der Welt auf einem Lavavorsprung, eingekesselt von hohen Bergen und dem wilden Atlantik. Zu erreichen ist es nur über einen gefährlichen Trampelpfad. Eine der beiden einzigen Teeplantagen Europas befindet sich auf São Miguel. In der mineralhaltigen Lavaerde gedeihen die Teepflanzen besonders gut, auch wegen des feuchtwarmen Meeresklimas. Madalena Motta, die Besitzerin der Plantage Chá Gorreana, ist dennoch höchst aufgeregt, denn die Blätter wachsen viel zu schnell, ihre Arbeiter kommen mit dem Pflücken nicht hinterher. Überall im Zentrum der Insel Saõ Miguel zischen und dampfen Fumarolen, vulkanische Gasaustrittstellen. Der Restaurantbesitzer Marco Arrudas nutzt den über 80 Grad heißen Schwefeldampf in den Erdlöchern zum Kochen. Es gibt Cozido, einen deftigen Fleischeintopf, die Spezialität der Azoren. Marco ist nervös, denn auch bei ihm steht hoher Besuch an: der Bürgermeister hat reserviert. In der Poça da Dona Beija geht es heiß her: Mehr als 38 Grad Celsius hat das Wasser des Thermalbades. Das eisenhaltige Wasser verheißt Schönheit und Jugend, es soll den Körper vor dem "Einrosten" bewahren. Antonio Pinto will es unbedingt einmal testen. Seine Frau ist deutlich jünger als er, da kann ein Bad im Jungbrunnen nicht schaden.



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