nano spezial: Bauer sucht Zukunft

Report, Infomagazin
nano spezial: Bauer sucht Zukunft

Infos
Produktionsland
Deutschland / Österreich / Schweiz
Produktionsdatum
2017
SF1
Fr., 01.06.
10:00 - 10:30



Thema:

Landwirt mit Message

Ein Umbau unserer Landwirtschaft zu einer ökologisierten Landwirtschaft, die umweltverträglich und nachhaltig produziert, ist möglich. Oswald Henkel vom deutschen Rhönhof-Henkel beweist es. Er setzt auf die «alten» Konzepte, hat seinen Hof beispielsweise nicht spezialisiert. Bei ihm gibt es 50 Kühe, 70 Schweine - alles klein und beschaulich, aber qualitativ hochwertig. Seine Produkte vertreibt er über Direktvermarktung auf Wochenmärkten. Ein Einzelbeispiel, ja. Aber eines von vielen. Und eines, das funktioniert. Im Gegensatz zu vielen von Henkels Kollegen. Die haben sich spezialisiert, ihre Höfe vergrössert, um voll und ganz auf den Weltmarkt zu setzen. Tausende davon mussten ihre Betriebe schliessen.

EU-Subventionen: Die zwei Töpfe

54 Milliarden gibt die EU für die europäische Landwirtschaft aus. In Deutschland stehen für die Agrarförderung jährlich rund 6,2 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Die EU-Förderung verteilt sich auf zwei Säulen:
Aus der ersten Säule finanzieren sich die Direktzahlungen an die Landwirte, die an die landwirtschaftliche Fläche gekoppelt sind. Je mehr Land, desto mehr Subventionen. Im Durchschnitt machen diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der Betriebe aus.
Die zweite Säule umfasst gezielte Förderprogramme für die nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und die ländliche Entwicklung. Dazu zählen unter anderem Agrar-Umweltprogramme und die Förderung des ökologischen Landbaus. Für die zweite Säule stehen in Deutschland jährlich rund 1,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung.
Gespräch mit Folkhard Isermeyer (Thünen-Institut, Braunschweig): «Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU ist falsch konstruiert und kann so ihre Ziele nicht erreichen.»

Vorzeigeprojekt: Westhof Bio

Rainer Carstens produziert Bio im grossen Stil, auf dem Westhof Bio. Mit 160 festen Mitarbeitenden und 120 Saisonkräften gehört sein Betrieb zu einem der grössten Biohöfe. Das Prinzip Nachhaltigkeit zieht sich bei ihm durch alle Unternehmensbereiche: Die Pflanzen im Gewächshaus bekommen CO2 aus dem betriebseigenen Blockheizkraftwerk. Sie wachsen auf echtem Boden - und nicht wie in konventionellen Betrieben üblich auf Steinwolle. Der Treibstoff für die Biogasanlagen im Westhof kommt aus den Ernteabfällen und den Wiesen des Betriebs.
Carstens' Konzept geht auf - auch wenn Bio teurer ist als konventionell. Was Carstens übrigens hinterfragt. Denn die Kosten für Umweltschädigung, Trinkwasserverunreinigung et cetera, die durch konventionelle Betriebe entstehen, müssten eigentlich auf die Preise der Produkte aufgeschlagen werden. Doch das passiert nicht. Diese Kosten tragen in der konventionellen Landwirtschaft wir alle.

Tierwohl: Hof Mörixmann

Gabriele Mörixmann ist Schweinebäuerin. Sie will für ihre Tiere das Beste aus den zwei Systemen, Bio und Konventionell. Ihre Schweine haben Auslauf, Ruhe- und Fressbereiche, können nach draussen und werden beschäftigt. Dafür verlangt Gabriele Mörixmann einen höheren Preis - das sollte uns mehr Tierwohl auch wert sein.

Landgrabbing

Mario Reißlandt - Junglandwirt und Biobauer aus Überzeugung. Nahe Berlin, auf dem Land in Brandenburg, hat er sich seinen Traum vom eigenen Hof verwirklicht. Seit diesem Jahr ist er dabei, den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Aber Existenzgründer in Ostdeutschland haben es schwer, denn Ackerland wird immer knapper und vor allem teurer. In den vergangenen zehn Jahren sind die Bodenpreise dort massiv gestiegen. Der Grund: Grosse, finanzstarke Investoren kaufen die Böden auf und nutzen sie als lukratives Anlageobjekt.



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