nano-spezial: Pein in der Pfote

Report, Infomagazin
nano-spezial: Pein in der Pfote

Infos
Produktionsland
Deutschland / Österreich / Schweiz
Produktionsdatum
2015
SF1
Fr., 27.07.
10:30 - 11:00



Thema:

Schmerzen bei Tieren

Können Tiere Schmerzen empfinden? In den USA wurde Veterinärstudierenden noch bis Ende der 1980er-Jahre beigebracht, dass Tiere keinen Schmerz empfinden können. Ein gutes Argument, um sie als emotionsfreie Fleischmaschinen in Schlachtfabriken zu halten. Heute sieht die Wissenschaft das differenzierter. Doch das Grundproblem aber bleibt: Wie und ob Tiere Schmerzen empfinden, lässt sich nach wie vor nur schwer beurteilen. Forscher aus Berlin haben Nacktmulle auf ihre Schmerzempfindlichkeit hin untersucht.

Soziale Schweine

Schweine besitzen eine hohe Intelligenz, einen ausgeprägten Spieltrieb und sind noch dazu ziemlich reinlich. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien startet nun ein einzigartiges Projekt, das neben den geistigen Fähigkeiten vor allem das Sozialverhalten der Schweine untersuchen möchte. Mehrere Monate lang beobachten dabei Kognitionsforscher, Biologen und Tierärzte das soziale Netzwerk von zwei neuseeländischen Kune-Kune-Schweinefamilien und ihrer 18 Ferkel in einem riesigen Freilandlabor. Schon jetzt zeigt sich: Die soziale Intelligenz der Schweine wurde lange völlig unterschätzt.

Tierwohl statt Tierschutz

Im System der Massentierhaltung müssen Millionen Tiere leiden. Doch während mehr als 750 Millionen Nutztiere jedes Jahr hinter verschlossenen Türen geschlachtet werden, leben andere, wie Hund und Katze, als verhätscheltes Familienmitglied ein behagliches Leben. Ist das moralisch vertretbar, und ist Töten ohne Leiden überhaupt möglich? «nano» zeigt, dass tierschonende Fleischproduktion praxistauglich ist, und stellt sich dabei der heiklen Frage, ob ein Leben ohne Fleisch in der heutigen Zeit für Mensch und Umwelt nicht doch die bessere Alternative wäre.

Das Leiden der Strandkrabbe

Je höher ein Tier entwickelt ist, desto eher schreiben Biologen ihm die Fähigkeit zu, Schmerzen als Leid erfahren zu können. Doch selbst einfache Tiere wie etwa die wirbellose Strandkrabbe sind in der Lage, Schmerzen bewusst wahrzunehmen. Davon jedenfalls ist der Belfaster Verhaltensbiologe Bob Elwood überzeugt. Er hat fast sein gesamtes Forscherleben damit verbracht, die wundersamen Eigenschaften von Krustentieren wie Einsiedlerkrebs, Hummer und Garnele zu untersuchen. Dabei hat er in zahlreichen Studien bewiesen, dass Strandkrabben ein eindeutiges Schmerzvermeidungsverhalten zeigen. Eine revolutionäre Erkenntnis, welche die mittlerweile überholte These «no brain, no pain» ein weiteres Mal in Frage stellt.



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