plan b

  • Percussion im Pflegeheim: Marie-Luise Lorscheter (r.) leidet unter Demenz. Ihre Lebensfreude hat sie trotzdem nicht verloren: Sie spielt Trommel im Pflegeheim. Vergrößern
    Percussion im Pflegeheim: Marie-Luise Lorscheter (r.) leidet unter Demenz. Ihre Lebensfreude hat sie trotzdem nicht verloren: Sie spielt Trommel im Pflegeheim.
    Fotoquelle: ZDF/Fabian Runtenberg
  • Wie in alten Zeiten: Das Kuchenbacken haben die demenzkranken Damen nicht verlernt. Ein bisschen Haushalt hält sie fit im Pflegeheim. Vergrößern
    Wie in alten Zeiten: Das Kuchenbacken haben die demenzkranken Damen nicht verlernt. Ein bisschen Haushalt hält sie fit im Pflegeheim.
    Fotoquelle: ZDF/Fabian Runtenberg
  • Spaß satt: Auch mit Demenz ist das möglich. Marie-Luise Lorscheter radelt mit Pfleger Simon auf einem Seniorentandem zum nahen Bodensee. Vergrößern
    Spaß satt: Auch mit Demenz ist das möglich. Marie-Luise Lorscheter radelt mit Pfleger Simon auf einem Seniorentandem zum nahen Bodensee.
    Fotoquelle: ZDF/Fabian Runtenberg
  • Das Leben ist bunt: Felicitas Warth (l.) hat Freude im Malkurs. Dort trifft die 81-Jährige, die an Demenz erkrankt ist, auch einmal gesunde Menschen. Ein Projekt der demenzfreundlichen Kommune Ostfildern. Vergrößern
    Das Leben ist bunt: Felicitas Warth (l.) hat Freude im Malkurs. Dort trifft die 81-Jährige, die an Demenz erkrankt ist, auch einmal gesunde Menschen. Ein Projekt der demenzfreundlichen Kommune Ostfildern.
    Fotoquelle: ZDF/Tanja v. Ungern-Sternber
  • Walzer in der Wohngruppe: Einmal die Woche organisiert Henk Hom eine Tanzstunde im Pflegeheim - ehrenamtlich. Das macht ihm so viel Freude wie der demenzkranken Jenny. Vergrößern
    Walzer in der Wohngruppe: Einmal die Woche organisiert Henk Hom eine Tanzstunde im Pflegeheim - ehrenamtlich. Das macht ihm so viel Freude wie der demenzkranken Jenny.
    Fotoquelle: ZDF/Frank Reichert-Facilides
Report, Doku-Reihe
plan b

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDF
Do., 20.09.
04:30 - 05:00
Eine Frage der Würde - Alltag für Demenzkranke


1,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz. Vieles schaffen sie nicht mehr alleine, wollen aber so lange wie möglich am normalen Leben teilnehmen. Wie kann das gelingen? Schon jetzt ist jeder zehnte Mensch über 65 Jahren betroffen. 2050 werden es fast doppelt so viele sein, schätzen Experten. Und die brauchen Hilfe im Alltag. Einige Kommunen machen vor, wie wir Demenzkranken ein Leben mitten in der Gesellschaft ermöglichen können. Das baden-württembergische Ostfildern zum Beispiel. Hier ist das Thema Demenz schon lange kein Tabu mehr. So kann die 81-jährige Felicitas Warth weiter auf dem Markt einkaufen gehen, trotz ihrer Krankheit. Die Händler wissen, wie sie mit demenzkranken Menschen umgehen können - wenn diese statt der üblichen 20 Eier einmal 30 bestellen oder Felicitas Warth heute das Wort für Birnen nicht einfallen will. "Sie brauchen dann einfach ein bisschen länger, und die Zeit muss man sich nehmen", sagt Obsthändlerin Bärbel Bader. Ostfildern bezieht demenziell erkrankte Menschen bewusst in das Stadtleben ein. Elf bürgerschaftliche Projekte bietet die Kommune an: von der Stadt und den Pflegekassen finanziert, von engagierten Bürgern umgesetzt, wie etwa das Mal-Atelier, Sportstunden, Besuchsdienste, Handwerkshilfen oder Tages-Betreuungsdienste. Teilhabe und Normalität, das wünschen sich die meisten Betroffenen. Im bayerischen Maria-Martha-Stift leben die Bewohner den Alltag, den sie ein Leben lang gewohnt sind, ob mit Haushalt, Fahrradfahren oder spontanen Ausflügen an den nahe gelegenen Bodensee. So kommen auch die Pflegekräfte ab und an in den Genuss leichterer Momente. Eine Win-win-Situation: Die Mitarbeiter melden sich hier seltener krank als in anderen Pflegeheimen, und die Senioren bleiben länger fit. "Natürlich ist es nicht schön, eine Demenz zu haben", sagt Sonja Köpf von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, "aber das Leben ist damit nicht zu Ende. Demenz ist heute noch immer ein Schreckensgespenst für viele. Und wir möchten, dass auch deutlich wird: Auch wenn der Kopf nicht mehr so funktioniert, wie wir das vielleicht gewohnt sind, das Leben ist dennoch lebenswert." So kann die letzte Zeit des Lebens bei Demenz aussehen. Eben eine Frage der Würde.


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