planet e.: Platz zum Wohnen - Der Kampf um freie Flächen
Natur + Reisen, Natur + Umwelt • 05.05.2021 • 14:15 - 14:45
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Originaltitel
planet e.
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Natur + Reisen, Natur + Umwelt

planet e.: Platz zum Wohnen - Der Kampf um freie Flächen

Nachverdichtung: weniger Quadratmeter für mehr Menschen. Damit soll der Landschaftsfraß gestoppt werden. Doch noch immer gehen jeden Tag 56 Hektar Natur verloren. Ende 2020 sollte der Flächenverbrauch bei 30 Hektar pro Tag gestoppt werden. Ziel verfehlt. Dabei hatte Rot-Grün in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie schon 2002 festgelegt, den täglichen Landschaftsverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Daher fordert der Architektur-Blogger Daniel Fuhrhop, Neubauten zu verbieten. Der bestehende Wohnraum müsse besser verteilt werden, so Fuhrhop. Älteren, alleinstehenden Menschen sollten kleinere Wohnungen angeboten werden, damit sie in den größeren Platz für Familien machen. Am Stadtrand entstünden sonst immer neue Wohnsiedlungen und Fachmarktzentren, aber die Innenstädte würden leer und lebloser. Beispiel Hamburg: Zwischen der Stadtgrenze und dem Ortsteil Bergedorf soll ein neuer Stadtteil für 15 000 Menschen gebaut werden. Die Grundstückskäufe und die Planungen durch die Stadt sind abgeschlossen, doch die örtlichen Landwirte laufen Sturm gegen das Großprojekt. 124 Hektar Fläche sollen der Natur und dem Ackerbau entzogen werden. Für Landwirt Günter Soltau heißt das: Aufgabe des Betriebes. Ein Drittel der Neubausiedlung Oberbillwerder soll auf der Fläche seines Hofes entstehen, den er nur gepachtet hat. Gegen die Räumungsklage klagt er nun. Natur wird immer mehr zu Mangelware. Die Bundesregierung konterkariert die eigenen Flächenverbrauchsziele, kritisiert auch die Professorin Lamia Messari-Becker von der Uni Siegen. So auch in Münster. Vor einigen Jahren wurde die Marke von 300 000 Einwohnern überschritten, und der Zuzugs-Trend hält an. Das Innenstadt-nahe Aaseeviertel aus den 1960er-Jahren sei geeignet für eine Nachverdichtung, die Rasenflächen zwischen den Häusern völlig sinnlos, da sie nicht genutzt würden, so die Planer. Sie möchten neue, fünfgeschossige Bauten im Viertel errichten. Der Haken: Mehrere Wohnhäuser müssen dafür abgerissen werden. Doch die Menschen darin lieben das Viertel so, wie es ist. "planet e." geht der Frage nach, wie und wo in Zukunft neuer Wohnraum entstehen soll. Bleibt das Grün in den Städten auf der Strecke? Oder werden immer mehr landwirtschaftlich nötige Flächen geopfert?
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