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Kultur, Magazin
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Infos
BR Mediathek: Nach Ausstrahlung 12 Monate, Weitere Informationen unter: www.br.de/puzzle
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2016
BR
Di., 29.05.
23:15 - 23:45


Viele Kulturen - ein Land

Thema:

Performance über das Elend der Bulgaren in München

Sie leben wie die Hunde, Straßenhunde, sagen sie von sich selbst. Auch in München gibt es eine große Gruppe obdachloser Bulgaren. Wenn die Bayernkaserne für sie Anfang Mai schließt, dann schlafen sie wieder unter den Brücken der Stadt, in den Parks, bei Regen und Kälte. Einige von ihnen leben so schon seit zehn Jahren oder länger in der Landeshauptstadt, gehen auf den sogenannten Arbeiterstrich, um potenziellen Arbeitgebern günstig als Arbeitskraft zur Verfügung zu stehen. Es sind keine illegalen Einwanderer, denn Bulgarien ist Teil der Europäischen Union. Sie kommen nach Deutschland, weil sie zu Hause hungern. Und da die meisten von ihnen Roma sind, werden sie in ihrem Heimatland auch noch diskriminiert. Nun machen die Bulgaren in München auf ihre Situation mit der Performance "Tagasyl" aufmerksam.

NSU - "Empörung reicht nicht"

Seit fünf Jahren wird am Oberlandesgericht München der NSU Prozess verhandelt. Neben Beate Zschäpe sind vier weitere Personen angeklagt. Der Vorwurf an Zschäpe: Bildung einer terroristischen Vereinigung, zehnfacher Mord und versuchter Mord. Neun der Opfer waren Migranten, sie wurden alle mit derselben Waffe erschossen. Dennoch haben die Ermittler bis zur Selbstenttarnung des NSU nie ernsthaft in Richtung Rechtsterrorismus ermittelt. Für Mehmet Daimagüler, einen der Opferanwälte, ist dies nur einer der Hinweise darauf, dass es in Deutschland einen institutionellen Rassismus gibt. In seinem Buch "Empörung reicht nicht" entlarvt er den Rassismus bei Ermittlern und in staatlichen Behörden und beschreibt, was ganz konkret heute gegen Rassismus in der Gesellschaft geschehen muss.

"Eingedeutscht. Die schräge Geschichte unserer Integration."

Dutzt oder siezt man Kinder und Tiere in Deutschland? Wer bezahlt im Restaurant die Rechnung? Und warum fühlen sich deutsche Frauen so gar nicht geschmeichelt, wenn man ihr Gesicht mit einem Vollmond vergleicht? Humorvoll erzählen die beiden Syrer Abdul Abbasi und Allaa Faham auf ihrem Youtube-Channel "German Life Style" über das Leben und den Alltag in Deutschland. Unterschiede, Stereotype und Vorurteile zwischen Syrern und Deutschen nehmen sie gekonnt auf die Schippe. Das hat ihnen nicht nur über 100.000 Fans eingebracht, sondern auch die Integrationsmedaille der Bundesregierung. Jetzt haben die beiden ein Buch geschrieben: "Eingedeutscht. Die schräge Geschichte unserer Integration."

"Win Place Show 2018"

"Sieh bloß zu, dass du Land gewinnst." Das hat man früher gesagt, wenn man gemeint hat: "Verschwinde, aber schnell!". "Land gewinnen" - das ist keine schöne Redewendung. Was aber, wenn die, denen immer gesagt wird: "verschwindet! Haut ab" mal wirklich im positiven Sinne sich Raum verschaffen und Platz für sich gewinnen. An den Münchner Kammerspielen gibt es jetzt ein Projekt mit dem hauseigenen Jugendclub, der Kammerklicke: die "Win Place Show 2018". Theaterbegeisterte junge Menschen stellen sich auf die Bühne und spielen Szenen, die sich so oder so ähnlich in ihrem Leben zugetragen haben könnten. Das Schicksal im Symbol eines Glücksrades. Sie kommen aus Afghanistan, Deutschland, Kongo, Rumänien, Südafrika, Syrien und der Ukraine. Diese jungen Menschen, denen vermutlich mehr als einmal gesagt wurde: "verschwindet", gewinnen Platz, Raum, Präsenz - und stecken an mit ihrer Lebensfreude.

Mariama auf dem Africa Festival Würzburg

"Heimat ist dort, wo ich eine Verbundenheit spüre, und wo Leute leben, die mir wichtig sind", sagt Mariama. Die Sängerin und Songwriterin ist in Sierra Leone geboren, in Deutschland zur Schule gegangen und pendelt zwischen Köln und Paris. Im Herbst soll ihr zweites Album erscheinen, jetzt ist sie schon mal auf dem Africa Festival in Würzburg zu erleben.



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