Beethoven Volksliederbearbeitungen bilden sicherlich den unbekanntesten und unterschätztesten Anteil seines Gesamtwerks. Der Bonner Gälisch-Experte Michael Klevenhaus will mehr darüber erfahren und begibt sich auf Spurensuche. Von der schottischen Dudelsack-Legende Allan McDonald erfährt er, dass Beethoven ein gälisches Lied per Post zugesandt bekam. Beethoven machte daraus eine klassische Liedbearbeitung. Die Ähnlichkeiten in der Melodie sind frappierend, doch in Beethovens Version findet sich keine Spur des Gälischen. Stattdessen enthält sie einen Text des schottischen Nationaldichters Sir Walter Scott - in englischer Sprache.Beethoven hatte im Auftrag des schottischen Verlegers George Thomson zwischen 1809 und 1820 rund 180 schottische, walisische und irische Volkslieder für eine Begleitung durch klassisches Klaviertrio bearbeitet. Doch weder im Text noch im Titel ist ein Zusammenhang mit dem gälischen Original zu erkennen.Die Dokumentation begleitet Michael Klevenhaus, während er von der konfliktreichen Beziehung zwischen dem Komponisten und seinem schottischen Auftraggeber erfährt, und in Bonn, Wien und in den atemberaubenden Landschaften der schottischen Highlands recherchiert. Mithilfe von lokalen Musikern und Fachleuten findet er immer mehr Hinweise darauf, dass sich in den Liedbearbeitungen einige gälische Originalmelodien verstecken. Vor Beethoven wurde geheim gehalten, dass die Gälen in brutalen Säuberungsaktionen aus den Schottischen Hochländern vertrieben wurden. Auch ihre Sprache und Kultur wurden fast ausgelöscht. Der von revolutionärem Geist beflügelte Beethoven wusste nichts davon.