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Talk, Gesellschaft und Soziales
scobel

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2010
3sat
Do., 13.09.
21:00 - 22:00


Moderator Gert Scobel spricht im Studio mit Experten über ausgewählte Themen aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Zu den jeweiligen Schwerpunkten werden außerdem redaktionelle Beiträge gezeigt.
Die Bologna-Reform sollte alles verbessern: schneller Berufseinstieg, vergleichbare Abschlüsse, Fachkräfteverjüngung. Doch alles liegt im Argen. Was muss sich im Bildungswesen verändern?
Orientieren sich die deutschen Hochschulen zunehmend an wirtschaftlichen Interessen? Diese und andere Fragen diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen.
In 20 Jahren hat sich die Studentenzahl in Deutschland fast verdoppelt. Dies führte zu einem kleinen Ausbau von Unis und einem beachtlichen Wachstum von Fachhochschulen in privater Trägerschaft.
Die Bologna-Reform sollte eigentlich das Zukunftsmodell für die Hochschulen werden. Schaut man sich die Studentenzahlen an, so kann man von einem quantitativen Erfolg sprechen. Qualitativ sieht die Lage aber etwas anders aus: Die Studiendauer ist nicht kürzer geworden, da die Verschulung der Kurse und der Leistungsdruck in den Fächern wieder zu längeren Semesterzeiten führen.
Kritisch betrachtet wird nach wie vor das Bachelor-Studium, das viele Studenten und Professoren als oberflächlich bewerten. In den vergangenen Jahren hat sich die Studienabbruchsquote kaum verändert, sie beträgt nach wie vor 28 Prozent. Im Masterstudium stieg sie sogar von 2012 bis 2016 von neun auf 19 Prozent.
Während Studenten über Zeitprobleme und fehlende Freiräume klagen, bemängeln Professoren den erhöhten Prüfungs- und Verwaltungsaufwand. Für viele Projekte müssen Drittmittel akquiriert und umfangreiche Publikationsnachweise erbracht werden. Zudem werden über 80 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter nur befristet beschäftigt. Dementsprechend scheitern oft jahrelange Investitionen in die Aus- und Fortbildung des akademischen Nachwuchses, nicht selten wegen prekärer Beschäftigungsverhältnisse.
Den hohen Studentenzahlen entspricht kein vergleichbarer Ausbau der Universitäten - aber ein beachtliches Wachstum von Fachhochschulen in privater Trägerschaft. Orientieren sich die Hochschulen damit zunehmend an den Interessen und dem Bedarf der Industrie?
Was ist aus dem Humboldtschen Bildungsideal - umfassende Bildung und ganzheitliches Lernen - geworden? Sind die Freiheit der Forschung und Lehre tatsächlich garantiert bei einem hohen Anteil fremdfinanzierter und interessengeleiteter Wissenschaft? Welche Funktion soll die Hochschule der Zukunft primär erfüllen: Soll sie Kritik und universelle Bildung vermitteln? Oder soll sie in erster Linie der Wirtschaft dienen?

Thema:

Hochschule der Zukunft

Die Bologna-Reform sollte alles verbessern: schneller Berufseinstieg, vergleichbare Abschlüsse, Fachkräfteverjüngung. Doch alles liegt im Argen. Was muss sich im Bildungswesen verändern? Orientieren sich die deutschen Hochschulen zunehmend an wirtschaftlichen Interessen? Diese und andere Fragen diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen. In 20 Jahren hat sich die Studentenzahl in Deutschland fast verdoppelt. Dies führte zu einem kleinen Ausbau von Unis und einem beachtlichen Wachstum von Fachhochschulen in privater Trägerschaft. Die Bologna-Reform sollte eigentlich das Zukunftsmodell für die Hochschulen werden. Schaut man sich die Studentenzahlen an, so kann man von einem quantitativen Erfolg sprechen. Qualitativ sieht die Lage aber etwas anders aus: Die Studiendauer ist nicht kürzer geworden, da die Verschulung der Kurse und der Leistungsdruck in den Fächern wieder zu längeren Semesterzeiten führen. Kritisch betrachtet wird nach wie vor das Bachelor-Studium, das viele Studenten und Professoren als oberflächlich bewerten. In den vergangenen Jahren hat sich die Studienabbruchsquote kaum verändert, sie beträgt nach wie vor 28 Prozent. Im Masterstudium stieg sie sogar von 2012 bis 2016 von neun auf 19 Prozent. Während Studenten über Zeitprobleme und fehlende Freiräume klagen, bemängeln Professoren den erhöhten Prüfungs- und Verwaltungsaufwand. Für viele Projekte müssen Drittmittel akquiriert und umfangreiche Publikationsnachweise erbracht werden. Zudem werden über 80 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter nur befristet beschäftigt. Dementsprechend scheitern oft jahrelange Investitionen in die Aus- und Fortbildung des akademischen Nachwuchses, nicht selten wegen prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Den hohen Studentenzahlen entspricht kein vergleichbarer Ausbau der Universitäten - aber ein beachtliches Wachstum von Fachhochschulen in privater Trägerschaft. Orientieren sich die Hochschulen damit zunehmend an den Interessen und dem Bedarf der Industrie? Was ist aus dem Humboldtschen Bildungsideal - umfassende Bildung und ganzheitliches Lernen - geworden? Sind die Freiheit der Forschung und Lehre tatsächlich garantiert bei einem hohen Anteil fremdfinanzierter und interessengeleiteter Wissenschaft? Welche Funktion soll die Hochschule der Zukunft primär erfüllen: Soll sie Kritik und universelle Bildung vermitteln? Oder soll sie in erster Linie der Wirtschaft dienen?



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