Als ihre alte Jugendliebe auf dem Frachtschiff auftaucht, auf dem Alice Lesage (Ariane Labed) als Technikerin arbeitet, wirkt sich das auf ihr Privatleben aus.

Die 30-jährige Alice hat einen für eine Frau recht ungewöhnlichen Beruf: Sie ist Schiffsmechanikerin auf einem Frachter, weshalb sie regelmäßig für einen längeren Zeitraum auf hoher See unterwegs ist - Hunderte von Meilen getrennt von ihrem Freund Félix (Anders Danielsen Lie). Täglich muss sich Alice gegen die durchweg männliche Besatzung des Schiffs durchsetzen, auf die sie als einzige Frau an Bord eine magnetische Ausstrahlung hat. Das funktioniert so lange, bis ihre alte Jugendliebe Gaël Levasseur (Melvil Poupaud) als Kapitän mit an Bord kommt und das Kommando übernimmt. Hin- und hergerissen zwischen ihrem Leben an Land und dem auf dem Meer, beginnen die beiden schließlich eine folgenschwere Affäre.

Vom Schauspiel zur Regie

Der Film thematisiert das Leben einer Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt durchsetzen muss. Für die Regie zeichnet die französische Schauspielerin Lucie Borleteau verantwortlich, die ihr darstellerisches Debüt 2004 gab und mit "Alice und das Meer" rund zehn Jahre später erstmals auch den Part der Regisseurin übernahm. Das auf mehreren kleinen Film-Festivals, unter anderem dem "Festival de Cinéma Européen des Arcs", vorgespielte Werk wurde von Kritikern durchgehend gelobt. Borleteau selbst schrieb in Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Clara Bourreau ("Cannabis") auch das Drehbuch.