Vor dem Hintergrund seiner eigenen Vergangenheit reiste der Fotograf Josef Koudelka in die palästinensischen Autonomiegebiete, die von Israel abgeschottet sind.

Man sollte meinen, dass Menschen und die Länder, die sie repräsentieren, im 21. Jahrhundert vernünftig genug sind, jegliche Konflikte so gering wie möglich zu halten, einander zu respektieren und in Einklang nebeneinander zu leben. Trotzdem gibt es noch immer Kämpfe um Gebiete und Abschottung wie schon zu Zeiten der deutsch-deutschen Teilung. Besonders schrecklich muss dies für den aus Tschechien stammenden Fotografen Josef Koudelka sein, der Zeuge wurde, wie der Eiserne Vorhang, der Mitteleuropa in Kommunisten und Kapitalisten teilte, hochgezogen, aber auch wieder herabgelassen wurde. Zum Ausdruck brachte dies ein Fotoprojekt, das Koudelka über vier Jahre hinweg verfolgte und für das er Schwarz-weiß-Bilder aus den Staaten Palästina und Israel aufnahm, die durch eine neun Meter hohe Mauern getrennt werden.

Reise in eine geteilte Region

Die Realisierung dieses Projektes begleitete Regisseur Gilad Baram als Assistent des Fotografen und schuf daraus den vorliegenden Dokumentarfilm. Er porträtiert, wie auch die Bilder Koudelkas, den tiefen Abgrund zwischen den beiden Staaten und ihren Völkern, der von einer menschlichen Perspektive aus betrachtet geradezu irrwitzig ist. Diese Konflikte sowie den Prozess der Verarbeitung seitens des Fotografen macht der Beitrag emotional und greifbar.