Peter Gersina nimmt die Stereotype von heißblütigen Türken und pingeligen Deutschen und dreht sie in der Komödie mit Esther Schweins und Adnan Maral einfach um.

Auf der einen Seite ist da Lissi Weidinger (Schweins), auf der anderen Kenan Ataman (Maral) - buchstäblich, denn die beiden Parteien bewohnen jeweils eine Hälfte eines Doppelhauses, welches Lissi gehört. Sie verdingt sich als Autorin, bei der auch einmal das Chaos einzieht - oder die Schreibblockade, bei der auf dem Papier nichts mehr geht. Kenan hingegen ist die Ordnung in Person, als Bauleiter muss er schließlich sehr organisiert durch seinen Beruf gehen. Diese Konstellation allein sorgt für den ein oder anderen Zwist, wenn die beiden grundverschiedenen Persönlichkeiten - als direkte Nachbarn keine Seltenheit - aufeinanderprallen. Verschärft wird die Lage noch, als Lissi nicht mehr solvent genug ist, um ihre Immobilie zu halten. Und als Kenan nach einem Feuer bei seiner Vermieterin auch noch als Gastgeber herhalten muss, scheint das Chaos perfekt.

Kultur, die mehr als einmal zusammenrauscht

Adnan Maral, der nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Ideengeber der Komödie ist, dürfte vielen noch aus einer anderen ARD-Produktion bekannt sein: der Vorabendserie "Türkisch für Anfänger", in der er einen Polizisten verkörperte, der mit einer deutschen Chaosfrau zusammenkommt. Diese explosive Mischung war derart erfolgreich, dass Jahre später ein Kinofilm dazu folgte. Hier wird nun eine weiterentwickelte und an die Zeit angepasste Form des Konzepts präsentiert.