Als ein Edikt des Kaisers die Juden von Prag zum Verlassen der Ghettostadt auffordert, ist für Rabbi Löw die Zeit gekommen, nach Regeln magischer Überlieferung aus Lehm die Gestalt des Golem zu formen, der zum Retter der Juden werden soll. Nachdem dieser die Juden vor der Vertreibung aus ihrem Ghetto bewahrt hat, bringt ihn eine unglückliche Liebe - begünstigt durch eine schlechte Sternenkonstellation - zur Raserei. Der Golem läuft Amok, brennt das halbe Ghetto nieder und wird schließlich durch ein Kind wieder zu Stein.

Dies ist ein grandioser Stummfilm, dessen Geschichte der Darsteller, Co-Regisseur und Drehbuchautor Paul Wegener frei nach einem Heine-Gedicht erfand. Architekt und Ausstatter Hans Poelzig schuf hier ein mittelalterliches Prag, dessen Bauten und Dekoration es wie ein Traumland erscheinen lassen. Kameramann Karl Freund tat sein Übriges, um das prägnante Spiel Wegeners faszinierend einzufangen. Ein Meisterwerk! Die viragierte Fassung mit neu komponierter Musik von Ajoscha Zimmermann wurde im Münchener Filmmuseum wieder hergestellt.