Gerade erst aus dem Knast entlassenen, hat der wegen Drogen- und Waffenbesitzes verurteilte Oscar Grant Schwierigkeiten ein normales Leben zu führen. Denn der Metzger will auch seine Frau und seine Tochter versorgt wissen. Da er aber keinen Job findet, lässt er sich wieder auf schräge Geschäfte ein. Als Vorsatz für das neue Jahr will Oscar aber den illegalen Machenschaften abschwören. Doch nachdem man Silvester gefeiert hat, kommt es auf der Rückfahrt im Zug zu einer Schlägerei. An der Station Fruitvale greift die Polizei ein ...

Nach wahren Ereignissen, die nicht nur im kalifornischen Oakland, sondern in den gesamten USA Zorn und Entrüstung hervorriefen, inszenierte Ryan Coogler im Stile eines Doku-Dramas die letzten Stunden des Oscar Grant bis zu dessen gewaltsamen Tod durch die Polizei. Dabei ist der Regisseur etwas zu sehr darauf bedacht, Grant als Unschuldslamm, dass lediglich auf die schiefe Bahn geraten ist, darzustellen - auch wenn dieser Umstand dazu dient, die unbegreiflichen Ereignisse noch schärfer zu verurteilen. In der ersten Stunde plätschert der Film etwas dahin, verliert sich in langweiligen Alltäglichkeiten und hält nur die Spannung durch die Tatsache, dass anfangs auch jenen Zuschauern, die die Hintergründe der Geschichte vom 1. Januar 2009 vielleicht nicht mitbekommen oder nicht mehr präsent haben, klar gemacht wird, dass das Ende ein furchtbares ist. Umso mehr lässt dann das tödliche Ende den Zuschauer fassungslos zurück. Kurz vor dem US-Start des Films gab es weitere Aufregung: In Florida wurde der weiße Mörder eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch ein Geschworenengericht freigesprochen. Ein Urteil, das erneut eine landesweite Rassismusdebatte auslöste. Im Fall Grant allerdings war die Faktenlage durch Zeugen und Handyfilmaufnahmen eindeutiger.



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