Clint Eastwood

Regisseur, Schauspieler, Autor und Komponist: Clint Eastwood. Vergrößern
Regisseur, Schauspieler, Autor und Komponist: Clint Eastwood.
Fotoquelle: Randy Miramontez/shutterstock.com
Clint Eastwood
Geboren: 31.05.1930 in San Francisco, Kalifornien, USA

Keiner ist so schön wortkarg, verkniffen und erbarmungslos cool wie er. Clint Eastwood zählt zu den wenigen Schauspielstars, deren Namen auf dem Kinoplakat in der Regel genügen, um die Kassen klingeln zu lassen. Aber die Schauspielerei ist nur eine Seite seines Welterfolgs. Bis zu seinen Auszeichnungen als Regisseur (unter anderem für den oscarprämierten Western "Erbarmungslos", 1992) blieb lange unbeachtet, dass Eastwood seit 1971 sowohl als Regisseur und seit 1982 auch als Produzent bemerkenswerte Erfolge verzeichnet.

2005 gelang Eastwood ein ganz großer Triumph mit seinem Boxerdrama "Million Dollar Baby". Bei der Oscarverleihung erhielt sein Werk die Trophäe als bester Film und Eastwood als bester Regisseur - und das gegen Scorseses gefeiertes Biopic "Aviator". Darüber hinaus gab's den Preis für die beste weibliche Hauptrolle (Hilary Swank) und für die beste männliche Nebenrolle (Morgan Freeman). 2006 schließlich folgte das Kriegsdrama "Flags of Our Fathers", dem er noch im gleichen Jahr das oscarnominierte "Letters from Iwo Jima" entgegensetzte - den Krieg aus japanischer Sicht. Dafür erhielt er 2007 den Golden Globe für den besten nichtenglischsprachigen Film.

Der Kinogänger aber kennt in erster Linie den hager-drahtigen, 1,93 Meter großen Leinwandstar: Faltenzerfurchtes Gesicht, zusammengekniffene Augen, Stoppelbart, angekauter Tabakstengel, Fransenjacke oder grobes Tweedsakko. Sogar Krawatte ist dem Agenten erlaubt, nur ungebügelt muss sie ausschauen. Auf keinen Fall glatt. So kennt und liebt ihn sein Publikum aus ungezählten Western und Polizeifilmen. Seinen internationalen Durchbruch feierte der ehemalige Gelegenheitsarbeiter, Bademeister und US-Army-Ausbilder nach einigen B-Movies, darunter einige für Jack Arnold, und den Serien "Maverick" und "Tausend Meilen Staub" in drei Italo-Western von Sergio Leone: "Für eine Handvoll Dollar" (1964), "Für ein paar Dollar mehr" (1965) und "Zwei glorreiche Halunken" (1966) – später auch unter dem Namen "Paella-Trilogie" bekannt.

Wieder in den USA, gründete Eastwood seine eigene Produktionsfirma "Malpaso" mit der er sich 1967 durch den Western "Hängt ihn höher" (1967, Regie: Ted Post) erfolgreich als Co-Produzent einführte. In Zusammenarbeit mit Regisseur Don Siegel entstanden unter anderem die Filme "Coogans großer Bluff" (1968) und - ein weiterer Meilenstein in Eastwoods Filmschaffen - der Polizeifilm "Dirty Harry" (1971). Im selben Jahr gab Eastwood mit "Sadistico" sein Regiedebüt. Im Mittelpunkt von "Dirty Harry" steht Inspektor Harry Callahan, bewaffnet mit einer 44er Magnum. Ein Mann, der im Auftrag von Recht und Ordnung nach der Devise handelt: Töten oder getötet werden. Ein neuer Mythos war geboren. Der stoppelbärtige Westernheld agierte nun im Dschungel der Großstadt - insgesamt fünf Filme lang. Die Reihe um den resoluten Inspektor wurde mit "Dirty Harry II", "Dirty Harry III - Der Unerbittliche" (1976), "Dirty Harry kommt zurück" (1983) und "Dirty Harry V - Das Todesspiel" (1988) fortgesetzt.

Clint Eastwood gelangen seit den späten Siebzigerjahren in schöner Regelmäßigkeit immer wieder Kinoknüller: "Der Texaner" (1975), "Flucht von Alcatraz" (1979, Regie: Don Siegel), "Der Wolf hetzt die Meute" (1984), "Pale Rider - Der namenlose Reiter" (1985), "Bird" (1987), das Filmporträt des Jazzmusikers Charlie Parker, Wolfgang Petersens Bodyguard-Thriller "In the Line of Fire - Die zweite Chance" (1993) und die Bestseller-Verfilmung "Absolute Power" (1996).

Dazwischen gab es aber auch schwächere Filme wie "Weißer Jäger, schwarzes Herz" (1990) oder "Perfect World" (1993), der unter dem hölzernen Spiel seines Hauptdarstellers Kevin Costner litt. Obwohl Eastwood mit seinen harten Rollen bekannt wurde, gibt es in seinem Spiel vor der Kamera bisweilen auch eine sanfte Seite. In Filmen wie die unter seiner Regie entstandene romantische Komödie "Bronco Billy" (1980) wird sie spürbar. Der Liebesfilm "Die Brücken am Fluss" (1995, mit Meryl Streep) belegt Eastwoods große Schauspielkunst, zeigt aber auch, dass das Alter auch einem Clint Eastwood Grenzen setzt.

Das zeigten noch deutlicher zwei weitere Arbeiten. Der allzu betulich inszenierte, überlange Kriminalfilm "Mitternacht im Garten von Gut und Böse" (1997) war ein großer Kassenflop. Danach spielte Eastwood unter eigener Regie in "Ein wahres Verbrechen" (1998) eine Rolle, für die er drei Jahrzehnte zu alt war. Immerhin gibt es ein paar schöne Dialoge mit James Woods, aber das war's dann auch. Dafür verstören zahlreiche Anfängerfehler in der Regie, zum Beispiel Achsensprünge und Anschlussfehler. 2000 inszenierte Clint Eastwood dann das spaßige Sciencefiction-Abenteuer "Space Cowboys", in dem er selbst auch die Hauptrolle übernahm. An seiner Seite sind Tommy Lee Jones, James Garner und Donald Sutherland zu sehen. 2002 folgte der Krimi "Blood Work", Hauptrolle wieder Eastwood, und 2003 die gelungene Regiearbeit "Mystic River". Einmal mehr oscarnominiert ging Clint Eastwood bei der Verleihung aber leer aus, während seine Darsteller Sean Penn und Tim Robbins stolz auf den Gewinn des Awards als bester Haupt- bzw. Nebendarsteller verweisen konnten.

2008 inszenierte Clint Eastwood nach wahren Begebenheiten mit "Der fremde Sohn" ein stimmiges Zeitkolorit mit vielen düsteren Momenten. Trotz der schlecht agierenden und dennoch für den Oscar nominierten Angelina Jolie gelang es Eastwood in diesem Krimidrama die Geschichte einer allein erziehende Mutter, deren Sohn verschwunden ist und die nach einigen Monaten einen fremden Jungen als eigenes Kind präsentiert bekommt, präzise, spannend und treffend einzufangen. Im gleichen Jahr setzte er auch das Drama "Gran Torino" gekonnt in Szene. Eastwood agierte hierbei nicht nur hinter der Kamera, sondern schlüpfte einmal mehr in die Hauptrolle und übernahm den Part des Grantler Walt Kowalski, der sehr zurückgezogen lebt und seine Nachbarn argwöhnisch betrachtet. Wenig spektakulär, aber dennoch ungemein fesselnd, erzählt Eastwood die Geschichte eines konservativen Menschen, der sich eines Besseren belehren lässt und schließlich für die Menschen eintritt, die er zunächst zu hassen vorgibt. Nach Beendigung der Dreharbeiten kündigte er an, dass dies sein letzter Auftritt vor der Kamera gewesen sei.



Ein Jahr später kommt sein "Invictus - Unbezwungen" in die Kinos. Morgan Freeman als Nelson Mandela und Matt Damon in der Rolle des Rugby-Spielers François Pienaar wurden für ihre überragende schauspielerische Leistung mit dem Oscar nominiert. Kritiker verliehen Eastwoods Alterswerk Vorschusslorbeeren und handelten das Apartheidsdrama als Oscarfavoriten, doch weder der Film noch der Regisseur erhielten eine Nominierung. Dabei überzeugen nicht nur die Schauspieler, sondern auch Clint Eastwood weiß durch eine klare Erzählstruktur und dem unbedingten Willen, Wege gegen Rassismus und Intoleranz aufzuzeigen, zu überzeugen. Ein berührendes Werk nach wahren Ereignissen: Gerade aus der Haft entlassen wird Nelson Mandela zum Präsident von Südafrika gewählt und hat alsbald Probleme mit der Führung eines von der Apartheid zerrissenen Landes. Doch Mandela glaubt daran, dass ein sportlicher Erfolg die Rassenvorurteile beseitigen könnte. So unterstützt er voller Tatendrang das südafrikanische Rugby-Team, das bei der Weltmeisterschaft 1995 als klarer Außenseiter gilt. In dem weißen Mannschaftskapitän François Pienaar findet er jemanden mit offenen Ohren, dessen Herz auch für das Land schlägt.

Weitere Filme und Serien von und mit Clint Eastwood:

Die Fünfzigerjahre: "Die Rache des Ungeheurs" (ungenannt), "Allen in Movieland", "Die nackte Geisel" (ungenannt), "Tarantula", "Francis In The Navy" (alle 1955), "Nur du allein" (ungenannt), "Highway Patrol" (TV-Serie), "Klar Schiff zum Gefecht" (ungenannt), "Noch heute sollst du hängen" (ungenannt), "Im wilden Westen" (TV-Serie), "The First Traveling Saleslady" (alle 1956), "West Point" (TV-Serie), "Verschollen in Japan" (beide 1957), "Navy Log" (TV-Serie), "Lafayette Escadrille", "Ambush at Cimarron Pass" (alle 1958).

Die Sechzigerjahre: "The Eamonn Andrews Show" (TV-Serie, 1965), "Hexen von heute" (1966), "Maledetto Gringo" (1967, ein Zusammenschnitt aus Folgen der Serie "Tausend Meilen Staub"), "Agenten sterben einsam" (1968), "Ein Fressen für die Geier", "Stoßtrupp Gold", "Westwärts zieht der Wind" (alle 1969).

Die Siebzigerjahre: "Betrogen" (1971), "Sinola" (1972), "Begegnung am Vormittag" (nur Regie), "Die Letzten beißen die Hunde", "Ein Fremder ohne Namen" (alle 1973), "Im Auftrag des Drachen" (Regie und Hauptrolle, 1974), "Der Mann, der niemals aufgibt" (Regie und Hauptrolle, 1977), "Der Mann aus San Fernando" (1978).

Die Achtzigerjahre: "Mit Vollgas nach San Fernando" (1980), "Firefox" (Regie, Produzent und Hauptrolle, 1981), "Honkytonk Man" (Regie, Produzent und Hauptrolle, 1982), "City Heat - Der Bulle und der Schnüffler", "Terror im Parkett" (beide 1984), "Amazing Stories" (Regie, TV-Serie, 1985), "Heartbreak Ridge" (1986), "Thelonious Monk: Straight, No Chaser" (1988, Musik-Dokumentation, nur Produzent), "Pink Cadillac" (1989).

Die Neunzigerjahre: "Rookie - Der Anfänger" (1990), "Casper" (1995, ungenannt), "Der wunderliche Mr. Cox" (1995, nur Produzent), "Qui" (Kurzfilm, 1997, nur Musik), "Monterey Jazz Festival: 40 Legendary Years" (1998, Musik-Dokumentation, nur Produzent).

Seit 2000: "Piano Blues and Beyond" (Musik-Dokumentation, 2001), "Budd Boetticher: An American Original", "Budd Boetticher: A Man Can Do That" (Dokumentationen, beide 2005, nur Produzent), "Die Zeit ohne Grace" (nur Musik), "Tony Bennett: The Music Never Ends" (nur Produzent, beide 2007), "You Must Remember This: The Warner Bros. Story" (2008, Produzent und Erzähler), "Johnny Mercer: The Dream's on Me" (2009, Musik-Dokumentation, nur Produzent) und - wieder mit Matt Damon - "Hereafter - Das Leben danach" (2010, Regie), "J. Edgar" (2011), "Back in the Game" (2012).


Zur Filmografie von Clint Eastwood
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