US-Scharfschütze Chris Kyle wird während des Irak-Krieges zur Legende. Immer wieder gelingt es ihm, mit präzisen tödlichen Schüssen viele seiner Kameraden zu retten. Seine Reputation bezüglich seiner Treffsicherheit lässt auch den Feind aufhören und die feindlichen Iraker setzen ein Kopfgeld aus. Auf Fronturlaub heiratet Chris seine Liebe Taya, mit der er schließlich auch eine Familie gründet. Dennoch zieht es Chris immer wieder in das Krisengebiet zurück. Die vielen Einsätze im Irak hinterlassen bei Chris schließlich deutlich ihre seelischen Spuren ...

Fragwürdig und erzkonservativ patriotisch

Dass sich dieses Helden-Epos von Clint Eastwood über die Erlebnisse des durchaus umstrittenen Irak-Veteranen Chris Kyle in den USA zu einem Megahit entwickeln würde, hat wohl selbst der Regisseur nicht erwartet. Denn nach nur kurzer Zeit (US-Kinostart war Ende Dezember 2014) spielte das Werk weit über das fünffache seines 58-Millionen-Dollar-Budgets an den amerikanischen Kinokassen ein und wurde so zum finanziell erfolgreichstes Film des 84-jährigen Regisseurs Clint Eastwood und auch zum erfolgreichsten Kriegsfilm aller Zeiten. Und das, obwohl die dem Film zugrunde liegende Autobiografie von Chris Kyle äußerst umstritten ist, da Kyle sogar gerichtlich mehrfach der Lüge überführt wurde. Doch davon wollte der reaktionäre Eastwood offenbar nichts wissen. Er setzte dem fragwürdigen Charakter ein filmisches Denkmal, schweigt sich über die Motive seines Attentäters (Kyle wurde als Betreuer von Kriegsveteranen von einem solchen erschossen) aus und baut seine – oft sehr sprunghaft erzählte Geschichte – hauptsächlich auf den heldenhaften Taten des Scharfschützen auf. Dabei findet Eastwood immer wieder starke Bilder – etwa wenn der offenbar gebrochene Held zu Hause von dem ausgeschalteten TV-Gerät sitzt -, verzettelt sich aber auch in einer manchmal recht wirr wirkenden Dramaturgie. Dass Eastwood starke Filme inszenieren kann, hat er in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen, doch selten waren deren Inhalte derart fragwürdig und erzkonservativ patriotisch (am ehesten noch bei „Firefox“ und „Heartbreak Ridge“). Mehr Ambivalenz hätte diesem einseitigen Heldenbild deutlich besser getan!