Pierre Arditi

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Später Durchbruch: Pierre Arditi
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Pierre Arditi
Geboren: 01.12.1944 in Paris, Frankreich

Erst relativ spät wurde ein breiteres Publikum auf Pierre Arditi aufmerksam: Seinen ersten Auftritt hatte er zwar schon 1967 in einer Folge der TV-Serie "En votre âme et conscience" und gab sein Kinodebüt schon 1970 in "Alyse et Chloé ", doch in den Siebzigerjahren blieb er überwiegend bei diversen TV-Serien und -Filmen wie "Face aux Lancaster" (1971) oder "L'Etang de la Breure" (1973). Seinen ersten bemerkenswerten Auftritt im Kino hatte er 1977 in "Das Ende der Nacht" von Yannick Bellon: Vier Männer vergewaltigen eine Krankenschwester, für die sich danach im familiären und gesellschaftlichen Umfeld die Demütigung nahtlos fortsetzt. Ein wesentlicher Karriereschub für Pierre Arditi war die Zusammenarbeit mit Alain Resnais, der ihn fortan ständig in seinen Filmen besetzte. In "Mein Onkel aus Amerika" (1980) spielte er neben Gérard Depardieu, Nicole Garcia und Marie Dubois.

Obwohl Arditi seither in Filmen aus allen möglichen Genres und auf höchst unterschiedlichem Niveau auftrat, fällt doch auf, dass er gern und oft mit bestimmten Leuten zusammenarbeitete. Neben Regisseur Resnais war dies vor allem seine Kollegin Sabine Azéma. "Die Spürnase" (1982) von Jean-Luc Miesch war ein Kriminalfilm um Léo Malets bekannte Seriendetektiv Nestor Burma, der später in einer erfolgreichen TV-Serie von Guy Marchand dargestellt wurde. Arditi spielte allerdings nicht die Titelrolle, sondern eine Nebenrolle neben Michel Serrault in der Hauptrolle und Jane Birkin, sowie Guy Marchand, der sich hier bei Serrault schon einmal ansehen konnte, wie Nestor Burma auftritt.

Zusammen mit Vittorio Gassman, Geraldine Chaplin, Fanny Ardant und Sabine Azéma arbeitete er 1983 in "Das Leben ist ein Roman" wieder unter Alain Resnais. "Ein herrlich verkitschter Sing-Film, eine satirische Humoreske, ein Haufen Moder-Mystik und eine amüsante Zyniker-Farce", fand Filmkritikerin Ponkie im Filmjahr 1985. Jean Marc Turine, Jean Mascolo und die bekannte Schriftstellerin Marguerite Duras führten Regie bei dem schwierigen Film "Die Kinder" (1984), in dem Arditi einen Reporter spielt. In "Mélo" (1986), einer klassischen Dreiecksgeschichte, arbeitete Arditi wieder unter Alain Resnais. Seine Partnerinnen waren Sabine Azéma und Fanny Ardant.

1987 spielte Arditi in Jean-Claude Sussfelds "Der nackte Schatten" mit Mathilda May. Darin schließt er sich nackt aus seiner Wohnung aus. Daraus entwickelt sich keine Klamotte, sondern ein Psychothriller. Denn beim Versuch, ins offene Badezimmerfenster zu steigen, erschreckt er einen Nachbarjungen so sehr, dass dieser vom Balkon fällt.

1989 sah man ihn in "Radio Indiskret" von Yves Boisset mit Claude Brasseur und in dem Eifersuchts- und Ehedrama "Colette: Duo" von Claude Santelli. "Erlesene Kreise" mit Michel Piccoli war ein vierteiliger TV-Film über das Paris der Zwanzigerjahre. Regie führte Edouard Molinaro. Zwischendurch drehte Arditi auch einmal ein paar Komödien unterschiedlicher Qualität, etwa "Geheimauftrag Erdbeer Vanille" (1989) von Gérard Oury (mit Sabine Azéma) oder "Gemischtes Doppel" (1991) von Philippe de Broca.

Bei dem Politthriller-Spezialisten Costa-Gavras stand Arditi 1992 für die bitterböse Satire "Die kleine Apokalypse" vor der Kamera: Ein erfolgloser Schriftsteller steht im Ruf, des Lebens überdrüssig zu sein. Seine tollen Freunde versuchen ihn zu überreden, sich öffentlich zu verbrennen, da sich dies wohl auflagensteigernd auswirken könnte. Unter Alain Resnais spielte er in dem fünfstündigen Doppel-Film "Smoking" und "No Smoking" (1993)alle männlichen Rollen. Seine Partnerin war - erneut - Sabine Azéma. Die Handlung wird an entscheidenden Stellen von eigentlich unbedeutenden Zufällen und Details beeinflusst und verzweigt sich: ein Was-wäre-wenn-Spielchen, das in Frankreich sehr erfolgreich war.

Arditi arbeitete 1997 in "Das Leben ist ein Chanson" noch einmal mit Sabine Azéma und Alain Resnais zusammen. Das Ergebnis war diesmal eine gegen den Strich gebürstete Beziehungskomödie, in der die Hauptfiguren in den krisenhaftesten Momenten französische Chansons anstimmen. Dazwischen spielte Arditi unter Yves Boisset in "Die Affäre Dreyfus" (1994), unter Gérard Marx in "Herzdame" (1995) und unter Claude Lelouch in "Männer und Frauen - Eine Gebrauchsanleitung" (1996). 1998 sah man ihn neben Gérard Depardieu und Ornella Muti in der vierteiligen TV-Fassung von "Der Graf von Monte Christo".

Weitere Filme mit Pierre Arditi: "Auch Mörder haben schöne Träume" (1980), "Hinter den Felsen lauert der Tod" (1981), "Liebe bis in den Tod" (1984), "Streng persönlich", "Ein Tag in Paris" (beide 1985), "Die Liebe der Florence Vannier", "Verräter", "Flag" (alle 1986), "Brennender Sommer", "Poker", "Raffinierte Rache", "Agent Trouble - Mord aus Versehen" (alle 1987), "Natalia" (1988), "L'Ombre" (1992), "Der Husar auf dem Dach", "Launen eines Flusses" (beide 1995), "Dr. Berg - Nur das Leben zählt" (1996), "Messieurs les enfants", "Un et un font six" (TV-Serie, acht Folgen), "Wenn die Katze lächelt" (alle 1997), "Begegnung in Venedig", "Un amour de cousine" (beide 1998), "Les enfants du printemps" (1999), "L'île bleue" (2000), "Saveur Giordano" (TV-Serie, 16 Folgen, 2000 - 2008), "Ausgerechnet zu Weihnachten", "Patron sur mesure" (alle 2002), "Julie - Agentin des Königs" (2004), "Das Parfüm der Dame in Schwarz" (2005), "Herzen" (2006), "Affären à la Carte" (2009).


Zur Filmografie von Pierre Arditi
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