Bill Munny war vor seiner Heirat ein gefürchteter Revolverheld. Nach dem Tod seiner Frau betreibt er mit seinen zwei Kindern mehr schlecht als recht eine Schweinezucht. Als in Big Whiskey (toller Ortsname!) eine Prostituierte von zwei Cowboys grausam entstellt wird, behandelt dies der örtliche Sheriff als minderschwere Ordnungswidrigkeit. Die Huren legen zusammen und setzen ein Kopfgeld auf die Täter aus. Da der alte Munny dringend Geld braucht, nimmt er den Auftrag an. Doch die Helden sind müde geworden ...

Mit diesem Werk gab Eastwood quasi eine Zusammenfassung des Genres ab, es ist eine Art Western-to-end-all-westerns. Es gibt kluge Kommentare zur Legendenbildung, vor allem zum Zwiespalt zwischen Legende und Wirklichkeit. Und es gibt einen bösen Abgesang auf den Mythos vom Revolverhelden. Die einstmals strahlenden Westerner sind kurzsichtig und ängstlich, müssen sich Mut ansaufen, und erschossen wird man nicht im heroischen Duell, sondern auf der Toilette beim täglichen Geschäft. Eastwoods meisterhaftes Werk wurde mit vier Oscars ausgezeichnet: bester Film, bester Schnitt, beste Regie und beste männliche Nebenrolle (Gene Hackman).

Foto: ARD/Degeto