Herbert Achternbusch zählt zu den produktivsten Künstlern Bayerns - auch wenn sein Werk dem großen Publikum oft Rätsel aufgegeben hat. Mehr als 30 meist avantgardistische Filme, über 20 Theaterstücke, hunderte von Bildern und etliche Prosabände hat der am 23. November 1938 in München geborene Künstler bereits geschaffen. Große Bekanntheit erlangte er vor allem als Regisseur von kunstvollen und oft provokativen filmischen Auseinandersetzungen mit Religiosität und Spießbürgerlichkeit. Achternbusch hat seine Unabhängigkeit nie aufgegeben - trotz aberkannter Filmpreise, Aufführungsverbote ("Das Gespenst", 1982) und finanzieller Engpässe - bis zu seinem Entschluss im Jahr 2002, keine Filme mehr zu drehen.

In seinem Dokumentarfilm begleitet Regisseur Andi Niessner den Universalkünstler, der von seiner Kindheit, seiner Karriere und Einflüssen auf sein Werk erzählt und seine Einstellung zum Leben, zur Kunst und zur Kirche erläutert. Weggefährten wie die Filmemacherin Margarethe von Trotta und die Schauspieler Dieter Dorn und Josef "Sepp" Bierbichler kommen ebenfalls zu Wort. 1974 inszenierte Herbert Achternbusch mit seinem Spielfilmdebüt "Das Andechser Gefühl" eine gallige und urbayerische Moritat über eine scheiternde Rebellion gegen ein festgefahrenes Leben. Dieser Linie blieb der Regisseur, zu dessen bekanntesten Filmen die Realsatire "Bierkampf" und der Skandalfilm "Das Gespenst" zählen, bis heute treu. Regisseur Niessner hat unter anderem 1998 bei Herbert Achternbuschs Kinofilm "Neue Freiheit - Keine Jobs Schönes München: Stillstand" als Aufnahmeleiter gearbeitet.