Ein Film - zwei Liebeserklärungen, in Form von zwei Kurzfilmen. Der erste, "Kiymet", entstand unter der Regie von Canan Turan. Sie zeigt das Leben ihrer Großmutter Kiymet, die als Arbeiterin, Mutter und Aktivistin nach Berlin Kreuzberg kam und sich dort gegen die Diskriminierung ihrer und der nachfolgenden Generation einsetzte. Heute lebt sie wieder in der Türkei, doch ihr politischer Einsatz bleibt in der Hauptstadt unvergessen. Während früher die Leute auf die Straße gingen, finden Proteste heute auch in anderen Rahmen - im Theater - statt. Dies zeigt die Regisseurin Asli Özarslan in dem zweiten Kurzfilm "Bastarde": Im Ballhaus Naunynstraße werden Theaterstücke mit alltagspolitischen Themen aufgeführt. Mutige, junge Migranten präsentrieren sich selbstbewusst, machen auf Missstände aufmerksam und scheuen sich nicht, sich selbst als "Kanaken" oder "Bastarde" zu betiteln.

Der Dokumentarfilm ist eine kleine, durchaus kritische Hommage an das "geliebte" Kreuzberg - an "Canim" Kreuzberg. Die beiden Regisseurinnen werfen eine Blick auf die Generation der "Post-Migranten". Wie hat sich die deutsch-türkische Gesellschaft in den letzten 40 Jahren verändert, gegen welche Geister des Rassismus galt es damals zu kämpfen und gegen welche gilt es heute noch anzutreten. Asli Özarslan und Canan Turan zeigen auf, mit welchem Mut und Selbstbewusstsein sich Kulturschaffende im Kreuzberg dagegen wehren, ausschließlich auf ihre Wurzeln reduziert zu werden.



Foto: Moviemento