Rostige eiserne Flussbarkassen sind die Haupttransportmittel, wie schwimmende Dörfer beladen mit alten und jungen Menschen, Zelten und Feuerstellen, Ziegen, Leguanen und geschlachteten Affen. Schlichtweg das einzig verbliebene Transportmittel in einem Land, dessen Verkehrssystem ebenso zusammengebrochen ist wie andere staatliche Einrichtungen. Wasserfälle, Stromschnellen und das Profitstreben der Reedereien machen die Reise zum Glücksspiel. Und der Krieg um Rohstoffe, der den Kongo vor allem im Osten immer noch im Griff hat...

Dokumentarfilmer Thierry Michel wagte diese faszinierende filmische Reise von der Mündung bis zur Quelle des Kongo. Der Fluss ist der wasserreichste Strom in Afrika und nach dem Amazonas sogar der zweitwasserreichste der Erde. Mit 4374 Kilometer ist er nach dem Nil der zweitlängste Strom Afrikas. Michel enthüllt die Mythologie des Flusses ebenso wie die legendären Gestalten, die im Herzen Afrikas Geschichte geschrieben haben sollen: Forscher wie David Livingstone und Sir Henry Morton Stanley, Könige der Kolonialzeit sowie die afrikanischen Führer Lumumba, Mobuto und Kabila. Die unterschiedlichen Passagen erklären einander gegenseitig und fügen sich, verbunden durch den Fluss, zum Gesamtbild eines Landes, das auf der Kippe steht – aber aufrecht.

Foto: Kairos