Deutschland im Kriegswinter 1941/42. Im einsamen Haus am Fluss lebt Mutter Voß mit ihren Töchtern und Schwiegertochter Emmi. Zur ihr gehört Sohn Paul, doch der ist an der Front. Noch glaubt man daheim an ein schnelles Ende des Russland-Feldzuges, doch die Normalität , an die sich alle klammern, erweist sich als trügerisch. Als Paul fällt, stürzt dies die Familie ins Chaos...

Roland Gräf setzt die Erzählung "Der Russenpelz" von Friedrich Wolf adäquat um. Das Gespür des Regisseurs für das bürgerliche Milieu, das nach und nach den Glauben an den Sieg und den Krieg verliert, ist sicher. Auch wenn sich die Ereignisse im Film schließlich in (Selbst-)Mord und Vergewaltigung überschlagen, wurde hier ein gut gespieltes Stück Zeitgeschichte gefilmt, in dem es am Ende nur Verlierer gibt. Katrin Saß ist Tochter Agnes, der übel mitgespielt wird, Corinna Harfouch überzeugt als Schwiegertochter Emmi, die sich das Leben nimmt. Rolf Hoppe spielt den desillusionierten Unternehmer und Vater des jungen Nazi Heinz (Sylvester Groth). "Russenpelz"-Autor Friedrich Wolf ist übrigens der Vater des verstorbenen DEFA-Regisseurs Konrad Wolf und seines Bruders Markus, Ex-Stasi-Chef der DDR.